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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-15 · Heft 47 (15.11.1852) · p. Seite 565

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 47 (15.11.1852)
Date
1852-11-15
Page
Seite 565 (sequence 9)
Language
German
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565 rnua *) (sinD *)2 2t3>btf >), der bekanntlich unter die zehn Märtyrer gehört. Freilich könnte man dem entgegensetzen, damals wäre “»an noch jung, ohne Amt und Würden und mithin ohne Einfluß gewesen; allein es sind Spuren vorhanden, daß ^22 selbst später als 82132 Verfolgungen erfahren. Nach Rosch Ha-Schana 25a sandte R. Juda Ha-Naßi den Rabbi Chija nachAin- Tab mit dem Auftrag, daselbst heimlich den Neumond einzuweihen und ihm als Zeichen des vollzogenen Aktes den Spruch zuzusenden: *>n b82D'> yb?3 212. Offenbar ist zweite Erklärung Raschi's ibid. (2)3D i2täiD 1N1P722), daß nämlich R. Juda an seinem eignen Orte aus Furcht vor den Römern den religiösen Akt nicht zu vollziehen gewagt — die richtige, dafür zeugt gewissermaßen der Spruch ('121 ^73 *m) selbst; ja, dieser Auffassung dürfte dieser seinen Platz in der Liturgie zu D22p }-j:2b zu verdanken haben. Besonders aber befremdet uns, daß der geistreiche Herr Verf., dessen Adlerblick keine nur irgendwie Aufschluß verheißende'Stelle so leicht sich entgehen läßt, dennoch eine Stelle unberücksichtigt gelassen hat, die — unseres BedünkenS — ein Eckstein in der Lösung der betreffenden Frage zn werden geeignet sein dürfte. Wir meinen den Ausspruch R. Gamaliel's, des Sohnes Rabbi's: „Seid vorsichtig im Umgänge mit Autokraten 2), denn sie ziehen den Menschen an sich nur aus Eigennutz; sie zeigen sich als Freunde nur so lange es ihr Vortheil erheischt, stehen aber dem Menschen nicht bei zur Zeit seiner Bedrängniß." (Abot 2, 2.) Eine solche bittere Lebenserfahrung im Munde des Sohnes Rabbi's ist geeignet, über dessen Verhältniß zu Ant. neues Licht zu verbreiten; wenigstens geht daraus hervor, daß das fragliche Verhältniß, namentlich im Alter Rabbi's, nicht ganz ungetrübt gewesen 3 *). Dadurch würde des Verf. *) Joma 79 b; Menach. 18 a. -» 2) mtf32 (vgl. ypu32 — Efta 3, 7.): Erlaubniß, Vollmacht; aber auch: Machtvollkommenheit. In diesem Sinne häufig elliptisch für rvM32 bS2 (conf. Ab. 1, 10.), wie im spätern Hebräisch und besonders im Talmud häufig rvDbtt für rosbn bS2, nämlich: ^bn. 3) Daß Rabbi trotz der kaiserlichen Freundschaft, deren er sich erfreute, sich dennoch nicht für allzusicher hielt, zeigt sein tägliches Gebet, „Gott möge ihn schützen vor 22 228 —, vor ri'NwnN vor NDp yn und ntt3p pa bS2 —, gleichviel, ob Glaubensgenosse oder Nichtglaubensgenosse/' (Berach. 16b). — Schon der Talmud (ibid.) nimmt Anstoß daran, daß “>a"i Angesichts der Leibgarde, womit sein Freund An- Ansicht in der Hauptsache gewinnen, nur in einzelnen Nebenumständen würde sie freilich zu Modifikationen sich verstehen müssen. Wir bitten den hochverehrten Herrn Verf., nur zu erwägen, daß die betreffenden Nachrichten in Talmud und Midrasch mehr oder weniger einen sagenhaften Charakter haben, während der zilirte AuS-, spruch gediegene Geschichte ist. Wir möchten noch weiter gehen und den in Rede stehenden Ausspruch ('i2l y’T'tiT liN) unmittelbar an Mischna 1 reihen, so daß er eine Sentenz '22's selbst wäre. Wir appelliren an das Sprachgefühl des Sachkundigen, man vergleiche nur die erste Mischna mit der dritten und vierten — wer erkennt nicht auf den ersten Blick die gleicheu Phrasen, die gleiche Färbung des Ausdrucks? — In der ersten Mischna: ">in, in der dritten: y^iif iin; in der ersten Mischna stets die imperative Ausdrucksweise: ‘nta, banört, 22 — in der dritten und vierten: iin, NWS, bip2. Wie verschieden dagegen sind die Redewendungen in der zweiten Mischna, die R. G a m a l i e l' s Sentenz enthält! R. G a m a l i e l' s Sentenz steht offenbar an Unrechter Stelle*); wie sie dahin gekommen, ist eine Frage, die wir hier nicht erschöpfend behandeln können. Wir werden dies, so Gott will, anderswo thun; hier aber andeutungsweise nur so viel, daß wir dafür halten, daß die fragliche Mischna ursprünglich nach Mischna 17 des ersten Abschnittes gestanden, und zwar hieß es da nur: 27218 122 b&obm “|22, nämlich i22 auf “J1S73D bezogen, also: N22i2 b8*’b723 “J22; aber das zwei Mal hinter einander stehende 122 schien mißverständlich und führte wirklich zu dem Mißverstandniß, daß man bei dem zweiten 122 die Glosse >>22 biö MD2N STnJT zufügte. Von da bis zur Versetzung der Sentenz an ihren vermeintlich gehörigen Platz war nur noch ein Schritt. Daß die fragliche Mischna wirktonin ihn umgeben Orbs “W^pa 23 bs "J81), in solcher -Furcht gelebt habe. Es scheint aber, daß der fromme und kluge Rabbi, analog dem Virgil'schen tim so 9 a n a 0 s etc., zu seinem Gebete mehr Vertrauen hatte als zur geschenkten Leibgarde. *) Daß Mischna 3 des zweiten Abschnitts (y'vVrt “nrt) nicht dem R. Gam. ungehört, geht schon daraus hervor, daß sie nicht durch 2)2",8 N'N 8lta eingeleitet wird, trotzdem, daß sie einen neuen Gedanken enthält (vgl. Abschn. 1, Mischna 13 und 14). Gehört sie aber zu Mischna 1, so konnte sie der gleichen Tonart wegen, die in Beiden herrscht (a^Sit *2ia — p2‘iriT liia), als Fortsetzung der ersten betrachtet werden. Mischna 4 hingegen, wo eine neue Wendung eintritt, steht wirklich 2121« iaiN fioii. 47*

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