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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-02-20 · Heft 8 (20.2.1854) · p. Seite 93

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 8 (20.2.1854)
Date
1854-02-20
Page
Seite 93 (sequence 5)
Language
German
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93 die Öffentlichen Memter unter' 'Einhaltung der nach den Gesetzenssestgeftellten Bedingungen für alle dazu Befähigte gleich zugänglich fein 'sollen, daher durch dW Gesetz diejenigen BedingüNgen festgestellt 'werden könnten,' unter denen die dazu Befähigten zu einem Amte ' gelangen^ können/-WenN es auch selten oder gav^mchk Vorkommen solltedaß' ein Jude gewählt ivürde, so sei es doch vor allen Dingen wichtig, das Priucip aufrecht zuerhalten, lind' im Gesetz auszuspr'echendaß;; irr eineck christlichen Staate obrigkeitliche Aeniter auch nur von Solchen verwaltet werden konnten,' die -sich zur christlichen'Religion' bekennten; auch' feien die Juden durch' ihre Religion verhindert, citri SönnWend die Geschäfte des Gemeinde - Vorstehers zu versehen; derselbe -sei ciuchzugleichwenn er auch nW ' bäS-Amtweä Schul-wder'Kirchen - Vorstehers beneidensollte , gehalten, für/ Aüfrechterhaltung der Bestimmungen wegen HeilighaltuNg der Sonn- und Feiertage, 'des 'regelmäßigen Schulbesuchs der Kinder ^u. wachen,/überhaupt auf Beförderung des kirchlichen Lebens iss her Gemeinde) hinzüw'irken, was für einen Juden' unmöglich sei y und es spreche -daher der Art. 14/ bessVerfäsiung mehr für als ffegen denängeföchtenen Satz/ 'jf ' Nur; vier Stimmen waren in der Commission für Zulassung der Juden zum -'westfälischen Schulzcnamt.- Mm^'kräftigsten sprach hierfür Reichensperger (Katholik). Er sagte ungefähr: Ich bin für das Recht der Juden, ebenfalls solche Aemter zu bekleideriHüchts äüssShmpathlel für dieselbensondern um der VerfassungSurkunde willen, welche.die. Beschränküngen äü# Relrgiönsrückstcht verbiete: ' Ein gewisses ReligionsbekenntNiß als Einhalten von ^Bedüsungen"/zu 'bezeichnen, ist schon sprachwidrig und verspricht-'jedenfalls1 ,,dÜß der bürgerlichessund staatsbürgerlichen Rechte Genuß unabhängig' sei 'vvm BekenntNiß.) Dieser Satz' gehört nicht ünter die vagen - Verheißungen,' welche man : „nach altern preußischem Rechte unerfüllt lassen solle." Das Mrssibunal hat m einem neuesten Erkenntniß, 'betreffend -die'Mk'te Wer difsidentischen Geistlichen, ausdrücklich' 'anerkannt’ daß Art/ 12; der Verfassungs- Urkunde' eine' Gesetzes - Bestimmung Enthalte, - die^ sogleich in Ausführung zu bringen sei. — WM man auch wnerkennk/ woiß - die Juden in politischen, literan^chttr' und/socisslen Beziehungen'/nicht den gerechten ÄnfordÄüngessNr''christlichen^ Mitbürger' enGriW', so ist doch zu hoffen, daß bei einer Gleichstellung ihres politischen Rechtes sie dem billigen Verlangen Nachkommen werden. Man spricht von einem christlichen Staate, aber von der Seite, die davon spricht, will man Nur einen protestantischen Staat. Sollen auch wir (die Katholiken) in dieseiss Staat aufgehen? Sollen wir mit Ihnen Consequenzen ziehen auS diesem'protestantischen Staate, der jetzt der usurpirende mächtigste ist?. In dem Falle müssen, nach Friedrichs II. Wort, alle Minoritäten fest Zusammenhaltendenn auch die stärkste Minorität hat nur die Aussicht des Ulysses in der Höhle des Cyclopen, die nämlich, zuletzt gespeist zu werden. Und das wollen wir nicht, meine Herren! (Gelächter.) — Praktisch steht die Sache aber so: Wird irgend ein Jude gewählt) so ist er wahrscheinlich- 'ein besonders tüchtiger Mann, ist ers nicht, nunso hat der Landrath ja das Recht der Nichtbestätigüng. —• Aber die ganze Bestimmung liegt überhaupt -außer der Competenz der Kammern, denn-sie streitet gegen die Bundesgesetzgebung. Art. 16; der BundeSakte gewährleistet den -Juden die früher innegehabten Rechte und das preußische Judenedict von 1812, also daS zur Zeit der BundeSakte gültige Recht, erkennt den Juden gleiche bürgerliche Rechte mit den Christen zu, mit Ausnahme ganz bestimmter Verhältnisse. Ja, §. 8. jenes Gesetzes erkennt ihnen ausdrücklich daS Recht zu, akademische Lehr-, Schul- und die Gemeindeämter, zu denen sie sich eignen, zu bekleiden. — Die Juden haben in den Reihen des preußischen Heeres für daS Vaterland gekämpft, sie werden es auch ferner thun. - - :T ' Hierauf schwäbelte Herr v. Gerlach gegen die Zulassung, und betheuerte seine Liebe zu den Juden; der Minister deS Innern brachte fein vielbeliebtes Argument, daß die Verfassung den Juden das Recht zü Aemtern abspreche wieder einmalvor; v/Vincke hob hingegen besonders hervor, daß gerade die Juden Bannerträger deS ConfervatismuS seien, wie d'Jsraeli, Fould, vr. Stahl, der „ja nur ein getaufter Jude sei," k. rc. Bei der Abstimmung erheben sich nur die Minister, die Fraktion Schlieffen und ein Theil der Manteuffel'schen Partei für Beibehaltung der beschränkend en Worte; dagegen die große Majorität der Linken, Polen, Katholiken, der gesummten Parteien Bethmänss und Hohenlohe, endlich ein Theil der Mointeuffel'schen Partei/ Die Zulassung der Juden

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