Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1854)
- Date
- 1854-02-13
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
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81 solo, sind gedruckt erschienen, und eine Reihe statistischer Notizen über das gedachte Institut hinzugefügt worden, aus welchen wir Folgendes hervorheben. Nach längeren Präliminarien wurde das Nabbinerinstitut zu Padua den 10. November 1829 feierlichst eröffnet. Der zuerst auf 2 Jahre bestimmte LehrcursuS wurde bald auf drei Jahre ausgedehnt. Das Institut steht unter Oberaufsicht der k. k. Regierung, welche die Directoren wie die Professoren zu bestätigen hat. Die Professoren haben zugleich die Aufsicht über die religiöse und moralische Führung der Studirenden. Es finden halbjährige Prüfungen vor den Directoren, Professoren und dem Großrabbinen von Padua statt. DerCandidat hat nach Zjährigem CursuS ein Rigorosum zu bestehen, nach welchem er zum Rabbinat befähigt erklärt wird. Hiernach hat der Candidat ein Jahr bei einem Großrabbiner praktisch sich zu üben, worauf er ein abermaliges Eramen vor dem Großrabbiner von Padua und zweien anderen Großrabbinen abzulegen'hat, um im Tempel zu Padua feierlich geweiht zu werden und das Diplom als Doctor der israelitischen Theologie zu erhalten. Die Kosten deS Instituts werden von den Lombardisch- Venetianischen Gemeinden getragen. Die Lehrgegenstände sind: die talmudische Wissenschaft, die Ritual- und Pastoral-Theologie, Kanzelberedtsamkeit, Eregese, hebräische und chaldäische Sprache, israelitische Geschichte, dogmatische und Moral-Theologie. Die ersten vier werden vom Rabbiner Professor Lelio della T orr e, der seit dem 4. April 1829 sungirt, die übrigen vom Professor S. D. Luzzatto, der seit dem 7. Juni 1828 amtirt, gelehrt. Die Broschüre theilt bio- und bibliographische Artikel über die beiden Herren mir. Della Torre ist 1805 in Cunno in Piemont geboren, sein Vater war daselbst Großrabbiner. 1821 ward er erster Lehrer am neuen Collegio israel. Colanna e Rinri in Turin, 1827 zugleich Vice-Rabbiner von Turin. Seine Schriften sind in d. Bl. No. 4. S. 48 besprochen worden. — S. D. Luzzatto ist 1800 in Triest geboren. Er hat veröffentlicht: eine italienische Uebersetzung der israelitischen Gebete vom deutschen RituS (1821, Wien); viele Poesien und philologische Abhandlungen in ■**'1123 (1825—28); eine italienische Uebersetzung der israelitischen Gebete vom italienischen RituS (1829); vni« oder Philorenus (1830) fdavon der Name seines verstorbenen SvhnoSj; Pralegomena zur rationellen hebrmfcheu Grammatik (Padua 1836, italienisch); Aufsätze im (Frankfurt a. M), v-ip ms-’bin und •»a’na -,n (Amsterdam), pnsf ■od-ö., in der Revist. israel. (Parma), ferner: mirr» ns nVinn (Prag 1840); ynst (das. 1841); bnmaE (Wien 1846); rrn •nisrNii (Lemberg 1847); il Giudaismo illuslrato (Padua 1848. 1852); Gespräche über die Kabbala (in hebräischer Sprache, Görz 1852). — Alsdann läßt sich die Broschüre über die Schüler des Instituts aus; von wirklich Angestellten sind hervorgegangen bis jetzt: der Rabbiner Basevi in Sabbioneta, der Großrabbiner von Piemont Cantoni, der Rabbiner M. Ehrenreich in Modena, der Großrabbiner Gentilli in Görz, der Rabbiner Igel in der Bukkowina, der Großrabbiner Lattes in Venedig, der Großrabbiner M a-i n ste r in Rovigo, der Großrabbiner M o rtara in Mantua, der Vicerabbiner Osimo in Padua, der Vicerabbiner Pardo in Verona, der Rabbiner Sacerdoti in Bozzolo, der Großrabbiner Vit erb i in Padua; außerdem haben sich, schon mehrere Schüler literarisch bekannt gemacht, und viele sind Lehrer hohem Ranges. Palästina. Jerusalem, 25. December 1853. (Privatmitth.) Im vorigen April besuchte Herr Petermann,Professor der orientalischen Sprachen zu Berlin, die heilige Stadt. Als Landsmann hatte ich das Vergnügen, ihn kennen zu lernen, ihm manches Interessante zu zeigen, und ihn zu den Hauptpersonen jüdischer Nation zu führen. Herr P. besuchte das Bethaus der deutschen und holländischen Gemeinde, ynat nvnrr genannt, und freute sich sehr, als er nach der Vorlesung auS der Thorah das übliche für Se. Majestät den König von Preußen vernahm, und so in Mitten Jerusalems ein Gebet von den Lippen der Söhne Israels für den fernen LandeSvater hörte. Sehr wunderte er sich, als er auf die Frage, ob die preußischen Juden diese kleine deutsche Colonie mannhaft unterstützten? hörte, daß gerade in Preußen unsre Glaubensbrüder sich sehr wenig für uns interesstrten, so wie daß unser Lokal nur ein gemietheteS sei, wozu Baron Gustav Rothschild auf vier Jahre die Miethe erlegt hat, für welche, so wie für die kürzlich bewilligte jährliche Unterstützung zur Unterhaltung .der Synagoge hiermit dem großmüthigen