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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-15 · Heft 47 (15.11.1852) · p. Seite 564

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 47 (15.11.1852)
Date
1852-11-15
Page
Seite 564 (sequence 8)
Language
German
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564 Pvag, im Mai. Rapoport'S Erech millin. Artikel A S m o d a i. S ch l u ß bemerkung des UeberfetzerS.' (Vgl. Ny. 9, 12, 14, 17, 20, 21, 34. 35. 37 und 45.) Da wir auf keine Rezension des betreffenden Werkes ausgingen, so wollen wir unö hier nicht weiter darauf ein- . lassen, vielleicht kommen wir anderswo ausführlicher darauf zurück. Nur einige Bemerkungen, die uns en pas- SM aufstießen, können wir hier nicht unberührt lassen. 1) Im Artikel N'YttCDbN S. 99, zählt der Verf. unter die jüdisch-religiösen Schritten , die von alexandrinischen Juden in griechischer Sprache versaßt wurden, auch das Buch Sirach (n'31'' 3H32N N-i^V 131). Fast hätten wir hier einen Druckfehler vermuthet und angenommen, daß der Verf. geschrieben habe: 2L-,in>72y *V3T\ oper besser: nw 3rD3n NVö p Dunm; aljein die Gruppirung der griechischen Versionen und der griechischen Originalwerke läßt keinen Zweifel darüber obwalten/ daß der Verf. daS Griechische für die Grundsprach e^ des Buches Sirach hält (vgl. auch Art. ai-inN, S. 256). Wir müssen gestehen, wir können dies kaum .begreifen; denn abgesehen von den authentischen hebräischen Originalfragmenten im Ta l m u d, abgesehen davon, daß noch Hieronimus den hebräischen Urtext des Sirach vyr sich gehabt (siehe dessen praek. inLibros Salomonis), so braucht man ja nur einen Blick in den ersten, unzweifelhaft echten Prolog des betreffenden BucheS zu thun, um über daS Verhältniß des griechischen Sirach jn's Klare zu kommen. Darin giebt sich der Ueberfetzer als Solcher offen zu erkennen, darin berichtet er, daß der Verfasser sein Großvater IesuS gewesen 6 nannog ftov *lrioQv$ xrl.), darin bittet er hie Leser um Nachsicht, wenn eS ihm nicht überall gelungen ist, den treffenden Ausdruck zu finden, denn daS hebräisch Gesagte könne, in eine andere Sprache übertragen, kaum mehr dasselbe auSbrücken (ov yuq laodvvapeT avra iv iavrotg 'EßQuioti Xtyofievu xal orav elg htgav yhiüoaav.). Aber auch ohne diesen Prolog wird der Sachverständige bei näherm Eingehen auf den griechischen Text leicht die Ueberzeugung gewinnen, daß diesem ein hebräisches Original zu Grunde liege. 2) Im Artikel imwN, S. 116, bemerkt der Verf., daß §uch derjenige , der dem Volke die Worte deS Vortragenden (us-,13) verdolmetscht (aa-inü), N11WN heiße, „weil er die Worte des Vortragenden nicht blos wiedergebe, sondern auch in einer dem Volke verständlichern Sprache erläutere" (*T2b N311L 133*>N **3 *11323 ym>>3 mi ,im» -irr372 va '-D-rnN V2b im1» N33172M N-,NN). Dies scheint uns nicht zu harmymren mit dem, was MaimonideS Trakt. Talmud Tora 4, 3. lehrt, nämlich, daß dem Win» nur die nackte Wiedergabe der Worte deS Vortragenden gestattet sei (rii3wb Nbi -s^vin)- Nbl mnsb Nb), eS sei denn, daß der Dolmetsch der Vater oder Lehrer (V28 13*T IN ÖDn b«). des Vortragenden ist. Siehe ibid. 23^, der auch dagegen protestirt; vgl. indessen 32'd daselbst und Ierusch. Megilla4, 10: ni33b Nbi mauib Nb .13-, in r»2N rr>rt *]b ön NbN,^vinb Nbi 3) In demselben Art., S. 121, wird bemerkt, daß im b. Talmud gewöhnlich pa-nn» (mit » praeformat.) stehe und nur ein einziges Mal (Berach. i"s) 1»Ä1inrn sich finde, „was aber irrthümlich dahin gekommen sein könne". Wir haben.indessen i?2Älir> noch in folgenden Stellen gefunden: Megilla 16 a; ibid. 23 b; ibid. 24 a; Kiddusch. 31 b zwei Mal. 4) Zum Art. D12131E33N. Bekannt ist deS VerfS. Ansicht, daß der Kaiser Antonin, mit welchem,, nach talmudischen Berichten, Rabbi Jehuda Ha-Naßl in vertrauter Freundschaft gestanden, kein anderer als Mark. Aurel gewesen sei. Zn dem genannten Art. kommt per Verf. auf diese seine Ansicht zurück und sucht, alle seiner Behauptung seitdem entgegengesetzten Einwände zu entkräften. Mit einem bewunderungswürdige» Aufwand von Gelehrsamkeit und Scharfsinn zieht er den Gegnern seiner Ansicht entgegen, und das in einer Diktiondie deutlich zu erkennen giebt, daß der berühmte Verf. hier nicht blos mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen spreche; ungesucht drängt sich dem Leser die Ueberzeugung auf, daß eö für den Verf. hier die Vertheidigung einer Lieblingsmeinung, einer zur andern Natur gewordenen Ansicht, die Vertheidigung eines mühsam erworbenen und darum um so theuerern Gutes gilt. So viel aber wird selbst der Skeptiker von Profession eingestehen müssen, daß die obschwebende Frage — wenn nicht etwa noch von der einen oder andern Seite neue Gesichtspunkte eröffnet werden zu Gunsten deS Herrn Verf. wird entschieden werden müssen. Indessen wollen wir hier nur zwei, unserS Wissens, noch nicht berührte Punkte hervorheben. 1) Die s. g. legi0 fulminatrix und die damit verknüpfte Sage in Bezug auf AntoninS Feldzug gegen die Markomannen — was auf ein intimes Verhältniß zwischen Ant. und den Christen hinzuweisen scheint, 2) Der Umstand, daff die Verfolgungen der Juden von römischer-Seite noch zur Seit; des R. Je hu da ha-Naß i fortdauerten; denn dieser war ein Schüler des Rabbi Elasar ben Scham-

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