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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-02-13 · Heft 7 (13.2.1854) · p. Seite 82

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 7 (13.2.1854)
Date
1854-02-13
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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82 Geber gedankt sei! Herr P. versprach, sich bei dem Vorstande der Berliner Gemeinde für uns zu verwenden, möge dieser es beherzigen! Bei dem regelmäßigen Verkehr, der zwischen Triest, Marseille und Jaffe statt findet *), können Geldsendungen direct an die deutsche Gemeinde gesendet werden. — Ich begleitete Herrn P. auch zum Großrabbinen der spanischen Gemeinde, der ihn freundlichft aufnahm, aber allerdings auch über die bedeutenden Bedürfnisse und spärlichen Einkünfte dieser großen Gemeinde klagte. Hernach führte ich ihn nach den fünf Synagogen der spanischen Gemeinde, von denen die größte erst im vorigen Jahre prachtvoll in europäischem Geschmack decorirt worden. Herr P. wollte auch die Karäer besuchen, und wir gingen zu ihrer Wohnung. Sie bewohnen zusammen ein Gebäude, wo sie auch in einer Vertiefung', 8 Ellen breit und lang, ihr Betlocal haben. Sie zeigten uns ein -pr, mit wm, welches ungefähr 700 Jahre alt sei. Sie zählen nur 8 Mitglieder hier, also kein paa, was, wie das Volk sich erzählt, ein von einem großen jüdischen Gelehrten auf sie gelegter Fluch sein soll. (Bedürfen aber die Karäer zum Gebet deS MinjanS? oder fehlt bei ihnen diese Vorschrift?) Ein Mitglied der deutschen Gemeinde, H. Jerusalem, im December. (Privatmitth.) Die hiesigen Verhältnisse sind leider! sehr verworren, und wo ist die schöpferische Hand, die sie in Ordnung bringt**)? Die Gemeinde der rni-isv (Spanjolen), die größte in Jerusalem, hegt die größte Ehrerbietigkeit gegen ihre Gelehrten und Weisen, und den angemessenen Theil der vom Auslande kommenden Spenden verwenden sie für rt-nnrt yds, für ihre maan und wahren D-m*. Nicht so ist eS bei den orraam, d. f. die Einwanderer aus Rußland, Polen u. dgl. Reiche Leute, die von ihren Zinsen leben, Geschäftsleute, welche von ihrem Geschäft leben, Handwerker, welche von ihrer Arbeit leben können, nehmen die *) Die Allg. Zeit, des Jud. erhalten wir jetzt hier regelmäßig, und es ist in der That ein eigenes Gefühl, auf den Trümmern Zions von den Söhnen Zions aus allen Weltgegenden zu lesen. Haben Sie Dank für diese Schöpfung! Corresp. **) Als sie vor einigen Jahren sich darbot — da stießen die Juden in Jerusalem mit dem — vrtn sie zurück! Redaction. Spenden vorweg, und lassen dem verschmachtenden Talmudisten und dem verhungernden Bettler nichts, oder so wenig-übrig, daß er kaum das kümmerliche Dasein fristen kann! — Die Deutschen haben daher, trotz allen Jntriguen, seit 1 '/* Jahren eine Gemeinde für sich gebildet, obschon nur 10 Familien stark. Aber leider! fehlt es ihnen in Deutschland an einem Comitö, das allein für sie arbeite, wie die anderen Gemeinden besondere Comite's haben. Während das Amsterdamer Comitö unablässig strebt, seine Spenden aber mit geringer Ausnahme in Hände gerathen, die ihrer nicht bedürften — stehen wir Deutsche ganz verlassen da. Denn das Amsterdamer Comitö giebt den hiesigen Deutschen von den aus Deutschland kommenden Spenden nur 20 °/o, während 80 o/o nach allen Städten Palästina's zwecklos vertheilt werden. Diese 20 o/o, so gering auch der Ausfall ist, müssen sie unter sich vertheilen per Kopf, kommen daher noch Mehrere hinzu, dann sei uns der Herr gnädig! Möge der m.bui der deutschen Gemeinde, dev jetzt in Amsterdam ist, glücklichen Erfolg haben! Isaak Cordova. Korrespondenz. Wien, im Februar. Der Religionsunterricht au höheren Schulen. In Ihrem geschätzten Blatte, Nr. 2, findet sich eine Aufforderung an die Religionslehrer, „ihre Ansichten, Methode und Erfahrungen bezüglich auf den Religionsunterricht in den höheren Gymnasial-Classen öffentlich darzulegen, um der Rathlosigkeit abzuhelfen, in der sich der Religionslehrer befindet, bei dem Mangel an vorliegenden verarbeiteten Materialien den Unterricht zweckdienlich durch acht Jahre hindurch zu ertheilen. Es ist dies der erste Nothruf aus der düstern Nacht, die bisher auf diesem Gebiete lag, und, wir bekennen es offen, ertönte uns wie der Hahnenruf, der den kommenden Tag verkündet, wir dankten Gott mit dem Segenfpruche imart rta*’3 *naiab; denn ist nur einmal das Uebel in's Bewußtsein getreten, dann darf man auch an der Heilung' desselben nicht mehr verzweifeln, namentlich, wenn daS Uebel nicht an sich unheilbar ist; die gefährlichsten Kranken find stets die, die keine Ahnung von ihrem Uebel

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