Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1854)
- Date
- 1854-02-20
- Page
- Seite 98 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Lehranstalt auszusprechen geruhte. — Während deS diesjährigen Abganges der Zöglinge des Mitau'schen Gymnasiums zur Universität wurde für eine lateinische- Arbeit, die Hierselbst bestehende goldne Preis- Medaille, dem Gymnasiasten Bernhard Jsacksohn (jüdischer: Confession) zuerkannt. — Zu Sewastopol im südlichen Rußland verstarb kürzlich der GeneralstabS- Doctor v. Mühlhausen, ein in jeder Beziehung allgemein anerkannter Biedermann und Menschenfreund, der von der dortigen Bevölkerung allgemein geliebt und hochgeachtet wurde. An seinem Grabe hielten Trauerreden der Medicinal-Inspektor, der Lutherische Prediger und der Rabbiner der dortigen Ebräergemeinde. Schweden und Norwegen. Christiania, 3. Februar. Das vierzehnte ordentliche Storthing von Norwegen ist vorgestern eröffnet worden. Als Haupt - Gegenstände der Verhandlungen werden der Zutritt der Staatsräthe zu den Versammlungen des StorthingS, so wie die Emancipation der Juden bezeichnet*). Nordamerika. Boston, im Januar. (Privatmitth.) Das d eu t schjüdische Element wird in Nordamerika so stark, daß es sich nicht blos überall zu eigenen Gemeinden und Synagogen zusammenthut, sondern in diesen deutsch predigen läßt und Schulen errichtet,, in welchen deutsch such - und fachgemäß unterrichtet wird, die englische Sprache natürlich ein bedeutender Unterrichtszweig ist. So ist auch hier durch Herrn Joseph Sachs, der früher in Baltimore war, ftit October 1852 eine vortreffliche deutsche Schule gegründet worden, welche durch das unermüdliche Streben des Genannten die besten Erfolge erzielt. Nachdem jetzt die zweite öffentliche Prüfung stattgefunden, hat die Gemeinde ihrem verdienten Lehrer einen Dank votirt, dem sie in den Zeitungen auch den nöthigen Ausdruck verlieh. New - Orleans, im Januar. Hier ist ein gewisser Judah Touro gestorben, welcher in seinem *) Die Zulassung der Juden in Norwegen ist zwar von einem frühern Storthing beschlossen, die Provinzialgesetze find aber damit nicht aufgehoben, so daß bis jetzt: factisch nichts erreicht war. Redact. Testamente 450,000 Dollars an wohlthätige Stiftungen verlassen hat, nämlich: 80,000 D. zuri .Etablirung eines Armenhauses in New-Orleans,! 5600 D! an die jüdische Gemeinde in Boston, eben so viel an jede jüdische Gemeinde in Hartford-New Häven, New - Port, Charleston und Savannah; 5000 D. an daS Waisenhaus in Boston, 5000 D. an das FraUenhaus in Boston; 10,000 D. an daS Frauenhaus von Maffachuset in Boston; 10,000 D. an das FrauenhoSpital von Maffachuset; 26,000 D. an den jüdischen Hospitalverein in New-Aork; 10,000 D. an den New-AorkerHülfsverein für arme Juden in Palästina; 50,000 D. für den Agenten dieser Gesellschaft zur Verbesserung der Lage der Juden im heiligen Lande und die Sicherung ihrer Religion; außerdem beträchtliche Gaben an andere jüdische Gemeinden in den Vereinigten Staaten. (Amerik. Zeit.) Literarische Itachrichten. Leipzig, im Februar. In diesen Tagen wird die 30ste Lieferung deS Bandes III des Philipp so n'scheu Bibelwerkes fertig. Sie enthält die letzten Capitel von Chronik II, die .(Einleitung zur Chronik, Esra und Nechemjah und die Register zum dritten Bande. Es erscheint nun noch eine Lieferung, welche die allgemeine Einleitung zur heiligen Schrift umfaßt. Magdeburg, im Februar. (Predigten.) Festpredigten, gehalten an den beiden Neujahrstagen und.am .Versöhnungstage 5614 zu Berlin von Dr. Moritz LandSberg. Berlin 1853. Treffliche Predigten,, die.sicher zu wahrhafter Erbauung der Zuhörer gereichten, und nun gedrückt zur Erinnerung an verlebte Weihestunden, dienen. Edle, von jeglichem Schwulste ferne, klare und runde Sprache, tiefe, innerliche. Frömmigkeit, hier und da neue Auffassung, die Form der Predigt einfach gegliedert, die Momente sich eben so oft und sehr an das Herz wie an den Verstand des Zuhörers wendend. Wenn wir dem Verfasser Etwas rächen mögen, so ist es, nicht immer so sehr gewöhnliche, zahllose Male besprochene Terte" zu wählen, weil dies viel von der Spannung und -Befriedigung nimmt. — Drei, Predigten, gehalten an den jüdischen hohen Festtagen 5614 in der Synagoge zu Oldenburgvon B. WechS-