Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1854)
- Date
- 1854-03-20
- Page
- Seite 141 (sequence 3)
- Language
- German
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141 Woeste, dem Gegenstand, ihrer Diplomatischen Verhandlungen oder .ißrerWaffenLämpj'e: in „religiösen Verhältnissen" suchtjb.a hczt auch der Jude ein Urtheil, und, wrß Volkes er fei) er kann das auS seinem Bewußtsein als Jude erstandene. Urtheil gar nicht unterdrücken-, selbst wenn er mit sich selbst damit in Widerspruch geräth. Er kann .z. V. jetzt als Preuße sehnlichst wünschen, daß Preußen nicht aus seiner festen Neutralität heraustrete, aber als Jude nicht minder sehnlichst, daß auch Preußen auf die Seite, trete, auf welcher die Glaubensfreiheitdie Duldung, die höhere Berechtigung liegen. Und in, den Kämpfen,. welche jetzt die europäische Welt bewegen, ist dies geschehen. Mag es aufrichtig oder nicht sein, Rußland hat die Befreiung der Griechischkatholischen vom angeblichen Joche der Türken als Zweck des Kampfes angegeben, die Türkei antwortete mit der bürgerlichen Freistellung aller Rajahs, d. h. Nichtmohamedaner, namentlich, auch mit der Vollgültigkeit der Zeugen vor Gericht selbst Türkey gegenüber; in , den diplomatischen Aktenstücken kommen Vorlesungen über Toleranz in religiösen Dingen u. dergl. vor , .ja der französische Minister (Drouyn de l'Huys) unterläßt in seiner jüngsten Note nicht, seinen Gegner über , die Religiosität seines ThunS und Treibens zu geißeln, indem er namentlich sagt: „Rußland vergißt zu sehr bei den Vorwürfen, die es anderen macht, daß eS weit entfernt istin seinem Reich gegen die Secten, die sich nicht zum herrschenden Cultus bekennen, eine ebenso große Duldsamkeit zu üben, wie diejenige, deren die hohe Pforte sich mit Recht rühmen kann." Wir sind also allerdings hier auf einem Gebiete, wo auch der Jude spricht. Und was sagt dieser da? Er blickt zunächst zurück in die vergangenen Zeiten. An der Wiege des Islams stand nicht minder der Judenhaß, als anderswo. Weil'die .freien jüdischen Stämme Arabiens den Lockruf des vermeintlichen Reformators, der ihnen ihre uralte Lehre abermals verschlechtert und verfälscht, auftischen wollte,. sie mit dem .bezahlen wollend, was er sich von ihnen, geborgt, und das nicht einmal vollgültig — nicht folgen wollten,, schwur Mohammed ihnen Haß und Vernichtung zu* *). Aber als der Islam *) Zuerß erließ Mohammed günstige Verordnungen, um die in Medina zähl- Und einstüßteichm Juden zu gewinnen, aber bald' 'äÜdtrte sie der ^wahrhafte Prophet" wiederab, i als diese! auf Beibehaltung aller mosaischen -Gesetze Drangen. Später, als die Beute schon viele Leute . unter seine Fahnen lockteließ, er, durch, seine Banden ..einzelne 'Juden in her Nähe von Medina morden- und in die Höhe gewichftnr, als erdie Grenzen der arabischen HalbinsÄ überschreitend,, Asten und Afrika über^- stuthend, zur Weltmacht ward und in EUrdpa einbrachvergaß er seines kleinlichen Hasses, bediewte sich vielmehr überall der Juden als Unterhändler, Besorger der Bedürfnisse seiner Heere., duldete sie aller Orten und mit viel größerer Toleranz, als die Christenheit., so daß die Juden auch an dem. geistigen Aufschwung der arabischen Welt Theil nahmen, und - in den Wissenschaften mit den Arabern wetteiferten. Von feinem Standpunkte aus konnte der Jude es ein Glück nennen , daß, während Ferdinand der maurischen Herrschaft in Spanien, ein Ende machte- und darauf 1492 die Juden vertrieb, schon 1453 Mohammed II., der Sultan der Türken, Constantinopel einnahm. Denn an die Stelle der judengehässigen Griechen traten die Osmanen, deren Herrscher meist günstig gesinnt waren, wie denn unter Mohammed H. Leibärzten ein Jude (Jakob) war, dem er nur zu .seinem eigenen Schaden einen Perser an die Seite gesetzt*). Die türkischen Herrscher schlossen durchaus , die Juden nicht gänzlich von der Möglichkeit aus, auch in ihrem Divan zu hohen Ehren zu gelangen, und jene Erhebung eines Juden, Don Joseph (Miquez) Nassy, zum Herzog von Naros ist durchaus geschichtlich**). erklärte dann dem jüdischen Stamme Venu Keinukka förmlich den Krieg, erstürmte ihre festen Schlösser und zwang sie/ sich ihm auf G'nkdi oder Ungnade zu ergeben. Einige Zeit darauf beMegke et einvn andern jüdischen StMür, die Venü Nadhtr; dieser vertheidigte sich fö tapferddß ihm freier Abzug mit seiner Habe gestattet werden mußte-. Als die Mekkaner ihn in Medina belagerten, aber wegen eingetreten er Kalte abziehen mußten, und jene im jüdischen Stamme der Venu Küreiza Verbündete gefunden, -rächte sich Mohammed auf die grausamste Wekse, iwderü -er alle Männer niedermetzeln und ihre Frauen und Kinder .als Sclaven verkaufen ließ,. Oester, wenn MohÄnmed Niederlagen erlitten, suchte er seine räuberischen Banden dadurch zü beschwichtigen, daß er sie gegen kleinere jüdische StämM'e -sühttt, jo' Men die bvn 'ÄheiM und Fadak, deren feste Schlösser er zum Theil belagerte und ierstürMteworaüf M ÄMtzett sich -echä'betr Und zur'Entrichtung dev Hälfte Mos Einkommens verpflichteten. S, Einleitung in den Koran von vr. G. Weil. Bielefeld, 1844. l *) b. Hamm er's Gesch. d. Dsmän. Reiches Bd. XVIII. S. '600. Jt'e Ausg. - **) Nach Carmolh in den Ar&h. isr. de Fr. XV, 1. f. Jüd^ VolkSbl. Nr. 17> Aber auch v. Hammer berichtet es in der Gesch. d. OSman. Reiches Bd. II. S. 263. ,2te Ausg.: „Auch mit dem Herzoge. von- Ferrara, fand damals schriftlicher Verkehr Äatt., Derselbe. gewahrte m