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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-03-20 · Heft 12 (20.3.1854) · p. Seite 148

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 12 (20.3.1854)
Date
1854-03-20
Page
Seite 148 (sequence 10)
Language
German
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zur „Judenschüte" machen wollen, aber für ihre liebe Person alles, was Judenthum ist, von sich weisen. Im Uebrigen ist die Sache nicht zu verwundern, denn wem eben am Cultus gar nichts liegt, dem ist eS auch sehr gleichgültig, wer und was in der Synagoge dominirt, -und der kann sich daher persönlichen Gelüsten am leichtesten überlassen!) Vielmehr zu verwundern ist es, daß sich die Redaction der ^redives dadurch Hinreißen läßt, zu verlangen: man solle „die Wahl der Rabbinen ganz unterdrücken und sie durch eine Ernennung Seitens deS Central-ConsistoriumS aus einer Liste der Anciennetät , öder die das Consistorium deS SprengelS, wo die Vacanz eingetreten, ausgestellt hat, ersetzen." Wir müssen unS in der That wundern, so etwas Unjüdisches und UnpractischeS Vorschlägen zu hören. Also die Gemeinden sollen ihre Rabbinen zugeschickt erhalten, wie die Schiffe ihre Commandeure, jene kennen diese und diese jene nicht? Die Gemeinden sollen in die Wahl ihres Seelsorgers kein Wörtchen drein zu sprechen haben, indem er ihnen zucommandirt wird von einem Ende Frankreichs bis zum andern? Hat das französische Centralconsistorium sich schon so bewährt, daß eS das volle Vertrauen, Pen Gemeinden die rechten Geistlichen zu geben, verdient? WaS hat es gethan? Heraus mit der Sprache! Kann und wird der Nepotismus da nicht mit zwei und drei Stimmen, während in den Gemeinden mit zwanzig und dreißig Stimmen geübt werden? Nein, nein! zu bloßen Maschinen erniedrigt die Gemeinden Israels nicht, welche zu verspeisen haben, was ihnen von oben zugeworfen wird — lieber Streit, lieber Parteien, lieber Mißgriffe! Die Archives enthalten ein merkwürdiges Schreiben eines Mannes, Namens Alexander Levy, der vor Kurzem aus der Synagoge getreten. Er schreibt: „Bayonne, den 27. Januar 1854. Sie haben in Ihrem Journal meinen Abfall vom Judenthum gemeldet; es ist nur zu wahr, daß in einem Moment der Verirrung und deS Unglücks ich das unermeßliche Unrecht beging, die Religion meiner Väter zu verlassen. Jetzt, nach reifen Erwägungen, erkläre ich hiermit laut, daß ich diesen Akt' zurücknehme, und daß ich mit Freuden (avec bonheur) in daS Judenthum zurücktrete, das, indem eS die Aufrichtigkeit meiner Reue und meiner Umkehr sieht, mir, ich hoffe eS, Verzeihung bewilligen wird. Ich' reist ab; ich will jenseits der Meere durch ein Leben des Fleißes Und der' Rechtschaffenheit' versuchen, das Unrecht vergessen zu machendas ich gegen Alle gethan; alle meine Anstrengungen sollen nach diesem Ziele gerichtet sein. Ich würde sehr dankbar sein, wenn Sie diesen Brief in Ihr Journal zunächst aufnehmen würden, und habe die Ehre rc. . . A. Levy. Türkei. Confiantinopel, im Februar. Die preußischen Blätter bemelden: Am 22; war zu Smyrna der türkische RegimentSarzt vr. Äscher, ein geborner Preuße, eingetroffen, der Omer Pascha bereits bei seinem Feldzuge in Kurdistan begleitet hat und von demselben auch jetzt wieder als Leibarzt in sein Hauptquartier berufen ist. (Ein „geborner Preuße," wir fügen hinzu „und ein Jude" — das vergessen gewisse öffentliche Blätter bei Auszeichnungen eines Juden gern, beim Gegentheil gewiß nicht. Redact.) Walästiua. Jerusalem, im Januar. (PrivatmitG) Die Menschenpocken grassiren hier in der Stadt, und jung und alt, auch die eingeimpften Europäer, werden davon ergriffen. Vor einem halben Jahre grasstrten diese Pocken bei den Hühnern, deren die meisten starben. — Der jüdische Consul in Hebron hat mit Hinterlassung großer Schulden sich nach Jerusalem geflüchtet, um beim k. k. Consulat Schutz zu suchen. — Von jeher haben die d^ido die Fleischbänke gehalten, und nur auf einer Waage verkaufte man das Fleisch an so viele Tausende Menschen; so kann man sich vorstellen, welche Unordnung dabei stattfand. Seit einem halben Jahre haben die tnäptt» mit den trnisD eine Compagnie geschloffen, um gemeinschaftlich noch eine Fleischbank, zu besitzen. DaS Fleisch des HintertheilS wird hier gereinigt und gegessen. Sachs. Correspond enz. Lehrerconferenz - Berichtigung. Eibenschitz in Mähren/ im Januar. Nach einer Verordnung des hohen k. k. Ministeriums des Cultus und Unterrichtes sollen die sämmtlichen Leh-

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