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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-15 · Heft 47 (15.11.1852) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 47 (15.11.1852)
Date
1852-11-15
Page
Seite 568 (sequence 12)
Language
German
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568 Juden in GeschäftSverhältnissen mit auswärtigen Christen hatten, nahmen Christen gegen ihre Religionsgenoffen die Partei ihres Ortsjuden. Man sieht daraus, wie die Rechtsgleichheit auch eine gerechte und liebevolle Gesinnung beim Volke, taS früher. voll des HaffeS, erzeugt, Dazu kommt hier noch^, daß die humanen Gesinnungen, welche alle Beamte an den Tag legen, nur wohlthätig bezüglich der Juden auf den untern Theil des christlichen Volkes influiren müssen. Hingeg.n bewirken solche Rechtsverhältnisse auch bei den Juden, daß sie mit der größten Innigkeit.Regierung und Fürst anhängen und überhaupt immer mehr bürgerlicher gesinnt und sich deS Bruderverhältnisses mit der christlichen Religionsgenossenfchaft immer deutlicher bewußt werden. Sonst charakterlsirt die hiesigen Juden ein etwas heiterer, lebenslustiger Siyn, mehr Gesellschaftlichkeit, Theilnahme bei Leid und Freud, eine nicht so große Genügsamkeit in den Lebensbedürfnissen, indessen wenig Pracht in Kleidung und HauSeinrichtung, dabei vielen Erwerbfinn, Fleiß mit Häuslichkeit gepaart und vorzüglich muß ich die Liebe zu Gesang erwähnen, die bei Jugend und Alter vorherrschend und mich an des Dichters Wort erinnert: „Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, Böse Menschen haben keine Lieder." . (Schluß folgt.) A n z e i g e tu Die Stelle eines Lehrers, der, zugleich Vorsänger, ein Chor leiten und Vorträge halten kann, ist in SaarlouiS den 1. Januar 1853 zu besetzen. DaS Gehalt ist 250 Thlr. fir. Bewerber wollen sich unter fran* kirter Einschickung ihrer Zeugnisse an den israelitischen Vorstand daselbst in Bälde melden. Ein verheiratheter Lehrer, der besonders im Hebräischen und in der Religion guten Unterricht zu ertheilen im Stande, aber zugleich ömiö ist, und als Vorbeter fuugiren kann, findet zum 1. Januar k. I. bei der Unterzeichneten Gemeinde, die nur aus 8 Familien besteht, eine Anstellung. DaS Einkommen beträgt sirirt 300 Thlr., außer den Nebeneinkünften. Qualifizirte belieben sich, unter frankirter Einsendung ihrer Papiere, so bald als möglich zu melden. . Gumbinnen, den 26. Oktober 1852. Die jüdische Gemeinde. Offene Beamtenstelle. Termino Ostern nächsten Jahres soll in der Unterzeichneten Gemeinde ein Lehrer und Vorbeter, der zu gottesdienstlichen deutschen Vorträgen und zur Leitung eines ChorgesangeS die Befähigung hat, mit einem festen Jahresgehalt von 250 Thlr. angestellt werden. Nvthwendige Bedingungen find, daß der Beamte im Besitz des königl. preuß. Slaatsbürgerrechts und der vollständigen Approbation als Lehrer und Schächter sich befindet, außerdem verheirathet und kein Kohen ist. In Entgegenfehung der betreffenden postfreien Anmeldungen bei dem Unterzeichneten Vorstände ist derselbe ermächtigt, dem etwa' besonders annehmbaren Herrn Kandidaten sofort eine höhere Besoldung in Aussicht zu stellen. Schweidnitz, 24. Oktober 1852. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. M. Kassel. I. Neustadt. In der hiesigen israel.'KultuSgemeinde findet ein Religionslehrer, Vorderer und Schächter, bei einem Gehalte von 50 Thlr. und freier Station Engagement. Frankirte Anmeldungen nimmt entgegen S. I. Herzherg, Vorsteher der israel. Gemeinde in Wulfen (bei Kothen). Lehrergesuch. Ein verheiratheter jüdischer Lehrer und Schächter, welcher praktisch im Hebräischen den Unterricht zu ertheilen bemächtigt ist und zugleich als Vorbeter fungiren soll, zu welchem Zweck auf einen angenehmen Vortrag Einspruch gemacht wird, findet vom 9. Mai k. I. ab hierorts eine Anstellung. Das Gehalt inkl. Nebeneinkünfte beläuft sich auf 300 Thlr. nebst freier Wohnung, wofür sich derselbe aber noch einen jungen Mann als Hilfslehrer anzunehmen hat, und darauf ein Speisegeld erhält. Diejenigen, welche sich hierzu qualifizirt zu sein glauben, mögen sich unter portofreien Adressen an uns wenden. Regenwalde i. P., den 9. November 1852. . Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Literarische Anzeige. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Siloah Eine Auswahl von Predigten zur Erbauung, so wie insonderS zum Vorlesen in Synagogen, die des Redners ermangeln, von Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner. Bd. I. und Bb. II., jeder.zu 1 Thlr. 10 Ngr. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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