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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-29 · Heft 49 (29.11.1852) · p. Seite 588

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 49 (29.11.1852)
Date
1852-11-29
Page
Seite 588 (sequence 8)
Language
German
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588 1834. II. Ueber den fozkalen Inhalt des mosaischen Gesetzes (äeUs 8oeisIiIs della legge mosaica), vom 4. Juni 1836. III. Ueber den Einfluß deS mosaischen Gesetzes auf die Meinungen und Gebräuche der Völker, vom 5. Mai 1838. IV. Die religiöse Erziehung die erste Pflicht deS DienerS der Religion, vom 1. Juni 1839. V. Ueber Aufwallung und Gelassenheit Seitens der Diener der Religion (bollore e freddezza nei ministri di religione), vom 12. Juni 1841. VI. Die Bescheidenheit der Diener der Religion, vom 7. September 1844. VII. Recht, Wahrheit/ Frieden: Thal, Lehre, Gefühl. Vom 10. Mai 1845. VIII. Die Schmerzen und Freuden deS Dieners der Religion, vom 4. September 1847. — Des Verfassers Hauptabflcht in der Veröffentlichung dieser Reden war, wie er in einer Einleitung sagt, in Italien ein neues System der Predigt zu gründen: die einfache, bescheidene, freie, energische, mehr praktische als spekulative, jeder Nachahmung deS Fremden ferne, der ehrgeizigen Ausschmückung und dem pomphaften Style feindliche, auf Bibel und die Aussprüche unserer alten Weisen gegründete Predigt. Wir können den vorliegenden Reden nachsagen, daß fie hierin ihren Grundsätzen treu nachgestrebt, wenn wir auch den in Italien so heimischen pomphaften Styl nicht ganz vermissen. Möge eS dem geehrten Redner gelingen, die Predigt auch in Italien immer heimischer zu machen! Jedenfalls können wir die vorliegenden Reden zu den gediegendsten Produkten der neuern jüdischen Homiletik rechnen. Liturgisches. Ueber den denlschen Synagogengesang. Der Herr Redakteur chiM'Blätter theilte schon einige Synagogen! ieder auS seinem Gottesdienste zu Magdeburg mit musikalischen Beilagen mit, wofür dem geistlichen Dichter der Synagogenkultus zu Dank verpflichtet ist. Der deutsche Choralgesang ist einmal unbestreitbares Pedürfniß in der Synagoge, ohne ihn fehlt der Predigt 1&ie rechte Staffage. In. jeder Gemeinde sind Mitglieder, die durch die vorgeschriebenen hebräischen Gebete ihren Andachtsdrang nicht, mehr befriedigt finden, viele verstehen diese Gebete in der Ursprache nicht mehr. Das deutsche Lied wäre nun daS Bindemittel zwischen den Gläubigen altek und neuer Schule. Aber diese- Bindemittel ist bijetzt nicht gehörig beachtet worden, man hat Gesangbücher zusammengetragen, deren Tendenz der JndifferentismuS war. Lieder von Gellert, Kramer, Schmolte, Paul Gerhard, wie sie gerade in den Wurf kamen, wurden in die „sogenannten" israelitischen Gesangbücher ausgenommen. Entweder waren sie rationalistisch oder von streng christlicher Färbung; solches musikalisches Christenthum oder eine rationalistische Reimreißerei konnte in der Synagoge kein Glück machen. Unser württembergischeS israelitisches Gesangbuch ist von ähnlicher Gattung. Den Gesang anlangend, so sind die Melodieen im württembergischen Gesangbuche vierstimmig für gemischte Stimmen gesetzt. Wo will man nun auf dem Lande die nöthigen Chöre beiziehen? Darum ist ein zweistimmiger Satz, wie in der Synagoge zu Magdeburg, weit geeigneter. Der wieder neu eingeführte, alte' rhytmische Satz wäre für die Synagoge passender, als der schleppende Takt der lutherischen Choräle.*) Es wäre darum ein sehr verdienstvolles Werk, wenn der Herr Redakteur dieser Blätter in der Mittheilung solcher Gesänge fortfahren würde und ähnlichen Beiträgen die Spalten seines Blattes zur Verfügung stellte. Wir haben im Judenthume Kräfte genug, um ein eignes Gesangbuch von jüdischen Liederdichtern schaffen zu können. Ich habe schon vor Jahren in mehreren jüdische» Zeitschriften ähnliche Lieder veröffentlicht und erlaube mir hier eine freie Uebertragung des Deka» logS mitzutheilen, die in einigen Synagogen beim Gottesdienste von der Schuljugend gesungen wurde. Die Zehen Gebote. Mel.: württemb. Gesangbuch No. 380. 1. ’ Ich bin dein Gott von Ewigkeit, Bin einzig und allein, Mich faßt nicht Raum, mich mißt nicht Zeit, Die ganze Welt ist mein. 2. Verehre göttlich außer mir, Kein Wesen und kein Bild! Nicht in Gestalt zeigt Er sich dir, Deß Geist die Welten füllt. \ *) Wir freuen uns, daß der gefch. Korrespondent sofort den Kernpunkt unserer liturgischen Mittheilungen getroffen — nicht der Choral, sondern der rhythmische Satz! Redakt. fl

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