Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1854)
- Date
- 1854-03-20
- Page
- Seite 142 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Daher fanden die aus Spanien und-Portugal vertriebenen Juden eine offene.Zufluchtsstätte in Constantinopel, wo sicheine -Gemeinde von 100/000 Seelen -sammeln konnte; Eine Zeit lang war Constantinopel -ein Hauptdruckort hebräischer. (namentlich unverstümmelter) Werke. Daß wie Juden insbesondere in ihren Häuptern wechselnden Schicksalen auch in dem osmanischen Reiche unterworfen waren, versteht sich von selbst, ohne daß die Menge davon berührt war) aber immer - hatten sie doch gleiche Rechte mit den übrigen Rajahs, ihr Chacham-Baschi hat sogar den .Vortritt - bei Hofe als Vertreter der ältesten Glaubensgemeinde, und die Intoleranz der Türken erstreckte sich überhaupt nie so weit, daß sie etwa den Juden die Betreibung der Gewerbe untersagten, oder ihre Köpfe zählten, um ihre Niederlassung zu beschränken, und dergleichen Erfindungendes europäischen Mittelalters. So viel, oder so wenig vom Hattischerif von Gülhane Wahrheit geworden sein mag, an den Ortenwo große jüdische Gemeinden, sitzen jetzt auch Juden in den Stadträthen und Handelskammern. Kurz, Vergangenheit und Gegenwartbieten dem Juden -Momente genug dar, um auf die Herrschaft der Osmanen in Europa mit dankbaren Blicken zu sehen. Wo fanden Judenhetzen, blutige Verfolgungen und Ausrottungen der Juden jemals in der Türkei statt? Alle jene schmählichen Vorwände und Erfindungen von Brunnenvergiftungen, Bluttrinken und dergleichen durch Juden, die Türken haben sie nie gekannt, bis sie erst in der neuern Zeit von christlichen Händen dahin getragen (Damaskus), aber von türkischer und ägyptischer Herrschaft unterdrückt wurden. Wehe unsren Glaubensgenossen hingegen, wenn die Griechen (bw) die Oberhand gewinnen — der Pöbel von Athen hat es in der neuern Zeit erst erwiesen, wessen wir uns von ihm gewärtig sein müßten! Allerdings haben unter türkischem Zepter die Juden keine glanzende Höhe erreicht, find sie namentlich im letzten halben Jahrhundert sehr einem Schreiben an Rustem die begehrte Erlaubniß, daß der Bruder des Juden Zuan Miquez mit seiner Familie Ferrara verlasse. Dieses Schreiben ist minder merkwürdig durch den Herzog, von dem, als durch den Juden, deffenthalben es gestellt ward. Zuan Miquez war der portugiesische Jude, hernach Don Joseph genannt, welcher sich in Sultan Selims Vertrauen und Gunst in so hohem Grade einzuschmeicheln (!) wußte/ daß er in der Folge unter dessen Regierung als Hof- und Staatsjude (!) in allen Geschäften den wichtigsten Einfluß erhielt, auf Krieg und Frieden entscheidend einwirkte, und sich bis zum zog von Naros eurporschwang." ' - - '; heruntergekommen, aber' das ' waie' Wie Fölga b^S 'Stillstandes aller-Entwickelung' im1 Oriente ' überhaupt; •’ dtnn der türkische ' Jude * iss 'ja nicht-blos''Jtlde^ Indern 'auch Türke/ Wünschen und ' hoffen wir',' daß der Funke' der Civilisation auch ' dort zür FlamÄe' tverde)' d!ast' der 'Mendelssohn-der 'türkischen Juden nicht'zu Käfige ausbleibe! Wenden wirünS nüNaber nach'Rußland. Nekn! wir wollen die mit^ blutendem Herzen iü' diesen Blättern niedergelegten Klagen' nicht wiederholen. Aber is gilt hier, zu zeigen) was' wir daselbst' erlitten ünd erleiden; welch er der religiöse, der' human e Sinn,' d e r Sinn, welcherden Menschen nick) t am G e i sie wie' am Leibe' zum willigen Knecht, zu bewußtlosem Organismus machen will. Das eigentliche Rußland hat' seine Thöre den Juden niemals geöffnet. Welcher Jude noch heute Petersburg oder Moskau oder Kiew' betreten' will,; muß züvörderst seinen Glauben abschwöreü.' Rußland hat' nur' das negätibe Verdienst) die JüdeN nicht mit deck Schwerte .'getilgt zu haben, wo es sie vorfand. ' Jedes' ande're Mittel ist schön angewendet worden. In geistiger 'Beziehung ist ts. nur, weil die russische Herrschaft über die Hetnals'polnischen Provinzen, in denen die Juden wohnen, noch nicht lange genug gewährt hat, wenn die russischen Juden ‘noch geistig rühriger sind, als die türkischen; ich säge „wenn" . ) ) . Denn wenn der elektrische Funke in die türkischen Juden gefahren sein wird, so steht ihNetr von StäatsfeitenNichts entgegen, daß sie des höchsten Geistes sich erfüllen — aber die russischen Juden? das dürftige'Schulwesen, Welches sie zu stumpfen Schreibe - und Rechenmaschinen machen soll, kann sie nicht 'entschädigen'für die Abschließüng von ihren Glaubensgenossen jenseits' der Grenze, für die Unterdrückung aller hebräischen Druckereien bis eine kleine Zahl in Wilna, kurz für alle die Schranken, welche jeder geistigen Erhebung zuerst füt Alle / alsdaNn noch besondere für Juden in' Rußland' erhoben worden. ' Sollen wir aber erst von allen den Mitteln sprechen, welche man in Rußland aNwendet / um die' Äd'en' in' die griechische Kirche' zu bringen?.nur' das 'Eines daß man neunjährige Kinder aus den Armen der Eltern reißt) um sie in die rüsfischen Militärschülen' zu schicken, um Eltern, Vaterland und Religion auf immer verloren zu haben — — das^ ist genug, das ist genug,"um uns an das Fest zfl erinnern, welches wir morgen (Purim), welches, wir - in vier Wochen (Peßach), feiern werden!... Ja, .da wir -gerade von den Türken sprechen,-erinnert uns'-dies'lebhaft an die Worte - eines christliches GeschichtSschrejöers,) In det Kit'/'alsOsÄä'nEHie 'ersten KäÄ^e mit ten