Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1854)
- Date
- 1854-03-13
- Page
- Seite 136 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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136 treten zu sein. Auch hierzu waren/geschickt Handlungen und Schriften des HerodeS zu Beweisen verwendet worden, welche nur durch Verrath in die Händen und zur Kenntniß seiner Feinde gekommen sein konnten. Und waS wollte man bezwecken? .Man wollte den Herodes stürzen, und schob nun den achtzigjährigen, kindisch gewordenen Hhrcan den HaSmonaer noch einmal auf die Schaubühne, um in feine zitternde Hand ein Zepter zu drücken, welches der kräftigen Faust des JdumäerS entwunden werden sollte. HerodeS schäumte eine Zeit lang vor Wuth. Aber bald ward er sich bewußt : es gelte einen schnellen, energischen Entschluß fassen, er müsse alle seine Geisteskraft zusammenfassen, um den drohenden Schlag von seinem Haupte abzuwenden .... Und wer war der Wurm, den sein eherner Fuß zunächst zertreten mußte? „Warte, Du heroischer Knabe, Dein zwiefaches Heldenthüm als Spion' und Retter; soll auf Dein Haupt zu-" rückfallen, Du sollst nicht mehr kunstwirken und nicht mehr Botschaft tragen, und nicht mehr...DaS Wort ward undeutlich in den Bart gemurmelt. „Aber zuvor muß ich herausbringen, von wem der Narr die Pergamene empfing, an wen er fie bringen sollte.... DaS wird ein schweres Stück Arbeit werden..... will er nicht, sollen alle Qualen des Gehinnoms ihn hier schon treffen, und dann, auf immer in Empfang nehmen... Er klopfte mit einem Stäbchen auf die Tafel. Ein Diener erschien. Cr befahl Isaak Ben Babusch vorzuführen., Nach einiger Zeit kehrte der Diener zurück: Isaak Ben Babusch war nicht mehr im Schlosse — trotz der Wache-, die vor der Thüre des Gemachs, in welches er gebracht worden, aufgestellt war, und die Niemanden herauskommen - gesehen, trotz dem das Gemach scheinbar nur diesen - einen -Ein - und AuSgang hatte, war Ben Babusch verschwunden, und eine Durchsuchung deS Schlosses wie eine: - abermalige schnelle Heimsuchung deS Hauses in der Bethzevastraße war^ vergebens.... Herodes war. außer sich. Also in seiner nächsten Umgebung weilten Verräther.... seine geheimsten Pa-, piere waren nicht sicher, seine nächsten Zimmer nicht unzugänglich . er hielt Berathung über Berathung! mit den : wenigen Personen, welche er so ganz an sich gefes-. seit wußte,, daßfie mit. ihm Alles zu gewinnen,, ohne' ihn Alles zu verlieren hatten. Aber auf Niemandem blieb , der <Plick deS Verdachtes ruhen.. . Aber Zwiefaches ging aus diesen Berathungen als unvermeidlich heraus. Zunächst, daß HerodeS persönlich zum Oktavius eilen und fich, um Vertrauen flehend, ihm zu Füßen werfen sollte, dann, daß vor seiner Abreise noch HyrcanS Haupt - fallen müsse,: um so den Gegnern mit Einem Schlage den letzten vorschiebbaren Vorwand zu Jntriguen zu nehmen und zu zeigen, daß HerodeS gegen Niemanden Schonung üben,-.daß er so lange da- Rächerschwert nicht niederlegen werde, als Einer noch aus dem Volke ihm entgegenzutreten wage. HerodeS berief aus seinen Creaturen einen Gerichtshof. Als der Morgen anbrach, traten, diese zusammen. Ihnen, wurden die. aufgefundenen Documente vorgelegt. Der Form wegen ließen, sie den alten Hyrcan vorfordern.. Er erschien, zitternd am ganzen Körper, so daß ihn Dienerunter.jedem Arme stützen mußten. Man trug ihm vor, wessen ihn die. Pergamene beschuldigten; er verstand - es kaumnur mit -vieler- Mühe machte man es ihm klar.. Da erhob er sich mit allem Feuer, sein Leben zu retten- und schwor bei allem Heiligsten, daß dies ein angezeitelteS Werk von Verräthern fei, daß er nicht allein keinen Antheil daran habe, sondern auch kein Sterbenswörtchen darum wisse.... Thörichtex Greis! warum wiefest Du auf Deine zitternden Glieder, auf Dein ergrautes Haar, auf Deine halb erloschenen Augen . ... Du warst verurtheilt, ehe diese Richter ihre verbrecherischen Stühle einnahmen, demüthige Dich nicht.... aber der letzte Hasmonäer demüthigte sich - bis in den Staub vor seinen Schergen, um die Paar Tage zu retten, die er noch zu leben ... . . und doch lautete der Urtheilsspruch auf —^ Tod, bevor die Sonne unterginge! - (Fortsetzung folgt.) Anzeige«. Bei der. in Bro.d y mit dem Anfänge deS Schuljahres 1854/ss zu eröffnenden deutsche-israelitischen Haupt-, und Mädchenschule, sind folgende Lehrstellen zu besetzen. A. Die Stelle eiries Religionslehrers, der zugleich Direktor ist, mit jährlichen . . fl.50v. und' freier Wohnung im Schülhause. . Außerdem beziehet derselbenoch als jüdi- ' " . . scher Religionslehrer, an her hiesigen k. L>; . . Unterrealschule eine Remuneration. von,. . 200. ll. 2 Lehrstellen mit zu . '. . .' . '. . - 400. C. 5 do. '■*' K; . . - 300. D. 2 do. - - '•»> « :: ♦ ■ '. - 250/ L. 5 Gehülfenstellen/zn . r* .. ... v .; 150/.