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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-25 · Heft 44 (25.10.1852) · p. Seite 527

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 44 (25.10.1852)
Date
1852-10-25
Page
Seite 527 (sequence 7)
Language
German
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m es entstehen dadurch so manche Unbehaglichkeiten, da diejenigendie ein schweres Geld für ihre Sitze zahlen, kaum-an Feiertagen zu denselben gelangen können, wegen des herandringenden Publikums. Auch kann der Tempel nicht im Entferntesten genügen den Nachfragen um Plätze. . Erlauben Sie mir bei dieser Gelegenheit auf eine Rede des Herrn Predigers Mannheimer, die derselbe am ersten Tage deS Laubhüttenfestes gehalten, zurückzukommen. 'Sie gehört zu den besten, die dieser berühmte Kanzelredner gehalten. Er behandelte das Thema vom Ackerbau und wünschte, Vast die Zeit kommen möge, wo wir in den Tempel deS Herrn mit den Früchten treten mögen, die wie gepflanzt und großgezogen, und nicht mit Lulow und Eßrog, an deren WachSthum und Gedeihen wir keinen Antheil haben. Noch auf eine erfreuliche Erscheinung erlaube ich mir aufmerksam zu machen ukd da.S ist, wie massenhaft jetzt in Ungarn neue Schulen gegründet werden. ES wäre nur zu wünschen, daß vortheilhafte Akquisitionen gemacht werden, damit die Schulen Bestand und Dauer haben. Freilich müssen wir es auch wünschen, daß in den Gemeinden erleuchtete Schulkommisstonen seien, die daS Gute und Rechte zu wählen wissen. Mögen die Worte, die Sie in No. 40 der A. Z. d. Jud. ausgesprochen, den Gemeinden zu Herzen gehen. Preußen. Berlin, 15. Oktober. Bekanntlich ist auf einigen Provinziallandtagen beantragt worden, die Fähigkeit, an den provinzialständischen Versammlungen theilzunehmen, oder Rittergüter käuflich zu erwerben, künftig von der Angehörigkeit zu einer der christlichen Kirchen abhängig zu machen, eine Beschränkung, der freilich bis jetzt der Art. 12 der Verfassung im Wege ist. Die Kreuzzeitung meldet jedoch heute, daß die Staatsministerialkommisston für etwaige Verfassungsänderungen sich dem Bernehmen nach „insbesondere" mit dem erwähnten Art. 12 der Verfassungsurkunde zu beschäftigen habe. (Es ist allerdings die Bezeichnung „StaatSministerialkommiffion" unrichtig, denn diese Kommission, in welcher der bekannte Professor Stahl den Vorsitz führt, ist nur vom Munster des Innern berufen. Von ihren Beschlüssen kann also , schon Dieser annehmen was ihm beliebt, um sie vor das Staatsministerium zu bringen; dann ist Dieses wieder kompetent, um Anträge vor die Kammern zu bringen. Allein demungeachtet ist es uns auch nicht im Geringsten zweifelhaft, daß der Art. 12 nicht so bleiben wird, wie er ist. Red. d. A. Z. d. Jud.) Frankreich. Paris, 11. Oktober. Aus Bordeaur schreibt man: Die Israeliten, die einen bedeutenden Theil der Einwohnerschaft von Bordeaur ausmachen, haben alle Ursache, mit dem Benehmen deS Prinzen gegen sie zufrieden zu sein; den Großrabbinen Herrn Marx hatte er mit dem Ehrenkreuz beschenkt und auf dessen Anrede ebenso huldreich geantwortet, wie auf die der protestantischen Kirchenbehörden - zu NimeS und Montauban. „Prinz" — so lautete die Anrede des Großrabbinen — „die Israeliten der Gironde rufen die Segnungen Gottes auf Sie und Ihre providentielle Mission herab, so wie sie auch mit Vertrauen auf Ihren machtvollen und hochherzigen Beistand zählen, um überall das große Prinzip der Religionsfreiheit aufrecht zu erhalten und zu vertheidigen, das Frankreich in die Welt eingeführt und der Kaiser unsterblichen Andenkens mit dem Ruhme feines Namens fortgepflanzt hat." Louis Napoleon antwortete: „Ich danke Ihnen für Ihre Wünsche und seien Sie überzeugt, daß ich alle die großen Prinzipien von 1789 , die der Kaiser in Frankreich bekräftigt hat, unerschütterlich aufrecht erhalten werde." Nordamerika.; Philadelphia, 8. September: (Privatmitth.) Unser jüdisches Schulwesen in den Vereinigten Staaten hat noch keine glänzende Stufe erreicht, weder an Zahl der Institute, noch an Tüchtigkeit. Es bestehen einige jüdische Schulen in New-Uork, zwei in Baltimore, eine hier, eine in Cincinnati, zwei in Cleveland eine -oder zwei in Albany, eine in Louisville, eine in Boston. Es mag noch einige andere geben, aber ich habe Nichts von ihnen gehört. Außer diesen giebt es noch Sonntagsschulen, wo die Damen, meistens unentgeldlich, Unterricht ertheilen; sie haben ihren Ursprung in unsrer Stadt. ES ist aber nicht

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