Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 46 (8.11.1852)
- Date
- 1852-11-08
- Page
- Seite 548 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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bürgerliche mntn was staatsbürgerliche Rechne? kallein in den Hauptsachen ist'diese Frage keine Frage/ Oesterrkichischer Kaiserstaat. Warasdin '(Kroatiens 24. Oktober. (Privatmitth.)' Eine freudige Bewegung herrscht in unsrer Gemeinde, n Noch einige Monate und wir werden Se. Ehrwürden Herrn 'S. Lengsfelder / Rabbiner zu Tachaü, als unfern künftigen Seelsorger begrüßen^ In der That ist hier ein weites Feld, fruchtbarer Boden für geistliches, für religiöses Wirken. Möge was so lange brach gelegen um so kräftiger erblühen, die beiderseitig gehegten Erwartungen auf's Schönste erfüllt werden. / : ' »I. Preßburg, Anfangs November. : U ng a r i sch e Briefe. III. Es war der von der hohen Regierung ausgesprochene Wunsch und Wille, daß die Maßregel der bürgerlichen Gleichstellung der österreichischen Juden' von anderen zeitgemäßen - die inneren jüdischen Angelegenheiten und Verhältnisse betreffenden Maßregeln begleitet werde. Für die lombardisch-venetianischm Israeliten-bedurfte' es keiner neüen Verordnungenda dort die Zustände seit Jahren - geordnet- und ' keine Elemente 'vorhanden sindwelche anderswo so viele Kämpfe Hervorrufen. In den übrigen Krottländern ergriff die Negierung selbst die Initiative, um eine, der veränderten bürgerlichen Stellung der Juden entsprechende, den ZeitbedürfniffeN Rechnung tragende- Organisation des jüdischen -Kultus- und Gemeindewesens vorzubereiten und herbeizuführen. In Böhmen wurde eine Notabelnversammlung berufen. In Mähren wurde unter dem Vorsitze des ehemaligen LandeSrabbinen von einer Kommission ein — später vielfach angefochtenen — Entwurf ausgearbeitet. In Ungarn wurden im Sommer des Jahres 1850 auf Anordnung des Landeschefs Herrn B. Geringer von Seiten der Distriktsobergespäne theils Kommissionen niedergesetzt, theils manchen Einzelnen Gutachten abgefordert, um für die-nachmals vorzunehmende Organisationsarbeit das nöthige Material zU sammeln. Von mehreren Freunden freundlich unterstützt ist es mir gelungen, einen nicht unbeträchtlichen-Theil dieser Kommifsionöprotokolle und Gut- - achten zu sammeln. Meine Sammlung würde einen mäßigen Oktav band füllen- und zur jüdischen KulturgeschichteMNeM 'UNbMüVeNdM Beitragliefern. - Indem ich -Mr'S'Vorbehalts, Ihnen -Ausdieser'' Sammlung -einzelne -beschränkeichi mich heuteBaraufpDhneN G^nll'VlsWiZ'en^WerlKu-f'dL'eset Angelegenheit in allgenreiNen Umrissen zu zeichnen- - Die Statthaltereiverordnung, welche'von dem verwahrlosten Zustandedes - israelitischen Schul-'! und Synagogenwesens 'sprach ," und die ■ Berufung .von Kommissionen befahl,- wurdet von denverschiedenen Parteien mit'verschiedener^ Stimmung aufgenommem Während die Gebildeten und Vorwärtsstrebenden eine Satisfaktion darin fanden/ ihre seit Jahren wiederholte -Klage von der Regierung bestätigt zu sehen, Und sich freuteninnere -Verbesserungen in -Aussicht gestellt zu sehen,- war die: alt-orthodore oderpilpulistifche Partei im -höchsten Grade bestürzt und fürchtete die Dinge, die da kommen 'werden. - Der erste Gegenstand : der Besorgniß waren die zu - gründenden- Schulen. Unsere Frommen sind Nämlich prinzipielle Gegner einer 'jeden auch nuräußerlich wohlgeordneten Schule y so wie sich jedes, - ob auch noch so schlimm bestellte Eheder ihrer Gunst und ihres Schützes zu erfreuen hat. Warum? Vorzüglichdes: Chumesch mit Raschi wegem Die neuere Didaktiki hat nämlich-trotz aller ihrer Fortschritte-Noch keiM Methode Erfunden/ nach - welcher die zarte Jugend, M küum^ hebräisch lesen gelernt, -'zum .Verständnisseeines rabbimschett Kommentars angeleitet werden könnte. So lange daher dieser Unterrichtsgegenstand Geibehalten wird, muß auch die herkömmliche mechanische'Methode des Vorunv Nachsagens beibehalten werden. -Bei; kleiner Schülerzahl ist dies auch leicht möglich. In öffentlichen Schulen — namentlich, in größeren Gemeinden — ist dieser Unterricht didaktisch unausführbar. Denn bis in einer Klasse von 40 bis 50 Schülern ein Jeder den VerS Raschi wiederholt hat, vergeht ein halber Tag l Wo daher immer eine.öffentliche Schule entsteht, da muß Raschi weichen. So viel wiffem unsere Orthodoren schon aus Erfahrung/ Daher stammt vorzüglich ihre Antipathie gegendie modernen Schulen. Selbstverständlich wird diese Antipathie in nicht geringem Maaße vermehrt durch den Allarm" der: alten Melamd im und ihrer Verwandten und Anhänger, so wie durch die Besorgniß, daß das nationelle Schaukeln aufhören, und in den neu zu errichtenden Schulen Lehrer wirken werden, die für ihre rabbimsche Gesinnung und Tendenz viel zuwenig Garantie bie-