Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1854)
- Date
- 1854-03-27
- Page
- Seite 157 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Beamten treffen, eS liegt der. Fehler im -JndifferentiSmüS der Gemeindeangehörigen. Nach Weift der Berichterstatter, will ich meinen Bericht mit einem CourSzettel schließen. Die Rabbinen im Lande haben alle Gehaltszulagen bekommen , Beweis, daß die russisch-türkische Affaire die rabbinischen Effecten , nicht entwerthet hat. Nach jüdischen Advocaten wenig Nachfrage, ihr Cours Neigung zum Fallen. Jüdische Aerzte. gesucht. - Nach israelitischen Lehrern keine Nachfrage., ganz außer CourS, werfen sich auf den amerikanischen. Markt, wo sie umgestampft und zu „HandelewoS"gestempelt werden. . Bremen, 4. März. Bor einiger Zeit berichtete man von einer Petition, welche in Beziehung auf die Bestimmungen der Verfassung über, die, Nicht- Christen dem Senat überreicht , und darauf, von dem vergeblichen Versuche, der noch zuletzt in den Bürgerschaft, gelegentlich der Mittheilung des Senats wegen Einführung der Verfassung gemacht wurde, dem in jener. Petition gestellten Verlangen, daß-die erwähnten Bestimmungen einer nochmaligen Berathung unterzogen werden möchten, Eingang zu verschaffen. Inzwischen ist die thatsächliche Antwort auf daS An-, sinnen dieser Leute durch die Publikation der Verfassung erfolgt; und nunmehr haben die Petenten beschlossen, ihre Wünsche in Form einer B e sch w er d e b/e i m B u n d e s ta g anzubringen. (H. N.) . (Man sieht, der Bundestag hat viel mit den Juden zu schaffen; die Frankfurter Beschwerde liegt auch noch dort. Red. d. A. Z. d. I.). . Preußen. Berlin, im März. . (Privatmitth.) Und der Jude soll.doch nicht westfälischer Schulze werden können! wenigstens hat die erste: Kammer in der Sitzung am 13. ihr Veto, dagegen eingelegt,, und mit 45 gegen 36 Stimmen die Ausschließung auf Antrag der Commission votirt. Es wird uns. Niemand, zumuthen, am wenigsten, unsre Leser, einen Bericht darüber zu geben; iss doch , das Stillschweigen die. beste Kritik.. Nur daS wollen wir bemerken,, haß.. auch: in der er-, sten Kammer, es. Katholiken waren ,- welche -geigen die.Ausschließung:sprachen-- wft^inftnderS, der, Drug gemayn, wenn-auch nur--tpeik>sieMiderbie^ , Verfassung lauft.- Der? Minister des Innern hingegen' brachte wieder sein 'gewöhnliches Argument da- - gegen zum Vorschein ,. die Verfassung verhindere alle diese. Ausschließungen nicht im Geringsten , da westphälischer Schulze zu: sein, weder, ein bürgerliches, noch ein staatsbürgerliches Recht sei! Auf eine ganz absonderliche Weise sprach sich der Abgeordnete für ' Paderborn, ein Graf Stollberg gegen die Juden aus, indem er sie;mit, so; vielen Gemeinheiten bewarf, daß wir wirklich das Gefäß,?aus, dem sie kamen, für unrein erklären müssen. Der brave Ludwig Lesser hat die Jnvectiven dieses Stollbergischen Grafen in den Berliner Zeitungen sehr brav beantwortet, offen, vollständig, und dabei so gentil, daß der Graf sicher zugeben muß, wenn er auch vollständig recht hätte, der Jude diesmal wie.ein wahrer Graf verfahren.; So viel und nun de mcrtuis — Schweigen! (. —. Die hiesigen Blätter bringen Auszüge aus einem Schreiben des evangelischen Bischofs zu Jerusalem, Gobat, worin er über die „gottlosen Griechen" und die „verschlagenen Juden" klagt, daß es mit seinem. ProftlytiSmus nicht , vorwärts will. Natürlich wären die Juden nicht „verschlagen/' wenn sie in Hellen Haufen zu dem Herrn Gobat kämen, um sich von ihm capern zu lassen. So aber diese freche „Verschlagenheit," das nicht zu thun!? Königsberg, 10. März. (Br. Z.) Der hiesige russische Generalkonsul v.Adelson, der bisher die schwierige Aufgabe, die ihm die wichtige Handhabung seines Wirkungskreises bot, mit anerkennenswerther Humanität gelöst hatte, stellte vor einiger Zeit — wahrscheinlich im Aufträge feiner Regierung — an die hiesige Polizeibehörde das Gesuch, ihm von dem Eintreffen eines jeden russischen oder -polnischen Juden : Kenntniß. zu geben, welchem Verlangen auch gewillfahrt worden ist. Sehr viele Juden kommen indeß ohne Paß hierher,, machen Einkäufe und suchen die ’ Maaren wohl auch zum Theil in's Ausland einzuschmuggeln. Sobald, der, russische Generalkonsul von dem Hiersein derselben ohne die nöthige Legitimation : Kenntniß erhält, ist er also süp die Folge im Stande, solche durch Requisitionen an russische Behörden zur .Strafe ziehen zu lassen und dadurch den überhaupt : schon sehr gedrückten Handelsverhältniffen mit Rußland noch größere Fesseln anzulegen. Die Erkennt- - niß, daß die Aufrechthaltung dieser polizeilichen Maaß-