Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1854)
- Date
- 1854-04-03
- Page
- Seite 170 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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eigenem Antriebe als durch fortwährende Aufreizungen «Seitens jener galizrfchen Fanatiker, die an den Anfechtungen und Verfolgungen und der endlichen Vergiftung des seligen Rabbiners Kohn betheiligt waren, handeln. ' Im Unterschiede von andern benachbarten Gemeinden sind-hier der bessern Richtung nicht nur diejenigen zugewandt, welche durch wissenschaftliche Bildung und ihren höhern Rang hervorragen , wie z. B. die Doctoren der Rechte, der Medicin und der Chirurgie, oder durch hebräische, deutsche und fremdsprachliche Lectüre auf Bildung Anspruch zu machm im Stande sind, sondern auch alle Wohlhabenden, die ihre Ansichten durch Reisen und sonstigen Umgang und Verkehr erweitert und berichtiget haben. Was die fehnlichst erwünschte in unserer Mitte zum tiefsten Bedauern aller Einsichtsvollen noch immer mangelnde israelitische Hauptnormalschule betrisst, so ist die Eröffnung derselben erst mit dem Beginne des künftigen Schuljahres zu hoffen. Als eine ergiebige Quelle zur-Erhaltung der künftigen Schule stellt sich der bewilligte Kofcherfleifchaufschlag heraus. Aber noch früher als die Eröffnung der Schule wird mit dem Beistände Gottes die Einweihung des israelitischen SpitaleS, zu dessen Gründung der Herr Zucker durch feine großartige «Schenkung den Grundstein legte, stattfinden. Außer den Herren Vorstehern und andern achtbaren Gemeindegliedern, die durch ihr Beispiel und ihre vielfachen Opfer von Zeit, Geld und Anstrengung den Weg zur Besserung in der Mitte dieser Gemeinde anbahnen, verdient die eifrige Mitwirkung des ehrenwerthen und allgemein beliebten Gemeinde-SecretairS, Herrn Wolf Schiffer, mit.vielem Lobe hervorgehoben zu werden. Die israelitischen Schüler am hiesigen k. k. Gymnasium, deren Zahl sich auf 3«) beläuft, genießen seit dem November 1853 zum ersten Male den öffentlichen Religionsunterricht, und zwar in zwei Abtheilungen vier Stunden wöchentlich. Außerdem werden sie seit jener Zejt zum Gottesdienste und zur Erhörte an jedem Sabbathe Nachmittags in einem eigens eingerichteten Betlocale sich zu versammeln angehalten. Sämmtliche israelitische Schüler zeichnen sich bei mir so wie auch bei allen ihren Professoren durch einen musterhaften Eifer in den Studien und durch ein sehr sittliches und würdevolles akademisches Verhalten aus. Mit großem Interesse lese ich in Ihrer vielgeschätzten Zeitung die Artikel betreffend den israÄitischen Religionsunterricht an den Gymnasien, der jetzt eine Zeitfrage jgeworden iff Einem Bearbeiter - solcher Religionsbücher, deren Bedürfniß jetzt, allgemeiner empfunden wird, dürften vielleicht folgende Schriften willkommene Dienste leisten:/,1) Geist der mosaischen Vorschriften von Professor Luzzatto; 2) die Dogmenlehre von demselben; 3) die Morällchre von. demselben; 4) Geschichte, der jüdischen Dogmatiker bis auf die neueste Zeit, fämmtlich noch ungedruckt^ 5) ein gedruckter Leitfaden von Rabbiner I. S. Reggio. Da ich die drei erstem Abhandlungen, ,und großentheilS auch die vierte, noch während meiner Studienzeit im Gollegio Rabbinico aus dem Italienischen., worin:sie vom Autor .abgefaßt, worden, in's Deutsche übertragen habe, so wäre esvielleicht , der Tendenz Ihres geehrten Blattes, besonders deS literarischen. TheileS desselben nicht unangemessen , wenn. Sie., geehrtester Herr Redakteur, in der Absicht, die Lösung jener Frage zu erleichtern, die Spalten Jhr.eS-; genannten Blattes für die Aufnahme jener gediegenen Abhandlungen zu öffnen si«h entschlössen. -Dr. I g x l. Schwede». Stockholm, 17; März. (E Ebl^) In der Judenfrage haben die ljberalen Ansichten mach lebhafter Debatte auf dem Reichstage im Ritterhaufe einen entschiedenen Sieg davon getragen. Mit 68 gegen 58 Stimmen wurde beschlossen, daß alle in Schweden geborenen Bekenner des mosaischen GlaubenS.daS Recht haben sollen, sich in allen schwedischen Stä-5 ten niederlaffen zu können. Da der Bürgerstand, und der geistliche Stand sich bereits früher -in. liberaler Richtung entschieden haben, so meint man daß/die Emancipation endlich durchgesetzt, werden wird. r Literarischie Nerchvichten. derpzlg, 27. März. Binnen KurzemerschMt esu sehr gelungenes und ähnliches Portrait des vr. Ludwig Philippson in Stahlstich in Baumgärtners.BuMgnb? lung. (Die zwei bisher erschienenen Lithographen, die eine in Magdeburg, die andere in Brieg, entbehren^ aller wirklichen Aehylichkeit.) -- 3n Arbeit ist eine,Karte de-