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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-15 · Heft 47 (15.11.1852) · p. Seite 562

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 47 (15.11.1852)
Date
1852-11-15
Page
Seite 562 (sequence 6)
Language
German
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562 In Ostrowo wurden — wie in allen anderen Schulen — auch in der jüdischen patriotische Lieder gesungen und von^ den Lehrern passende Ansprachen gehalten. In Lissa hatte sich, die gesammte jüdische Schuljugend — unter.Vorantritt des Schulinspektors, Pastor Fromberger, des Lehrerpersonals und des Schulvorstandes — in die festlich dekorirte Synagoge begeben und daselbst, nach Absingung einiger hebräischer Psalmen, der erste Lehrer, Herr Rektor Bernhardt, eine Rede über die Bedeutung des Festes gehalten. Und nachdem sich hierauf die ganze Versammlung wieder in daS Schulgebäude zurückbegeben hatte, wurden daselbst patriotische Lieder gesungen, entsprechende Deklamationen vorgetragen und von einigen Lehrern passende Ansprachen an die Kinder gehalten. In der jüdischen .Elementarschule zu Schrimm ist der 15. Oktober, außer einer kräftigen Ansprache des ersten Lehrers an die sämmtliche Schuljugend, auch noch dadurch würdig gefeiert worden-, daß eine Anzahl armer Kinder mit neuen Stiefeln und Schuhen beschenkt und — zum Andenken dieses Festtages — ein f. g. Schulkinderverein gegründet wurde, dessen Zweck es sein soll, alljährlich am Geburtstage des Königs arme Knaben und Mädchen mit nöthigen Kleidungsstücken und Schulbüchern zu versehen. In Wittkowo hatte der erste Lehrer der dortigen jüdischen Elementarschule, Louis Weyl, der sonst immer den 15. Oktober im Schulhause zu feiern pflegte, dieses Jahr, da wegen der Cholera die Schule geschlossen war, die Feierlichkeit aus dem Schullokale nach der (neuerbauten) Synagoge verlegt, und auf dtese Weise die Schulfeier in eine Feier der ganzen Gemeinde umgewandelt. Nach Absingung eines Festchorals hielt Lehrer Weyl eine Ansprache, in welcher er die Versammlung aufforderte — ungeachtet der schrecklichen Heimsuchung, von welcher Stadt und Umgegend betroffen — freudigen und ernstlichen Antheil zu nehmen an dem großen und schönen Feste, das heute (am 15. Oktober) von allen Söhnen des Preußenlandes ohne Unterschied der Nationen und Konfessionen gefeiert werde. Hierauf wurden die Psalmen 21, 45 und 72 als Respousorium zwischen Kantor und Gemeinde rezitirt und die Schlußverse dieser Psalmen von der Schuljugend gesungen. Es folgte der Vortrag einer „metrischen Übersetzung des Psalm 21", woran Lehrer Weyl eine „religiöse Betrachtung über Vaterlandsliebe" knüpfte, indem er diese Pflicht aus alttestamentarischen Stellen rc. nachzuweisen sich bemühete. ES folgte nunmehr die Absingung deS insnran*)m:n durch den Gemeindevorbeter und nach diesem ein -„deutsches Gebet für König und Vaterland" ebenfalls durch den Veranstalter des Festes vorgetragen. In Samter hat die jüdische Schule mit den christlichen des Ortes gemeinschaftlich die Feier des KönigS- GeburtStags begangen. In Czarnikau wurde das Geburtsfest des Königs in der Synagoge gefeiert und bei dieser Gelegenheit für die hilfsbedürftigen Veteranen der vaterländlschen Krieger im Kreise eine Kollekte veranstaltet. Aus Schmiegel endlich erfahren wir noch, daß auch dort in den Räumen der jüdischen Gemeindeschule das GeburtötagSfest unsers Königs sehr würdig gefeiert, und daß namentlich durch Herrn Rabbiner Feloblum, der zugleich Religionslehrer an der genannten Schule ist, eine dem Tage höchst angemessene gute Rede gehalten worden. Dies nur in der Kürze, was uns persönlich bekannt geworden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 31. Oktober. (Privatmitth.) Der Vorstand gewärtigt bald die Zeit, wo die Neuwahl vor sich gehen soll, und in solchen Momenten des Harrens und Erwartens ist bekanntlich nicht die Zeit des rüstigen Schaffens. Ich will damit nicht etwa sagen, als würde eine Lauheit eingetreten sein; was dringend und nothwendig ist, wird abgethan. So hatten die Herren Vertreter bereits beim Herrn Minister des Innern und beim Herrn Statthalter Audienzen in Betreff der neuen alten Modalitäten bei Ertheilung von Ehebewilligungen. Jetzt müssen diese Bewilligungen wieder wie früher bei der Polizei eingeholt werden. Sie gedenken noch bei Sr. Majestät eine Audienz zu suchen. Noch muß ick Ihnen bemerken, daß meine Worte nicht wirkungslos blieben. Ich theilte Ihnen bei Gelegenheit der hiesigen Privaterziehungsinstitute den argen Zustand in Betreff des Religionsunterrichts für jüdische Mädchen mit. Nun ist von Seite der verehrlichm Schulkommission, die aus den Herren

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