Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 50 (6.12.1852)
- Date
- 1852-12-06
- Page
- Seite 603 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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603 Farbe. Die orientalischen Jüdinnen sind wie die dortigen Christinnen gekleidet, nur die Kopfbedeckung weicht, ab , welche Chalebi heißt. Diese besteht in einem Wulste, welcher über die Stirn zu liegen komntt, und dann rückwärts, um den Kopf gebunden wird. Unter dem Chalebi tragen die Jüdinnen einen rothen Turbufch, und zwischen diesem und jenem ein blaues, etwa 1" breites, bald rotheS, bald blaues, bald schwarzes, bald weißes Band, das am Hinterhaupte befestigt wird, und über dem Chalebi ein Tuch (Schleier) von verschiedener Farbe, daS, auf die Mitte des Scheitels gelegt, unter dem Kinn umgeschlagen, dann oben - an den. Schläfen untergeschoben und geheftet wird. ES heißt Nokül. Das Chalebi wird erst von der Verlobung an getragen. Das Geschmeide ist verschiedenartig: a) Jirdan oder ein goldenes Halsband.' b) Hiläl (der zunehmende Mond in Diamanten) oder eine goldene Kette 'mit einem Ohrlöffel, der aus einer Seite eine Nadelspitze vorftellt. .So wird die Kette mit spitzen Haken auf der rechten Seite des Chalebi und mit der Löffelnabel vorn auf daffelbe geheftet, c) Kuschak oder ein Gürtel (Bauchband) mit zweigroßen Schklden von Silber oder Gold, welche Haken zum Jneinandergreifen haben, ä) Katron oder eine goldne Kette, welche über die Brust bis zum Gürtel reicht. 6) Fingerringe, l) Ohrringe. 8) EbtbseS, eines auf jeder Seite des Chalebi, eine Kette mit zwei Haken zum Anheften, wovon den vordem ein großes Schild, oft mit Edelsteinen, schmückt. Die Orientalen entkleiden sich, wenn sie zu Bette gehen, nicht so nahe bis auf die Haut wie die Abendländer, Beinkleider werden nie abgelegt, und, so viel ich weiß, tragen die Jüdinnen immer ihr Chalebi. Manche Juden tragen sich ganz fränkisch. Ein Theil Juden hält viel darauf, an den Schläfen das Haar üppig herabfallen zu lassen, was widrige Wirkung thut. - Unter den Nahrungsmitteln zeichnet sich das schöne weiße Brod aus, welches die Juden backen. Man ist ln;; Jerusalem; auf Leckerbissen sehr erpicht Bei festlichen Anlässen gehört Naschen zum gewöhnlichen Zeitvertreibe. Die Juden versüßen ihr Purimfeft mit eigenthümlichem Konfekt, worauf hebräische-Schrift erhaben ausgedruckt ist. Wein wird von den Juden nicht selten getrunkenz man kauft Trauben und bereitet den Wein in der Stadt. Die Juden betreiben sehr viele Handwerke, wie schon im Jahre 1438 bemerkt worden. Wir stellen zusammen, was vr. T. einzeln notirt Hai. Im Jahre 1334 pries man in Jerusalem ausgezeichnete Mische Kalligraphen, deren Arbeiten von den Fremden gesucht waren, um. dieselben in die Heimath mitzunehmen. Ein guter jüdischer. Petschaftstecher hat (1846) eine Bude an der Höret en-Nassara. Die Juden besitzen in ihrem Quartiere eine Buchdruckerei, wozu hauptsächlich MoseS Montefiore verhalf, und in welcher 7 Setzer beschäftigt waren. Es wird fast nur Hebräisches gesetzt und gedruckt. Doch giebt es auch deutsche Lettern. UebrigenS geräth (1846) die Druckerei aus Mangel an. Geld, an Druckpapier hin und wieder in's Stocken. ES langte auch ein jüdischer Schriftgießer an , der aber keine Arbeit fand. Verschiedene hebräische Druckschriften, darunter ältere, werden in einem Laden am Nebensuk des Suk Höret e.l-Jehud, nahe der Synagoge der S.ephardim, verkauft. — Es giebt viele-jüdische Schuhmacher,, sie, wie die Moslim, gebrauchen bloßen Draht ohne Borste. Unter ihnen sind jedoch die meisten fränkische Schuster. Ueberdies bringen die jüdischen Einwanderer fränkische Kleider zum Verkauf. Schon in den Jahren 1334 und 1438 gab eS hier viele jüdische Schuster. — Früher betrieben die Juden die Seidenfabrikation, die aber jetzt in gänzlichen Verfall.gekommen. — Stricken ist ein gewöhnliches Geschäft der Jüdinnen, und es geschieht mit Fleiße, so daß die Arbeit an manchen Strümpfen allen Beifall erntet. Am Judenviertel, nahe der Moschee el-Omari, wohnen 6 jüdische Gold- und Silberarbeiter. Die meisten Flaschner sind Juden, die eine ziemlich guleArheit liefern.. Auch unter den Kupferschmieden' giebt es einen Au^ den, .der am Suk Höret el-Jehud arbeitet. Ein Jude, der unweit vom Georgskloster im armenischen Viertel wohnt (1846). meines ErinneryS, Morchgi, verfertigt verschiedene Kunstsachen ppp mehr oder minder Werth aus Dhon, er sagt Aber, aus-einem Meine, von Lista, wie das Grah.Msgl-Ms, Djntengesäße. Auch unter denPfeisenkopsvers'ertigeM gjebt es. Inden. 7- Auch die. MoSle.mim offen nur von dem, Mch einen jüdischen;• Schlächter geschlachtetjen Kep Geldwechsel, wird , von Juden und Griechen Getrieben. Hebräisch wird in Jerusalem viel getrichen, aber selten gesprochen, nur -in Tiberias ist es die Umgangssprache. Unter den fränkischen. Sprachen überwiegt, wenigstens bet dm SephMimdie spani sch e Sprache,