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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-22 · Heft 48 (22.11.1852) · p. Seite 576

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 48 (22.11.1852)
Date
1852-11-22
Page
Seite 576 (sequence 8)
Language
German
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576 lässiger Quelle, erfahren/ eS werde kein Judenreglement irgend einer Art jetzt erscheinen. Im August nächsten JahreS soll daS Statut für den.Kaiserstaat kommen und darin werden auch die Angelegenheiten der Juden geordnet werden. Die bürgerlichen Rechte bleiben unverkürzt. Mißlitz (Mähren), 10. November. (Privatmitth.) Unsere Gemeinde hat ihr allmäligeS Aufstreben zu Ordnung und Bildung neuerdings durch die prachtvolle Neugestaltung einer jüdisch-deutschen Schule manifestirt. Seit undenklichen Jahren war hier der Jugendunterricht und die Kindererziehung im bedauerlichsten Verfalle. Die mittelalterliche UnterrichtSepidemie der jüdischen Chadorim war auch hier Ln Mark und Bein eingesressen, und-abgesehen von der mangelhaften Lehrfähigkeit und Kapazität der Lehrkräfte, und von der verdumpften, jede Offenheit und gründlich geschulte. Bildung entbehrenden und verzerrten Jugend, herrschte noch überdies Zank und gehässige Gegenseitigkeit zwischen den Familien und Verwandtschaften der verschiedenen einheimischen Lehrer. Der Unterricht ward zum Parteienzunder, und was Natur und guter Wille Ersprießliches erzeugten, daS zerstampfte der Unfriede. Die armen Pflanzen wußtenum Alles, was um sie her geschah, und wuchertenhübsch wild und behaglich auf. Allein daS Be- Wrfniß einer friedlichen geschulten. Regelmäßigkeit erreichte endlich den Kulminationspunkt. > Man trat zusammen und beanschlagte durch Prälimination eine nÄr .zu. schaffende jüdisch-deutsche Schule. Sogleich schritt unser energischer Gemeinderath Herr H. Schmidt zur schnellen Realifirung derselben. Er erwirkte bald hierzu die hohe Konsistorialbewittigung; eS wurdekräftig Hand angelegt — Glänzend wurden alle Schullokalitäten und andere Schulerfordernisse hergerichtet und ängeschafft. Der alte Lehrer, ein greiser Mann, trat mit ganzer Pension freiwillig zurück, und zwei fremde Lehrer wurden^ durch.Konkurs berufen und angestellt. Ein verdienstvoller wackerer Oberlehrer mit fl. 450, und ein Unterlehrer mit fl. 300, jährliches Gehalt, und Beide mit freier Wohnung. Zu bedauern ist, daß eine bei der so großen Anzahl der Schuljugend noch unentbehrlich nöthige dritte Lehrkraft, vorläufig aus.den beanschlagten Präliminarien nicht.bestritten werden kann.. Indessen haben wir noch hierzu, und zu einer zierlich anzubringenden Kindergallerie in unserm Choraltempel die günstigsten Auspizien. Unter der löblichen Entschließung und Strebsamkeit unserer ganzen Gemeinde verdient vorzugsweise der unermüdete Eifer des Herrn GemeinderatheS H. Schmidt hervorgehoben zu werden, dem unstreitig die Lorbeeren dieses für Generationen heilbringenden Unternehmens zuerkannt werden müssen. Bei Gelegenheit verdient auch erwähnt zu werden, daß wir hier mit unseren christlichen Einwohnern im besten Einvernehmen- und in schönster Harmonie leben, daß Christen und Juden zusammen eine verschmolzene Gemeinde bilden, mit einem christlichen Bürgermeister; und müssen wir daher ganz besonders den preßburger Korrespondenten in No. 39 der A. Z. d. I. ersuchen, das ungegründet durchgeschlüpfte Wörtchen „Mißlitz" gefälligst zu wiederrufen. C...g- Großbritauieu. London, 25, Oktober. (Privatmitth.) Es hat sich in der letzten Zeit ein etwas regeres Leben in den verschiedenen hiesigen jüdischen Gemeinden kund. gegeben, so daß eS auch dem Uneingeweihten auffallen mußte, daß etwas Besonderes vorgehe. Ihr Korrespondent bekam Winke von verschiedenen Seiten, wollte aber keinen Bericht abstatten, bis die Angelegenheit klar an den Tag kam. Anfänglich wurde Alles äußerst geheim geführt, was immer verdächtig ist, denn daS Gute braucht das Tageslicht und die Oeffentlichkeit nicht zu scheuen, bis endlich die hiesige jüdische Presse, spät genug, die Angelegenheit veröffentlichte. . . - ES ist eine bekannte Thatsache, daß das Schulwesen in England noch bedeutend hinter dem der weiter fortgeschrittenen deutschen Staaten zurück ist. Auf die Gründe hier einzugehen, würde uns auf ein ganz anderes Gebiet führen. Genug, die Thatsache ist anerkannt, und das Parlament hat in vielen Sitzungen dieselbe besprochen und Maßregeln zu treffen gesucht, dem Uebel zu steuern, und hat endlich einen Fond gegründet, von welchem die Schulen etwas besser unterstützt werden sollen. Die jüdische Schulbehörde sprach, mit Recht, ebenfalls ihren Anthell an und nach einigem Hin- und

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