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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-03-20 · Heft 12 (20.3.1854) · p. Seite 149

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 12 (20.3.1854)
Date
1854-03-20
Page
Seite 149 (sequence 11)
Language
German
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um die mögliche Vetbesserung der' VölkSschUlen in Ansprache zu nehmen. . In dem Eibenschitzer Decanate, zum Brunner bischöflichen Confistorium gehörig, finden diese > angeordneten Conferenzen zweimal deS Jahres statt, nämlich im Frühjahre und im Herbste. In diesem DecanatSbezirke mögen fich circa 20 Lehrer befinden, worunter zwei jüdische, nämlich zu Kromau und Eibenschitz, welche, wie natürlich, mit zur Conferenz berufen werden. AlS Leitfaden zur Besprechung hat die k. k. Landesschulbehörde sechSzig Fragen vorgelegt. Bei der Versammlung im Oktober 1853 wurden die nachbenannten vier Fragen von den hw, Herren Dirigenten heraus gehoben und von den .anwesenden Lehrern vielseitig beleuchtet und i erläutert. : / 7. Fr. WaS wird zur guten Schulzucht erfordert? 24; Fr. Ueber den Nutzen des Kirchengesanges. Was ’ kann der Lehrer dafür thun? 37. Fr. Welcher Nutzen entspringt daraus, wenn fich der Lehrer auf den Unterricht gehörig vorbereitet? _ 52. Fr. Was wird zum Richtiglesen, was zum Schönlesen und was zum Verständniß des Gelesenen erfordert? Der Kromauer jüdische Lehrer Gutfeld laS eine Abhandlung über die Frage 37 vor, sie enthielt manches Gute und Anwendbare. Der Musterlehrer Czihaezek von Kromau referirte über dasselbe Thema mit vieler Gründlichkeit und eminenter Sachkenntniß. Die 24. Frage wurde vom Eibenschitzer jüdischen Lehrer Pollak aus deck Standpunkte der jüdischen politischen und Religionsgeschichte beleuchtet. Er wies hin auf den ersten Hochgesang MoseS am Meere — auf die Psalmen, welche im Tempel unter Instrumentalbegleitung abgesungen wurden, er berührte dann die Weherufe der Erulanten an Babels Gestaden, welche auf die Äufforderung, Zionsklänge. ertönen zu lassen, auSriefen: Wie könnten wir ZiönSgefange auf fremdem Boden ertönen lassen? Er fuhr fort: Bei der heutigen etwas lichteren Gestaltung der jüdischen Verhältnisse indem die Juden einen heimathlichen Boden einzunehmen beginnen — i Haben die Synagogalgesänge wieder angefangen Terrain zu gewinnen. — ' Ihr allgemein geschätzter Korrespondent aus Jamnitz erzählt in Nummer 49 vorigen Jahres, daß an die Lehrer und Gemeindevorsteher.. de.S)3amnitzer DeeanatS - von dem' Brünner Höchwürdigen Confistorium ein Anerkennungsschreiben für ihre Leistungen im Schulfache ergangen . sei., Diese Mittheilüng ist dahin zu berichtigen, dass: : Das Brünner bischöfliche Confistorium unterm 13. October 1853 sä Io. 549 nach Eröffnung der k. k, Landesfchulbehörde.vom 27. September v. I.. Z. 2603 — in Bezugnahme auf den hohen Ministerial - Erlaß vom 19.! September v. % Z. 9618 allen Lehrern und Gemeindevorstehern beider Diöcesen die höchste Zufriedenheit und Anerkennung für ihr zweckmäßiges Streben im Schulfache auszudrücken beliebte. Der sehr geehrte Herr Berichterstatter aus Jamnitz berührt auch die Rüge des hohen Ministeriums über die Mangelhaftigkeit deS Religionsunterrichts in den jüdischen Schulen? ES mag dies der Fall sein in jenen Schulen, in welchen das veraltete Lehrbuch Bne Zion noch immer als Leitfaden dient. Rationelle Lehrer haben aber in diesem Lehrgegenstande bereits einen eignen bessern Weg angebahnt. Der achtbare Herr Berichterstatter aus Jamnitz hat hiervon genügsame Beweise erhalten!! — - Anzeigen. Bei der in Brody mit dem Anfänge deS Schuljahres 1854/55 zu eröffnenden deutsch-israelitischen Haupt- und Mädchenschule find folgende Lehrstellen zu besetzen. Die Stelle eines Religionslehrers, der zugleich Direktor ist, mit jährlichen ... . . fl. 500. und freier Wohnung im Schulhause. Außerdem beziehet derselbe noch als jüdischer Religionslehrer an der hiesigen k. k. Unterrealschule eine Remuneration von ♦ - 200. B. 2 Lehrstellen mit zu . .. ♦ . ... - 400. C. 5 do. .. - - . . ♦ ♦ » * - 300. ‘ v. 2 do. - - . .. . . . . . - 250. E. 5 Gehülfenstellen zu . : . . . . . - 150. F. Die Stelle einer ersten Jndustriallehrerin mit - 200. 6. Äo. . . - zweiten do. <; -150. Jeder Lehrer hat 16—20 und jede Jndustriallehrerin 7 — 10 Stunden wöchentlich zu unterrichten. Im Allgemeinen wird zwar gewünscht, daß jeder Lehrer in allen den Gegenständen, die an jüdischen Hauptschulen. gelehrt werden, zu unterrichten iin Stande sei, doch wird bei der Besetzung darauf Rücksicht genommen werden, daß wenigstens ein Lehrer der polnischen und außer dem- Religionslehrer noch zwei Lehrer, und zwei Gehülfen der hebräischen Sprache genügend mächtig seien. Für den Unterricht in der Mädchenschule können bei hinlänglicher Befähigung statt der Lehrer auch Lehrerinnen, angesteüt werden. Das Schulpersonal ist nach den für Hauptschulen bestehenden. Gesetzen penfionsfähig. Hie Bewerber haben

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