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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-29 · Heft 49 (29.11.1852) · p. Seite 589

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 49 (29.11.1852)
Date
1852-11-29
Page
Seite 589 (sequence 9)
Language
German
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Korrespondenz Z. .. ■ Vor Gottes Naryen heil'ge Scheu Bezeig' in Red' und Wort! Auf Meineid folget bittre Reu, Verdammniß hier und dort. 4. Auf Sabbatfeier habe Acht, Gönn' deinem Hause Ruh'! Am Sabbat war die Welt vollbracht, Betracht dein Werk auch du! 5. Den Vater und die Mutter ehr', Sei ihnen Schirm und Stütz', Damit der Herr dir einst bescheer' Im Lande auch Besitz. 6. Schon' deines Nächsten Leben, spricht d Der Herr, und üb' nicht Mord! Den Mörder trifft mein Strafgericht. Verzweiflung treibt ihn fort. 7. Den göttlich heil'gen Ehebund Bewahr' in treuer Pflicht, Keusch sei dein Denken, keusch dein Mund, Befleck' die Unschuld nicht! 8. Schleich nicht alö Dieb in finstrer Nacht, 3m Handel brauch' nicht List — Weil Gottes Auge immer wacht, Wenn du im Dunkeln bist. S. Als Zeuge bleib der Wahrheit treu, Weil Gott in's Herz dir schaut, - Die Lüge und die Gleisnerei Sind nur auf Sand gebaut. 10. Entfern' von dir den blaffen Neid, Tracht' nicht nach fremdem Gut! Ring' immer nur nach Seligkeit, Nach echtem Glaubensmuth. Jebenhausen, im November 1852. Alexander Elsäßer. London, im November. (Schluß.) Beim Abbrechen der großen Synagoge zu Brisk (sie wurde abgebrochen, weil Brisk zur Festung gemacht wird) fand sich in der Frauensynagoge ein Marmorstein, worauf eingegraben war, daß Schaul Wahl diese Synagoge zum Andenken seiner Frau Debora habe bauen laffen. Es eriükre auch noch eine letzte Willensäußerung (iidrilL) von ihm' — der berichterstattende Rabbi von Brody hat noch eine Kopie davon gesehen — worin er seine Kinder zur Tugend und Frömmigkeit ermahnt und sich selbst als Beispiel anführt, wie er trotz seines hohen Ranges und großen Ansehens nie vom Gesetze Israels gewichen sei. Der jüdische Vorsteher (n'b) von Brisk bestätigt alle obigen Angaben und erwähnt in seinem Briefe das Vorhandensein des yrriEi i-np?3 und der Shnvix. Sicher sei es jedenfalls, daß S. Wahl unter Sigismund Ul. sehr groß gewesen sei. Sein Siegel in jüdischen Geschäften, wie es heute noch unter seinen geistreichen Nachkommen in Polen geführt wird, war ein liegender Löwe, die zwei Gesetzestafeln in der ausgestreckten Hand haltend. In Staatssachen gebrauchte er ein Siegel, ein liegender Lowe, eine Krone in der ausgestreckten Hand über den Adler haltend. Unten stand ein lateinisches Motto, welches der brisker Vorsteher nicht wußte. Wir erfahren es von anderer Seite und es heißt: Habent sua sidera reges. Ein Zeitgenosse Schaul Wahls, Mosche ben Zizchak Charif, schreibt, daß Sch. W. viele Häuser und Plätze gekauft, ein großes Haus als Bet Hamidrasch eingerichtet habe und noch 20,000 Gulden dazu ausgestellt, daß Zeder, der nur wolle, dort studlren könne, und traf die Bestimmung, daß stets einer seiner Nachkommen Hauptlehrer (N2'iL'' Wir-,) sein soll. Dessen weitere Aeußerungen über S. W. stehe hm Werkchen selbst. Großvater Schaul Wahlwar, so wie der Vater, Rabbiner in Padua, und der Urgroßvater ein sehr gelehrter Professor an der dortigen Universität, wie heute noch auf einem Monumente im Unioersitatsgebäude daselbst zu ersehen ist. *) *) Angaben deS letztverstorbenen Rabbinen in Padua, f. Kerem Chemed. . 49 *

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