Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1854)
- Date
- 1854-01-09
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225880--13608-3243057- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
16 selbst der einzige Gegenstand ihres Denkens. Gott ist unsichtbar, unbeweglich, von allem Sinnlichen getrennt, ohne Leidenschaft, Vedürfniß und Veränderung l6). Hiernach ist Gott nichts als der Urheber der Bewegung (worunter nicht bloß die örtliche Bewegung zu verstehen), er hat diese Bewegung zuerst, im Himmel hervorgebracht, und dieser in allen sublunarischen Wesen, die sich bald bewegen, bald ruhen. Ob er nur den ersten Anstoß gegeben, oder ob die ewige Bewegung eine fortgesetzte Thatigkeit der Gottheit ist, darüber spricht sich Aristoteles nicht aus. Dabei läßt er Gott in dem letzten Kreise, dem Himmel, sich befinden, so daß Sertus Empirikus den Aristoteles sagen läßt: Gort sei die Grenze des Himmels n). Und mit Recht. Denn da Aristoteles um den sich ewig bewegenden Himmel noch etwas Aeußerstes, Unbewegliches als Grenze des Himmels annimmt ^), so. kann dies Letztere nur Gott sein, der also dem Aristoteles als unkörperlicher, raumloser Raum des Universums, darin das Universum ist, erscheint. Dies ist der Gott des Aristoteles, ein Product der nüchternsten Spekulation, ein aushelfender Begriff, wo die anderweitigen Begriffe nicht ausrcichen wollen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Worms, Ende December. (Eingesandt.) ES ging an Beiträgen zur Renovirung der hiesigen jüdischen Denkmäler ferner ein: von Bordeaux 50 Frcs.; Oettingen 8 Fl.; Landsberg a. d. W. 0 Thlr.; Tarnowitz 6 Thlr.; Brüssel 410 FrcS.; Burgsteinfurt 2Thlr.; Belgard 3 Thlr. 22Sgr. 6 Pf.; Regensburg 27 Fl.; WaraSdin 13 Fl. C.-M.; Schwerin a. d. W. 10 Thlr.; erster Beitrag aus dem Elsaß 21 Fl.; an Zinsen von der sofort zu 4°/o angelegten 500 Fl. erhalten 4 Fl. 12 Kr.; hierzu laut Nr. 53 d. Bl. 753 Fl. 42 Kr. Summa: ") Ebendas. Kap. 7. on fiiv ovv laxlv ovaia rtg atd'iog, xal ay.tvrjTog, xal xexwgiG(A.iyij icoy ala&Tjrwy, (pavtgov. — äXlä firjy xal ozt dna&ig xal dvaX- XoiüiTOV. **) Sext. Empir. Hypotyp. III. §. 218. l^giazoriXi^g äawfiaxoy iintv zbv d'tov ilvai xal nigdg zov ovgavov. 18) Arisl. Phys. ausc. IV, 5, §. 3. tazi di o zdnog ovy'b ovgavog, aXXd rov ovgavov n zo zoyaxov, xal dnx6f.uvov rov xtvrjrov outfiazog nigag ^gEfxovv. 460 Frcs.; 30 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf.; 13 Fl. C.-M. und 813 Fl. 54 Kr. zusammen: 1197 Fl. 59 Kr. DaS Comitö zur Renov. der Denkmäler. Vom RHeine, Ende December. (Privatmitth.) Einige'Notizen, die Ihr Correspondent auf seinem jüngsten Auösiuge zu machen Gelegenheit hatte, mögen der Erwähnung nicht unwerth sein. Der Bischof v. Kettler in Mainz predigte vor Kurzem im dortigen Dome und wies bei Gelegenheit des badischen Confiicts Mf das jüdische Volk hin, daS bei jeder Cälamität bei und für einander hält, und seine Religionsinteressen mit größerer Wärme als die katholische Bevölkerung vertheidigt. ES giebt also denn doch etwas, was zum Frommen der Kirche vom Judenthum gelernt werden kann. — Res. besuchte die Synagoge der Orthodoxen in Frankfurt a. M., es war Sonntag bei dem erstmaligen Anzünden der Chanukalichter, und es that seinem Herzen wohl, die überaus zahlreiche Versammlung der Betenden zu sehen; unwillkührlich dachte er an daS Prophetenwort i'>nbdr?o i?obs< ab -b; mag aber auch bald voller, inniger Friede in diese Gemeinde einkehren, so daß auch die zu erbauende Synagoge der andern' Partei mNsnbi rtfi tn^pb dienen möge! — In Bockenheim bei Frankfurt wurden 4 Wahlen zu Stadträthen vom Ministerium Haffenpflug anullirt, weil sie 2 Beamten und 2.... Israeliten getroffen hatten. Auch diese Gemeinde gedenkt zum Neubau einer Synagoge zu schreiten. Jüngst besuchte und prüfte Herr Dr. Adler aus Kassel die Schule in Bockenheim und nahm die Verehrung und Hochachtung Aller mit sich. Preußen. Groß Strehlitz (Schlesien), 23. December. (Privatmitth.) Als Gegensatz zu der allgemein angestrebten Absonderung der Confesflonen erlaube ich mir unser Städtchen , das meines Wissens in diesen Blättern noch keine Erwähnung gefunden, anzuführen. Schon seit jeher herrscht hier eine gemüthliche Verträglichkeit zwischen Christen und Juden, welche letztere im Verhältnisse zu jenen keine unbedeutende Anzahl bilden, und die so weit verbreitete RischuS- Krankheit hat in unsrer Gegend nur sehr Wenige, an sich schon GeisteSsieche, angesteckt. Fanatische