Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-04-03 · Heft 14 (3.4.1854) · p. Seite 171

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 14 (3.4.1854)
Date
1854-04-03
Page
Seite 171 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225892--13777-3243238
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

171 Men Dalästina'S, üach den zwölf Stämmen Md den zwei Neichen äbgetheilt, eine Karte der sinaitischen Halbinsel mit den Zügen Israels durch die' Wüste und ein Plan von Jerusalem,' zum Gebrauch der heiligen Schrift Israels und für jüdische Schulen. Dieselben sind von 0^ Philip p so n nach den neuesten Forschungen entworfen, und erscheinen in Baumgärtners Verlag. — Belletristisches. WLKViKMMEp die letzte H asm on aeri n. y\ Von Schragge. lFortsetzung aus Nr. 2. 3. 5. 6. 7. 9. 11.) . VI. : : v Eine große, weite Halle wölbete sich. Kein Strahl der Sonne hatte jemals einen Zugang zu ihr gefunden. Sie war in die Tiefe des Felsens eingelassen, auf dessen Höhe das Heiligthum des Einig-Einzigen seine goldbekleideten Zinnen erhob. Nur geheime, Wenigen bekannte Gänge,"die sich vielfach kreuzten, führten in dieselbe; wer hatte sie aufgefunden, der nicht genaue Kunde erworben? Von der'Decke der von rohen Säulen getragenen Halle hingen mehrere kupferne Leuchter hernieder/ welche aber dennoch nur ein spärliches Licht ausgoffen. In der Mitte dir Halle, tie durch nichts ausgeschmückt war, sondern die eÄfachkn, geglätteten Felsenwände zeigte, stand eine runde Tafel, aus' Cypreffenholz, mit Sitzen umstellt. " ' Es wär stegen Morgen, in der Nacht vor der Verurtheilung des greisen Hyrcans, als in der Halle einige zehn Männer versammelt waren und um die Tafel saßen. Wer siewaren, weßRanges und Standes, konnte man sticht unterscheiden, denn sie waren gleichmäßig in dunkle Kutten gehüllt, deren Zipfel 'über das'Haupt und die Stitn gezogen'wären, so daß man nicht einmal das Haar, das' Gesicht' kaum erkennen konnte. Die Männer saßen schweigend "um^ die' Tafet. Sie' schienen zu harren auf Etwas/' däÄ kommen sollte. So saßen sie ein und zwei stünden,- der Eine das Haupt auf die Brust, der Andere in die Rechte gesenkt, tief nachsinnend, kaum sich regend, Niemand verrieth Ungeduld. ' ' '''Plötzlich ' wurden' drei und nach'kurzer Pause wieder zwei Schläge auf einederPforten hörbar, die schweigenden Männer richteten ihre Häupter in die Höhe, sind durch die geöffnete Thme aus dem dunkeln Hintergründe träten zwei Männer, in ähnliche Äutten gehüllt, heran, einen Dritten zwischen sich führend, in welchem wir alsbald den jugendlichen Isaak ben Babusch erkennen, ' '/ Derjenige, welcher den Vorsitz in der Versammlung zu fuhren schien, und durch ein Stäbchen, halb ' weiß, halb schwarz gefärbt, in der Hand bemerklich war, begann : „So ist es gelungen, und Ihr führet uns den unglücklichen Jüngling gerettet her, durch welchen unsere heilige Sache so sehr gefährdet worden. .*.." Die beiden Männer verneigten sich. „Wir fragen nicht," fuhr er fort, „wie es Euch gelungen, denn warum soll ein blutiger Verräther nicht wieder verrathen werden? warum sollen sich nicht Hände und Mittel finden, das Lamm aus dem Rachen des Wolfes zu retten? Dü über, Jüngling, berichte,' was Alles Dir begegnet ist, und genau alle Worte, die der Tyrann gesprochen. Der Listigste ist nicht listig genug, um nicht durch Wort und Geberde, ihm unbewußt entschlüpft, seine Geheimnisse zu verrathen. . . ." Isaak willfahrte dem Verlangen. Nachdem er Alles gesagt, was er wüßte, auch die Gelegenheit ergriffen, sich zu rechtfertigen, sprach der Vorsitzende zu ihm: „Du'wirst einsehen, mein Sohn, daß Dü eine Zeit lang aus Jerüschalajim verschwunden sein mußt. Wir werden Dich.zu einer Sendung in unserer heiligen Sache verwenden, auch Deister Mutter Nachricht geben lassen, daß Dü noch lebest, aber nicht zu ihr zurückkehren könnest. Unterdeß mußt .Du einige Tage in der Zelle des Eljaschib verweilen, wo Dich Niemand schauen kann, der nicht soll." Hierauf wurde Isaak wieder von dannen geführt, und die Männer beriethen lange, welche Maßregeln wohl Herodes ergreifen würde, nachdem er Einsicht von dein Wege bekommen, den die Volkspartei eingeschlagen hattet Das Resultat traf so ziemlich das Richtige, indem sie erkannten, daß es für den Jdumäer nur noch einen Weg. gebe, sich dem Octävian auf Gnade oder ÜngNahe zu ergeben. Ja, sie sahen voraus, daß er sich selbst dahin begebeil werde, wo er den römischen Sieger finden könne. Da ertönten jene Schläge abermals, und herein stürzte ein Mann, der fast ermüdet zusammenbräch.. „Männer Juvah's," rief er aus, ohne das Zeichen zu reden abzuwarten, ich hinterbringe Euch eine fürchterliche Nachricht — so eben hat der Tyrann sein schwach - und sündenbedeckteS Beth-Din züsammenberufen, um Hhrcan zum Töpe zü verurtheilen .:.." Entsetzen schien die Versammelten zu ergreift»/ Endlich sprach der Vorsitzende : „Bist; Dü Deiner Schreckensbotschaft auch ganz sicher? ..." Der 14*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.