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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-15 · Heft 47 (15.11.1852) · p. Seite 567

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 47 (15.11.1852)
Date
1852-11-15
Page
Seite 567 (sequence 11)
Language
German
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567 Konjektur, nämlicheS sei der Prophet frVtf gemeint, der bekanntlich am Karmel Wunder verrichtet hat, und in dessen Namen auch der Name Gottes enthalten ist (N^ ^8). Täc. habe aber das Vernommene falsch verstanden, daher fein befremdender Bericht. So geistreich diese Konjektur auch ist, so hält sie doch nicht Stand vor dem Urtext des TacituS; dieser lautet: r,ita (sc. Carmel.) vocant montem Deumque“ — was hebräisch nur heißen kann: „bs6l **rtib itfip’' N2". Wenn dies nun auch dem Sinne nach mit ■ppb« fcftöb zusammentrifft , so läßt eS doch keineswegs die erwähnte Konjektur zu. Wir indessen glauben, die Schwierigkeit in Tacilus auf einfachere Weise heben zu können. Unserer Ansicht nach wäre que in De tim que zu streichen, und veum als Genitiv plur. (Deüm-----Deorurn) zu fassen, wonach TacitUS sagen würde: „so nennen sie den Götterberg" (v^NböN "iN> Dieser Name paßt für den Karmel, der vor den anderen Bergen für besonders heilig galt: Itgaicnöv d'i td>v uXXtov uQcöv rjriTotoivto atro y.cu iotg noiXoTq ußaxov. Jambfich. vita Py ihagorae, capi III. Oonl. Movers, die Phönizier I. S. 670. Schwieriger schon ist bei Sueton (Vesp. V.): „Carmeli Dei oracuium“; dies zu übersetzen: „das Orakel des karmelischen Gottes" (des auf dem Karmel verehrten Gottes), ist unzulässig. Hier wird Man schon einen Gott Karmel, oder daß der Berg selbst göttlich verehrt wurde, annehmen muffen, welch Letzteres wol anginge (öi-nnba d^nn abi ,SPPi-ib8 d’niiii b? Synebr. 47b), wenn eS nur nicht auf Juden bezogen würde. Für diesmal möge dies genügen. Wir scheiden von dem verehrten Herrn Verf. mit der größten Hochachtung; möge er die feste Versicherung hinnehmen, daß wir mit obigen Bemerkungen keine Ausstellungen machen, sondern nur ihm Veranlassung geben wollten, diese öder jene uns dunkel scheinende Stelle in seinem Meisterwerke gelegentlich näher zu erläutern (bänüd 8b8 , d'wdd ^'8). Von unseren Glaubensgenossen aber erwarten wir, daß sie das Unternehmen deS berühmten Mannes, das der gesammten Judenheit zur Ehre gereicht, gebührend unterstützen und fördern werden. Bei Werken dieser Art, die im strengsten Sinne des Wortes Natiönalwerke sind, darf Nicht gefragt werden, was sie diesem öder jenem Individuum nützen, sondern muß in Betracht kommen, was sie der Gesamnitheit frommen^). Kampf. Korrespondenz. Hoppstätten. Verhältnisse der Israeliten im Fürsteuthum Birkenfeld. (Fortsetzung.) Gleichheit vor dem Gesetze und vor Gericht war schön vor 1848 unbeschränktes Prinzip auch den Juden gegenüber, man kentit keine Vorzugsrechte, keine Privilegien und keine Befreiung von Abgaben, weder Einzelner doch irgend eines Standes, aber auch keine Vermehrung derselben, keine Privatsteuer oder Privatgelder. Nur Ehebündnisse zwischen Christen lind Juden waren gesetzlich verboten (Barestedt Gesetzsammlung Band l. Nr. 17), welches Gesetz jedoch seit 1848 auch weggefallen ist. Daß nun mit der gänzlichen Rechtsgleichheit gänzliche Gewerbefreihcit verbunden, versteht sich von selbst, dessen nnge^ ächtet ist der bei Weitem größte Theil der Juden immer noch dem Handel mit Vieh, Ellen- und Spezereiwaaren ergeben, nur die Liebe zum Ackerbau nimmt alljährlich überhand, so daß wol die Hälfte ihres Bedarfs an Feltfrüchten von den Juden selbst gezogen wird. Auch sind etwa 6—8 Gast- und Schenkhäuser im Besitz von Juden und stehen sie diesem Betriebe auch vor. Zu Handwerken zeigt sich indessen bis jetzt noch wenig Sympathie, so wohlthätig nach meinem Dafürhalten Solche für die hierländischen Religionsgenossen auch wären; allein die Macht der Gewohnheit und deS Herkommens hat auch in dieser Beziehung einen unverkennbaren Einfluß Und würden sich wol in einet nicht zu fernen Zeit mehrere Subjekte dett Professionen zuwenden, zumal wenn ein Handwerlsverein hierzu unterstützend und befördernd einwirken würde. Im Umgänge mit den Christen ist jede frühere Scheidewand gesunken, das freundlichste Verhältniß findet zwischen Beiden statt. Haß, Verfolgung, Unterdrückung, konfessionellen Spott und Zurücksetzung findet man hier zu Lande nicht, ja bei Köllisfionen, die z. B. auf Märkten ene^clopaedicum. Alphabelico online dispositum, in quö et res et voces ad histöriam, göögfaphiifm, ärölfafröltfgiära, dignitates, sectas illuSlresqüfe höm'irtes äpeetäutösl, quae in ufroqtie Täliilude, toseflä, tadgümicls Midrästhicisque libris occurunt, necdum satis eäpUcdtae siiiit, illuslrantur. Cöriditiit S. J. L. RapopoH öle. Es ist zu haben beim Vßtfasser in Prag und bei Herrn Herrmann Bodek in Leipzig. Preis: 5 Fl. K. M.' oder 3 Thlr. 10 Sgr. preuß. Krt. *) 2>a3 Werk führt auch den lateinischen Titel: Opus

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