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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-08 · Heft 46 (8.11.1852) · p. Seite 547

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 46 (8.11.1852)
Date
1852-11-08
Page
Seite 547 (sequence 3)
Language
German
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Dinge auf, dem. politischen Gebiete Wemrsachs wurde, desto., mehr muß man im Interesse deS Allgemeinen wünschen-,: daß die Israeliten deshalb in der Läuten ruyg und Würdigen: Hinstellung ihres Re.ligionSwesens nicht, ermüden. . Licht und.Fortschritt werden-am Ende aus beiden, Gebieten gekrönte Siege feiern.- : (Man erinnre sich: Vir, unter der -geistlichen, Leitung des Herrn Rabbinen Leopold Stein stehende Hauptsynagoge ist ein höchst,-veraltetes Gebäude, das kaum noch zu emem angemessnen Gottesdienste paßt. Alle Versuche, sie würdig zu restauriren , scheiterten daran, daß die stabile Partei,, obschon die Minorität, die Gemeindegelder zur . Herstellung dieser Synagoge, in welcher ein. umgestalteter Gottesdienst vollführt wird, zu verwenden: nicht gestatten wollte, und statutenmäßig selbst, die Majorität,darum Nichts beschließen konnte. Mährend nun die stabile Partei, welche W; größten Wldmänneri in: ihrem Schooße zählt, aus eigenen Mitteln eine neue Synagoge unter der geistlichem Leitung. des, Herrn Rabbinen Hirsch baut, blieb Me -plte Synagoge in ihrem verfallnen Zustande. Das oben: bezeichnete Geschenk des Herrn B. H. Goldschmidt giebt nun; einen bedeutenden Theil der Mittel.-zum. Neubau auch dieser Synagoge her, und werden ■ t>ie■.fiislM, ^n^änger;.bU|>^ die Energie bekommen, die noch nöthigen, .allerdings großen Mittel zu . erlangen. R e d. 0. A. Z. d. Jud.) Preußen. , . Berlin, . 30. Oktober. Die Voss. Ztg. enthält folgenden,Artikel: Die Verfaffungsrevistonskommission im -Ministerium des Innern soll hauptsächlich: d en Zweck habenverbundestäglichen Einwirkung. züvorzukommen, welche sich vornehmlich, in Betreff der Bestimmungen über das Budget und die staatsbürgerliche Gleichheit aller Staatsangehörigen äußern würde, da Erstere.den Bundestagsbeschlüssen vom 28. Juni 1832, Letztere aber den in Bezug auf dir Verhältnisse der Bekenner des mosaischen Glaubens: getroffenen und in den .Art. 16 der Bundesakte übergegangenen! Vereinbarungen der wiener Kongreßmächte wider- •' sprächen. Zur Herstellung dieser von dem. Vertreter i Preußens am Bundestage selbst vertretenen Ueber-! einstimmung wird, - dem Vernehmen.nach, die gedachte! Kommission die Streichung des Wortes „staatsbürgerlichen^ in dem Satze 12 der Verfassung:: „Der Genuß der bürgerlichen mnb staatsbürgerlichen Rechte ist^unabhängig von dem religiösen Bekenntnisses, proponiren und in Betreff des Budgets die Auffassung adoptiren, daß die^ Zustimylüng: .der Kammernrnur für Erhöhungen und Abänderungen im Staatshaushalte erforderlich sei. Diese- Mitthellüngenscheinen nicht vollkommen richtig. Allerdings scheint man am Bundestage, wie die Vorgänge: in Frankfurt zeigen, so wie von gewisser Seite ln Preußen , wenn man aus den Hindeutungen der. N. Pr. Ztg. und den Beschlüssen der Provinziallandtage schließen-, darf, in Betreff der politischen Rechte der Bekenner des mosaischen Glaubens Aenderungen zu bezwecken, aber nach den Erfahrungen aus der letzten Session, in welcher ein dahin bezüglicher Antrag von Klee nicht die Majorität und auch nicht die Zustimmung der Regierung erhielt, scheint es wahrscheinlich, daß: man in Preußen nicht einseitig in dieser Beziehung Vorgehen, sondern gerade auf,Grund des Art. 16. Alinea % den Status quo einstweilen erhalten werde. Denn in jenem heißt, es : „die. Bundesversammlung, wird - in Berathung ziehen, wie aus eine möglichst übereinstimmende Weise die bürgerliche Verbesserung der Bekenner des jüdischen,Glaubens - in Deutschland zuj bewirken .sei, und 'wie -insonderheit; der Genuß d.er bürgerlichen Rechte, gegen, die IMbernahme.aller Bürgerpflichten in den Bundesstaaten verschafft und gestchert werden könne. Jedoch werden den Bekennern dieses Glaubens chis dahin die denselben pon den einzelnen Bundesstaaten bereits eingeräumten Rechte, erhalten." : . —. Die Situation ist also gegenwärtig folgende: es giebt: in Preußen eine j „kleine, aber mächtige Partei", welche dahin strebt,' den Juden die. -„staatsbüxgerlichen" Rechte zu nehmen, und nur chje „bürgerlichen" Rechte zu lassen. Daß mindestens, einige Glieder des Ministeriums damit, übereinstimmen, hat sich in der Debatte.:in der ersten Kammer über den Antrag von Klee gezeigt. Wenn die Voss. Ztg. dagegen auf den Art. 16 der Bundesakte sich beruft, so ist dies eine: schwache- Stütze, da. dieser Artikel den Juden nur die Rechte -garantirt, die sie bis. zum Abschluß der- Bundesakte erhalten hatten, und das sind in vielen Staaten herzlich wenig. Wir wüßten nicht, was daran hindern, sollte, .wenn der Bundestag beschließt: die Juden sollen im deutschen Bunde keine staatsbürgerlichen Rechte genießen, sondern nur die bürgerlichen; allerdings entstünde die Frage, was sind

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