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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-12-06 · Heft 50 (6.12.1852) · p. Seite 600

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 50 (6.12.1852)
Date
1852-12-06
Page
Seite 600 (sequence 8)
Language
German
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in die Schranken zu. treten , damit; in der That die s. g. Reformgemeinde (in Deutschland sind fast in Me Dorfgemeinde bereits solche Reformen eingeführt) von den UnterstützungSgeldern des Staats für Schul- Wecke ausgeschlossen bleibe. Dies verweigerten aber sämmtliche Literaten, mid Ausnahmeeines Herrn Jakob A. Franklin, der in einem, mindestens unbedeutenden Pamphlet die Ansichtendes- Sir Moses durch Dick und Dünn vertheidigte. Sir Moses will sich an .den Literaten rächen, und so erklären diese die jüdische Literatur in'Gefahr. — Wie bekannt, ist die Board of Deputies die Versammlung der Abgeordneten der verschiedenen hiesigen jüdischen Gemeinden und Korporationen in allen Dingen , bei welchen es. sich um allgemeine jüdische Interessen handelt Sir MoseS ist Präsident. Er droht, wenn er in dieser Sache unterliegen sollte, sich von den jüdischen Angelegenheiten zurückzuzjehen. (Es wäre das sicher sehr zu bedauern; allein da Jedermann irren kann, so wird schwarz; durch Nichts weiß. Wia viel Sir MoseS für das Judenthum gethan hat, wird in stetem dankbaren Andenken; bleiben; aber die. Gerechtigkeit gegen eine B-rudergemeLnde steht immer höher als die Nachsicht, gegen? einen Einzelnen, der sich in ein Vorurtheih hineingerannt hat, wie verdienstvoll er auch sonst sei.. Red. d. A. Z. d. Jud.) Die Schweiz. Gndittgen, 25..November. (Privatmitth.) So kann ich Ihnen auch aus der Schweiz einen höchst erfreulichen Schritt vermelden. Das neueaargauische Militärgesetz hat die im alten befindlichen Ausnahmebestimmungen für; die- Juden, wonach diese statt des persönlichen Militärdienstes eine Steuer zuhlen mussten, fallen lassen. Gewiß für das aargauische Israel ein wichtger Schritt. Die Juden können mit jeden Tage gewärtigen,, ihre, jzmge Mannschaft nach Aarau zur Instruktion einberufen zu sehen. — In jüngster Sitzung unterstellte - unser Grossrv Rath bei Verkeilung der Geschäfte andie Dikasterien; also betBerathung des OrganisationSgesetzeS>, die israelitischen. Religionsverhältnisse dem Erziehungsdepartement. In Folgen dessen hat'dasselbe die?-Aufgabe-, die israelitischen ReligionSverhäÜniffe zu ordnen, die- Rabbiner zu prüfen , die: Gemeinde zu überwachen. Bereits ist das Rabbinatsregulativ jüngsten Mittwoch, vom KantonSschulrathe zu Ende, berathen und an. die Regievung abgegangen. z Rußland. Aus Litthouen^. im: Oktober. (Privatmitth.) Vieles möchte ich Ihnen- undden Lesern? Ihres überall geschätzten Blattes nach meinem so langen Stillschweigen von hier mittheilen,. doch fühleich mich; zu sehr erregt durch die vielen Nebeldie; auf die hiesigen jüdischen Gemeinden gekommen:, um Ihnen so ruhig und ausführlich schreiben zu können , wie es mir Jhnenigegenüber Bedürfniß istc ES werden aber diese Zeilen- Ihnen den; jetzigen Zustand der litthauer Juden doch etwas, klarem machen?, als alle Beschreibungen-, welche sich in gewöhnlichen Berichten? und sogar in diesen Blättern manchmal vom AuSlande auf! eine völlig; ungenügende und falsche Weise vorfinden.*) Sie fragen mich , ob eS hier in Litthanen noch immer nicht besser um die Toleranz stehe? Nun entnehmen wir zuerst aus der petersburgischem Zeitung 'Folgendes: „Um den Juden die-Niederlassung zum! Ackerbau zu erleichtern, fand es der Minister der ReichS- 'domänen für gut: a) den sich zunEckerbau begeben-? den Hebräern wird fortan? (nicht imcherson'schen Gou-; vernement: und solchen entlegenen GegendM dass; be-!vor. sie dort anlangten.,, viele, von. ihnen noch-auf dem Wege starben, sondern) m den W e st Provinzen -Kronland geliefert werden; d) jeder Familie, d. h. wenn unter 4 oder 3 Gliedern.; auch nur 2 Arbeitsleute sind:, wird nicht wie vorher- 50 sondern 100 *) Wie lächerlich kommt uns z. B. der Artikel. auS Danzig in No. 38 der A. Z. d. I. 185l vor..' Der danziger Anzeiger erlaubt sich dort auch Folgendes zu berichten: ,,Schon hört-man, dass mehrere reiche urid in Ansehen stehende Rabblnen Rußland verlassen habenweit sie den: von ihnen-: verlangten:Revers,;, daß: sie dafür Bürg« schaft leisten, die. von, ihnen getrauten Frauen,würdtn ihr Kopfhaar nicht beschneiden., niche ausstellen, konnten." Nicht der reiche und in Ansehen stehende Rabblne, da auch'hier'sehr selten solche Nabbinen Vorkommen,' sondern die. F r a ü e n> sollen-' nach Wünsch des Rabbinen, wahrend der:Trauung, demselben-einen: RevrrS gehen/ daß -sie, nach, der Heirath ihr Kopfhaar nicht beschneiden-., ES versteht sich also von selbst, daß nicht Rabbinen, sondern nur Bettler oder sonstige Landstreicher, um nur Almosen' u. dgl. zu sammeln, den Anzeiger' obigen Artikels falsche und' lächerliche Berichte' in derA. Z. d. I. zu veröffentlichen! veranlaßtem. Korrvesp.

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