Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1854)
- Date
- 1854-03-06
- Page
- Seite 121 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ihäe 1803. h pag/47 et seq.) ebkli so gknau nach seinem ganzen Inhalte beschrieben, wie ich es fünfzig Jahre später dem Drucke übergab. Daß eS wirklich ein Autograph fei, hat dort'De Röffi durch Vergleichung desselben mit mehreren handschriftlichen Noten zum Werke Meot Enaim, die Leo da Modena mit eigener Hand darin ausgezeichnet, zur Genüge bewiesen. Und dieses Werk, sammt allen dort angeführten Merkmalen, Einzelheiten und Stellen, sollte ich in Görz fünfzig Jahre später fingirt, also rein erfunden haben!! Credat Judaeus Apella. Züv glücklichen Ausführung eines solchen Betrugs — wenigstens dies hätte man einräumen sollen — wurde sicherlich ein strenges Geheimhalten des Vorhabens erfordert; aber nein! nicht einmal dies konnte dem ungeschickten Namenfälscher in den Sinn kommen. Ich war dreist genüg- -einen Mitschuldigen herbeizulocken, beging aber doch die unverzeihliche Dummheit, diesen Mitschuldigen selbst in der Vorrede zu meinem Machwerke namhaft zü machen. Der Noch lebende Herr Salomon Gottlieb Stern aütz Ungarn, der Herausgeber des Parchvn'schen Lexiei, wird wohl sicherlich der Wahrheit keinen Abbruch thun, wenn er öffentlich betheuert — und dazu fordere ich ihn, ob mir gleich sein jetziger Aufenthaltsort unbekannt ist, förmlich auf —, daß er mir einst eine nach dem Parmenfifchen Manuskript von ihm selbst angefertigte Copie des Kol Sahal auf kurze Zeit gutigst übergeben, die ich ihm auch nach Benutzung zurück erstattete. Da nun; alle diese Umstände in der Vorrede zur Behinat Akabala ausführlich erwähnt, und dem Thatbestattde gemäß erörtert und documentirt wurden; da ferner die eigenen zum Kol Sahal Bezug habenden Worte deS Leo da Modena, welche sich in seinen übrigen Werken befinden, in jener Vorrede sorgfältig geprüft und gegen einander gehalten wurden, um daraus neue Beweise für die Aechthtit des Kol Sahal zu eruiren; so wäre es erst erforderlich, dem gesunden Menschenverstände völlig zu entsagen, bevor die Absurdität eines neu erdichteten Kol Sähäl allgemeine Annahme finden könnte. Auf welchem Grunde übrigens eine fv' ungereimte Beschuldigung fußen konntewas in aller Welt dazu Anlaß zu geben vermochte, ist fteilich nicht leicht eittzusehen. Vermuthlich rührt die sonderbare Anklage von der neuen Richtung her/ die in unseren Studien seit den letzten Decennien zut Geltung gekommen Manpflegt nämlich auf die äußeren Umständedie einen Gegenstand begleiten und rings utnher begrenzen, weit mehr Gewicht zu legen, als Äuf das JNNerej welches sein Wesen ausmacht. Der kritischen Bearbeitung des Formellen in der jüdischen Wissenschaft wenden sich mehr Kräfte zu, als der gründlichen Forschung über das Materielle derselben. Nümen, chronologische Bestimmungen, Lebensbeschreibungen, Dichtungsarten, Emendationen corrumpirter Stellen, auch unbedeutender, wenn nur alter Schriften, geringfügige Notizen über manches Einzelne des Alterthtims, und ähnliche mehr subjektive als objektive Erörterungen bilden heutzutage die Lieblingsbeschäftigung der Gelehrten; dem reellen Werth aber der in einem Buche entwickelten Gedanken und Meinungen, ihrer Haltbarkeit oder Bodenlofigkeit widmet man .selten eine gewissenhafte und ausdauernde Anstrengung *). Daher mag es gekommen sein, daß die im Behinat Akabala vorgebrachten Einwendungen gegen die im bloßen Herkommen gegründete Verehrung des traditionellen Stoffes , sammt allen daraus fließenden Untersuchungen über unsere Gebote Und Gebräuche einer uur geringen Theilnähme sich zu erfreuen hatten, während man dagegen sich damit abgiebt, gegen die Aechtheit des Kol Sahal nichtige Zweifel zu erheben, um dadurch wenigstens den Literaturfreunden eine Belustigung zu verschaffen. - I. Reggio. Correspondenzen. Kräkaü, den '3. Februar. Ueber Religionsunterricht an höheren Schule». Es ist ein besonderer Vorzug Ihrer allgemein verbreiteten. und geschätzten Zeitschrift, daß sie sich hauptsächlich dem Praktischen zuwendet, immer die erste ist, welche in diesem Gebiete Diskussionen und Vorschläge änregt, weshalb auch fast alle Bewegungen, 'dir in 'beri letzten Decennien imJudenthume stattfanden, ihren ersten Anstoß durch dieselbe empfangen haben. Bon ebtn nicht geringer Bedeutung ist die in Nr. 2 1. I. aufgeworfen^ Frage in Betreff des Religionsunterrichts für Schüler höherer wissenschaftlicher Anstalten. - Schreiber dieses erlaubt stch hier, als geringen Beitrag, in gedrängten Umriffen Form und Inhalt seines Religionsunterrichts in dem hiesigen k. k. .,, *) SM wahre und treffliche Worte-,denen wixwnsre ganze Z.ustiwMung gehen. Pie .jühjschep Mehryy h-ben dies übrigens den ihristlMnHihel^istjeM'ghgAMj,' und hätten v)ir diese Beobachtung auf jedem 'Matte unsres Bi-elwerkzumachen. " Rtdätt. 10*