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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-02-20 · Heft 8 (20.2.1854) · p. Seite 99

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 8 (20.2.1854)
Date
1854-02-20
Page
Seite 99 (sequence 11)
Language
German
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99 l er- Landrabbiner. : Oldenburg, .1854;' (Der Ertrag ist dem Neubau^ eines Gottes-' und SchulhaufeS gewidmet.) Eines praktischen Lehrers und Seelsorgers sehr würdige Vorträge; durchaus gemüthlich, aus dem Leben ,gegriffen und mit dem Geiste echter Frömmigkeit überströmt. Der .Kanzelredner soll seine Hörer nicht allein in: eine Sphäre versetzen, die so hoch ist, daß jene ihm zwar dahin folgen, aber: keine Verbindung mit der Wirklichkeit gewahren; ebensowenig wie er bis zu letzterer in ihrer Gewöhnlichkeit herabstnke. Sondern seine Aufgabe ist eS, die Wirklichkeit mit der religiösen Idee zu durchdringen, zu vergeistigen, zu versittlichen, zu vergöttlichen, und so den Hörer immer mit der Frage zu treffen: stehst du in solcher Wirklichkeit? und mit der Mahnung: strebe.nach solcher Wirklichkeit! Dieser Aufgabe genügen die vorliegenden Predigten in schönem Maße! —- Freut Euch mit Erbeben! (Ps. 2, 11.) Gottesdienstlicher Vortrag zur Feier des Krönungsfestes, am S. R. Chod. Elul 5613 gehalten in der großen Synagoge zu Mitau von R. I. Wunderbar, d. Z. stellvertretender Rabbiner. Riga, 1853. .Angehängt ist noch ein Vortrag am Namens- und Geburtstage des Großfürsten und der Großfürstin am 30. August 1853. Die Rede ist interessant, denn die 27jährige Feier deS Krönungsfestes und die Cholera, die Unterthanentreue und die Wohlthätigkeit sind hier in Ein Ganzes gebracht, und dennoch ohne gewaltsam verbunden zu sein, sondern in einem gewiffen Gusse. Ist auch dabei an eine regelmäßige Form nicht zu denken, so entschädigt dafür der Reichthum schöner Schrift- und Talmudstellen, die geistreich verwendet find. — Gottesdienstlicher Vortrag, gehalten am Geburtsfeste S. K. H. Ludwig III. von Hessen rc. am 9. Juni 1852 in der Synagoge zu Worms von Dr. Lewyfohn, ist. Prediger. Eine sehr wackere, sogar auch lesbare Rede, zuerst über Abot 4, 17, wenn sich die Krone der Regierung mit der Krone deS guten Rufes verbindet, alsdann über die Geburtstagfeier des Regenten im Talmud; ohne Uebertreibung von warmer Liebe und Verehrung dictirt und solcher Empfindungen sicherer, geistreicher Ausdruck. — Magdeburg, im Februar. (Erbauungsschriften.) Die Worte des Bundes oder das Buch der Lehren und Pflichten, angereihet an die zehn Vundesworte auf Sinai. Eine Erbauungsschrift für Schule und Haus, von H. I. Schütz, Religionslehrer zu Cleve. Erstes Heft. Cleve. Aus den zehn Geboten die ganze religiöse Pflichtenlehre, möglich,st alle afnn Mizwoth zu. ziehen, und unter den von jenen gegebenen. Rubriken zu entwickeln, ist die — nicht neue -r- Aufgabe dieses Werkes. ES darf hier natürlich -an keine logische Folgerung, an keine systematische Gliederung gedacht werden; aber eine rechte Fülle jüdisch-religiösen Wissens überschaulich an einander gereiht, durch .lebendige Umschreibung eindringlich gemacht, durch raschen Wechsel vor Eintönigkeit geschützt, bildet, den Werth der vorliegenden Schrift, welche auf 66 Seiten die ersten drei Gebote befaßt. Dieselbe ist so befähigt, dem Leser, der jüdischem Wissen nicht abgestorben ist, recht erbauliche Stunden, dann aber auch dem Religionslehrer einen reichlichen Lehrstoff in die Hände zu schaffen. — Festgeschenk. Eine belehrende und erbauende Unterhaltung für Herz, Geist und Gemüth. Dem gebildeten Publikum in Israel gewidmet von A. L. Mayer. Darmstadt, 1853. (44 S.) Warum „Festgeschenk?" Eine Reibe erbaulicher Betrachtungen, zum Theil als Parabeln über: „Religion," „Gottes Regierung und Erhaltung der Welt," „die Schöpfung der Raupe," „die ungleiche AuStheilung der Schickiale unter den Menschen" re. rc. Eine, reine OotteSlehre, aber zu allgemein, dem Leben zu sehr entrückt, und auf so hohem Standpunkte, daß sich nur der Genius daselbst zu halten vermöchte. Der Verfasser wird daher sicher in einzelnen Augenblicken Erbauung schaffen, aber zu einer länger« Lectüre ist seine Arbeit nicht geeignet. Die Worte sind zu oft Phrase, und noch dazu incorrect; z. B. gleich die ersten Worte deS BucheS: „Religion! folge ich diesem hohen Gedanken, so gelange ich zu keinem (!) Begriff, der mich zu einer weit erhabener« Bewunderung hinrei? ßen kann." S. 5: ,^so bin ich stets in der Gesellschaft einer Menge lebendiger Wesen, die eben das nämliche Meer der Wollust tränkt" (!!!). S. 6 : „meine Seele ist entzückt in der Anbetung der obersten allgemeinen Vollkommenheit" (!). — SÖlagfeeButtJ, im Februar. (Schulbücher.) Deutsches Elementar-Lesebuch für die israelitische Jugend. Zunächst für die hebräischen KronS- und Privatschulen deS Dorpat'schen LehrbezirkS, bearbeitet von R. I. Wunderbar. Mit Approbation des Ministeriums der Volksaufklärung. Mitau, 1853. DaS Buch als erstes Lesebuch ist ganz zweckmäßig eingerichtet. Zuerst Fibel, dann kleine Lesestücke zur Uebung, (wo die sogen. „Begriffserklärungen" weggklaffen werden sollten, da sie viel zu schwer und zu langweilig für lesenlernende Kinder sind,) dann größere Lesestücke in sehr guter Auswahl:

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