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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-25 · Heft 44 (25.10.1852) · p. Seite 525

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 44 (25.10.1852)
Date
1852-10-25
Page
Seite 525 (sequence 5)
Language
German
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STS an der festgesetzten Glei chstellung - der Israeliten zu rütteln sich unterfingest/ sogleich energisch dagegen Angriff und soeben'-großen Grundsätz - der v ol len-Religion Sfr e Heitmit- Wort und That bekundete. Sein edler Mame verdient in den Annalen -der Geschichte der Juden' in Sachsen neben Krug und v. Meyer auf Lieska genannt zu werden! — Hoffen wir' von der Weisheit und Humanität'unftrs Königs, daß sein zu ernennender Nachfolger von denselben Gesinnungen beseelt sein wird. — Leipzigs, 10/ Oktober. (Privatmitth.) Der seit einigen dreißig Jahren wahrend der Messen bestehende deutsch-israelitische Gottesdienst des Hamburger Tempels erfreut sich immer noch zahlreicher Freunde und Anhänger, ob schon man von allen Seiten bemüht ist, gegen den Choralgesang mit Orgelbegleitung anzukämpfen. Und dennoch sieht man während der Festzeit Israeliten aus den orthodoresten Synagogen, die sich mit der größten Leichtigkeit an die Stille des Gottesdienstes, an den einfachen Ritus gewöhnen können, ja man bemerkt schon Polen, die in die feierlichen Gesänge mit einstimmen. Die Aufgabe, welche sich das Institut gestellt, ist seit seinem Bestehen vollkommen gelöst worden. - Gerade dieser besuchte Meßplatz konnte am Meisten dazu' beitragen , den Sinn für Verbesserung - des Gottesdienstes in Israel zu weckem Es ist allerdings nicht zu leugnen, daß Viele den Tempel in L. besuchten, aus Neugier, um dies und jenes zu bespötteln, aber gerade Viele dieser Besucher wurden nachher die größten Freunde dieses Instituts, gerade diese waren es, die angeregt von dieser gottseligen Feier, den Sinn für Verbesserung in ihren hcimathlichen Gemeinden ebenfalls erweckten. Man bemerkt feit dieser Zeit einen geistigen Aufschwung im Judenthum; in Deutschland findet man selten' eine Synagoge, die nicht ihren' Prediger- und tvo sie dies nicht ermöglichen konnte, hat sie den Gesangveredelt und verbessert. Von Jahr zu Jahr entstehen neue Tempel und überall zeigt sich der Geist der Verbesserung. ' Bedenkt maw nun die ungeheueren Schwierigkeiten , mitdenen das-Jnstitut Anfangs der Neuerung wegen-- später Und jetzt der Geldmittel wegen, zu kämpfen-hatteso gehörte wahrlich ein religiöser Sinn, einfester Wille dazu, nicht müde zu werden diesen o trefflichen Weinberg' des Herrn zu erhalten und die Stiftersvwol/ als die späteren: Direktoken der Anstalt haben sich das schönste Monument errichtet. Wo solch e -Männer im Vereine mit tüchtigen israelitischen Gelehrten'Wie^ Zünz-, Auerbach u. s. w. wirken, da mußte die Aufgabe gelöst werden. Zum Glück siel dieser Wirkungskreis' in eine-Zeit/ wo-diese Anstalt/als eine neuemit Begeisterung begrüßt wurde.- *; Dieser Umstand erleichterte, die Last "der Direktion.' Aberwie iftesjetzt? DaS Institut ist nicht mehr neu, nicht mehr einz i g in seiner Art, die materiellenMittel sind erschöpft, die Zeit; ist eine andere geworden und jetzt' gerade sind die größten Schwierigkeiten zu bekämpfen. ES war also natürlich, daß diese gottesdienstliche Anstalt dem Verfall nahe war, wenn nicht tüchtige, thatkräftige Männer zum Direktorium: gekommen wären, die mit wahrhaft religiösem Eifer das Werk deS Herrn wieder aufnahmen und keine Mühe mitten in dem lebendigsten Verkehr scheuen, ein Institut zu erhalten, das des Guten schon so viel gestiftet. Dio Herren Magnus Meyer und Hosjuwelier Friedberg aus Berlin, Drucker aus Leipzig und Elkan auS Weimar gehen Hand in Hand bei diesem gottgefälligen Werke. Im Vorstande selber ist die größte. Einigkeit. Eine echt religiöse, für das Judenthum glühende Begeisterung. Am jüngsten Verföhnungstage, so wie andem darauf folgenden Hüttenfeste, war der Tempel so besucht, daß kein Platz mehr zu vergeben war. Allgemein sprach 'sich die Zufriedenheit auS und überall wurde der Wunsch laut, daß dieser Gottesdienst sich verbreite, und daß die Vorstände daS Streben vor Augen haben mögen, einen Tempel zu gründen, um möglicher Weise eine Vereinigung der verschiedenen Parteiungen zu erzielen. Der jetzt angestellte Prediger vr. Gustav Philippson aus Dessau hat in allen seinen /Vorträgen Viesen Grundsatz zum Inhalt. Seine Predigten sind einfach und populär- und sprechen allgemein an; keiner der Hörer verläßt sie unbefriedigt. Weimar, 14. Oktober. (M. Z.) Seit der Einführung des neuen Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Juden, welches die Ehen zwischen diesen und Christen gestattet, sind in unserm Großherzogthum vier Solcher geschloffen worden, welche: theils von den christlichen Geistlichen, - theils von dem Landrabbiner eingesegnet wurden. Aus dem Schooße - der Ersteren bereitensich jetzt aber Petitionen vor, welche

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