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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-01-23 · Heft 4 (23.1.1854) · p. Seite 47

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 4 (23.1.1854)
Date
1854-01-23
Page
Seite 47 (sequence 9)
Language
German
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47 ifl ’bet Gedanke: wertst dieses einmal aufhörte, wenn die Spönden eines TageS auSblieben?... Wie Dem nun abzuhelfen? Wenn wir die Mittel hätten, Grundstücke und Aecker zu erwerben, um Ackerbau zu treiben! Schon vor 15 Jahren, als ich Deutschland besuchte, legte ich diesen Plan dem Herrn Bärön Salomön von Rothschild Ln Wien vor, und dieser, so wie andere wohlthätlge Männer zeichneten recht hübsche Beiträge auf mehrere Jahre zu diesem Zwecke. Aber damals stand Syrien unter der H errsch äst Ibrahim Pasch a'S, und eS war Sich erheit im Lande. Jetzt sind aber Dieberei, Raub, selbst Mord so zu Hause in Palästina, daß die Sache sehr unsicher ist. Nur in der Gegend von Söffe herrscht Sicherheit und Bequemlichkeit für den Landbäü. Bereits seit mehreren Jahren haben einige Preußen in Jaffe cultivirte Gärten gekauft, und ziehest ihre Nahrung daraus. Auch eine Familie aus Philadelphia hat in diesem Jahre daselbst so begonnen. — Ein Garten mit mehr als 1000 Fruchtbaumen, worin man auch Getreide und Gemüse gewinnt, eine ungeheuer größe Strecke kostet 3 bis 4000 Florin (Gulden). Freilich, uni hunderte von Familien zu ernähren, ist viel Land erforderlich, also auch viel Geld — doch welch unerstteßlicher Gewinn, wenn damit nur der Änfäng gemacht würde! Ackerbau ist bas einzige Mittel, um von unten herauf eine Besserung zu bewirken. Fabrik oder gar wissenschaftliche Bildung Wären hier: gar nicht am Platze. Freilich gehörten dazu bedeutende Spenden. Aber durch den Zusammentritt mehrerer religiös gesinnter Männer, die dazu eini'gp Tausend Thaler verwenden könnten, würde rin trefflicher Anfang gemacht. Dann freilich! käme eS auch darauf an, den rechtest Mann zu finden, um als Werkzeug' zu dienen. ES müßte geradezu Jemand' mit eirier kleinen' Besoldung dazu angestellt werdest', denn'ein unbesoldetes'Eomitst pflegt'gewöhnlich'zu willkürlich zu perfahren. Aber jedenfalls liegt hierin alleist die Möglichkeit/ die Zustände der Juden im heiligen Lande zu bessern. MoseS-SächS, Vorsteher der deutsch-israelitischen Gemeinde in Jerusalem. SkaGriHten. Magdeburg, 9. Zanuar. Wie England in der jüdischen Presse durch die beiden Wochenschriften Jewisli Chronicle. und Hebrew Observer, Frankreich durch die beiden Monatsschriften Arcbives israel. de France und Univers israel., Nordamerika durch den Occident uni) Asinorieän, jo ist seit einem Jahre Italien durch die Monatsschrift l’Educatöre israelita, redigirt von Prof. Levi und Pontremoli vertreten/ welche zu Vercelli erscheint. Es liegt uns der erste Jahrgang zu 384 Seiten, gr. 8., vor. Außer den durch alle Hefte laufenden Notizen , deren Quellen, außer den italienischen, die Archiv., Univ. Und Hebr. Observ. sind, auch wenn diese die angeführten Nachrichten aus der „Allg. Zeit. d. Judenth." entnommen haben, eüthält die Monatsschrift Abhandlungen und Mannichfaltiges. Wir heben hervor: über den religiösen Instinkt des Menschen (daß dieser nicht ohne die religiöse Idee epistiren kann); die drei Einheiten von Luzzato (die Einheit Gottes, die Einheit der Welt und die Einheit des Menschengeschlechtes als Verkündigungen des JudenthUms); kurzer Ueberbkick über die mosaischen Gesetze von Luzzäto; Geschichte des zweiten Tempels; katechetischer Unterricht für Knaben (in jedem Heft ein Kapitel mitgetheilt); das Versöhnungsfest, eine Familienscene; die israelitischen Schulen von Angelo Paggi; von demselben über den Elementarunterricht ist der Hebräischen Sprache; über die geschichtliche Möglichkeit von Beziehungen zwischen den griechischen Philosophen und dem Judenthume im Alterthmn, von Benamo.seph; Gedanken über den Dekalog von A. Orefici. Außerdem biographische und ndkrologische Artikel von Verschiedenen. Man sieht hieraus das tüchtige Streben der Herausgeber, die , wenn es ihnen glückt, die italienischen Jüdest zür Theilnahme zu wecken, sich ein großes Verdienst erwerben werden. Bemerkenswerth ist, welch eine geringe Kenntniß der deutschen Literatur der Juden aus allen Arbeiten der Italiener hervorblickt, und wovon der Prof. Lelio della Torre die einzige, rühmliche Ausnahme macht. — Wir fügen hier gleich einen Bericht über ein italienischisraelitisches Jahrbuch hinzu: Anriuario israelitico-italiano con nozioni imporlanti etc. Anno primö 5613. Torino, Giuseppe Valabrega editore. Dasselbe enthält zunächst eine ausführliche, lebhaft und volksthümlich erzählte Geschichte der Juden von der babylonischen Gefangestschast bis zur Zerstörung Jerusalems (169 Seiten). Ueber den jüdischen Kalender, namentlich Alles/ was im Jahre an 4*

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