Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 44 (25.10.1852)
- Date
- 1852-10-25
- Page
- Seite 524 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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12. August 1852 verkündet werden, denen Folgendes ' beigefügt ist:.„Indem wir vorstehende Bundesbeschlüsse hiermit, verkünden, erklären wir, in-Gemäßheit -derselben, das. Gesetz vom 19. Oktober 1848 - (Gefttz- und Statutensammlung Band 8- Seite 269---275), insoweit dasselbe' nach Inhalt '-unserer Kundmachung vom 31. Dezember 1849. nicht schon erloschen ist, und die durch das! angeführte Gesetz -vom 20. Februar 1849 (Gesetz- und Statutensammlung Band 10, Seile 214 und 215) verfügte staats bürg erl ich e G l eichst elung der Staatsangehörigen für -außer-Wirksamkeit gesetzt. Zugleich erklären wir, daß die als wünschenswerth oder nothig zu erachtenden Abänderungen der hiesigen Verfassung, wie sie durch die KonstitutionsergänzungSakte vom Jahre.1816 festgestellt worden, forthin auf dem durch die Konstitutionsergänzungsakte vorgezeichneten Wegezu verhandeln und .einzuführen sind. . Beschlossen in unserer großen Rathsversammlung, den 5. Oktober 1852."' Frankfurt am Main, 14 Oktober. (Fr. P> Z.) Das Gutachten des Professor Zöpfl in unsrer- Verfaffungsangelegenheit scheint nicht ohne Einfluß auf die Beschlußnahme des Senats vom 5. Oktober geblieben zu sein, denn er hat in ähnlicher Welse, wie die badische Regierung im Jahre 1832 in Bezug auf das Strafgesetz, die betreffenden Gesetze nicht für ungiltig erklärt, sondern nur in Gemäßheit deS BundesbeschluffeS vom 12. August außer Wirksamkeit gesetzt und zwar bezüglich deS Gesetzes vom 10. Februar 1849 nur die darin verfügte staatsbürgerliche Gleichstellung der Staatsangehörigen. Die durch dieses Gesetz begründete privatrechtliche' Gleichstellung z. B. hinsichtlich des Erwerbes von Grundeigenthum, bleibt somit in Kraft. V ' —. (Hamb. Korr.) Wie wir hörenhaben 57 der reichsten israelitischen Familien, worunter. Anselm von Rothschild und der modenische Konsul B. H. Gold^ schmidt, beschlossen, Frankfurt zu verlassen und sich anderswo anzusiedeln. -- Dresden, 8. Oktober. (Privatmitth.) Es gab seit längerer Zeit nichts Interessantes aus unsrer Gemeinde für Ihr geschätztes Blatt zu berichten, jetzt muß ich nun nach langer Unterbrechung mit-der Nachricht von einem Traüerfalle leider wieder beginnen. Es ist nämlich' eine der würdigsten Frauen unsrer Gemeinde, die /Wittwe des in 'der israelitischen Gelehrtenwelt allgemein gekannten und gefeierten, früh verstorbenen S i m o n B ou d i (Verfassers des' Or Esther), welche äm 2. d: M. Nach mehrmonatlichen Leiden das Zeitliche' verließ und deren Verlust allgemeine Trauer erregte. - ÄtS Vorsteherin des i'srael itisch en Frau e tt v e rern s widmete' N ach nette Bondi ibr Leben fast ganz der Verwaltung dieses wohlthätigen und heilbringenden Vereins; ihr Denken Und' Trachten war blos dahin gerichtet, den leidenden Schwestern in Israel Hilfe zu spenden,/durch Erweiterung und ' Vermehrung der dem Vereine züfließenden Beiträge dessen'Wirksamkeit zu vergrößern, so daß die - edle Dahingeschiedene' durch ihre rastlose Thätigkeit und' Sorgfalt es dahin brachte, daß nicht blos armen kranken Frauen freie Arznei, freie ärztliche Behandlung und eine angemessene Geldunterstützung gereicht werden konnte, sondern auch solche nothleidende Personen weiblichen Geschlechts, die mit einer lebenslänglichen Siechheit behaftet sind und IjUfc lps^ dahin schwinden, Spenden aus der Vereinskaffe erhielten,, ohne Hessen Fonds zu schwächen., Das edle Amt, welches sie seit 16 Jahren, dem Ableben ihrer vortrefflichen Mutter und Amtsvorgängerin Frau Eleonore Bondibekleidete, war gewissermaßen ihr einziges Lebensziel, sie kannte keinen Genuß, gönnte sich kein Vergnügen außer wenn eS galt Etwas für ihren wohlthätigen Verein zu bewirken. Noch in den letzten Tagen'vor ihrem Hinscheidenfast besinnungslos, gab sie ihre Sorgfalt für den Verein üüf mannigfache rührende Weise zu erkennen. Am Grabe der Verblichenen sprach der Oberrabbiner vr. Frankel, obgleich es Festtag war (die Beerdigung fand am inu-i statt), dennoch ausnahmsweise sehr sinnige und erhebende Worte, worin ihre edle Wirksamkeit kurz und treffend geschildert wurde. 'Der Ewige gebe ihr ewigen Frieden im Jenseits und uns Trost und Hoffnung, baß eine gleich Würdige sie ersetzen wöge! Der Austritt des Ministers des Innern Richard Freih errn von Friesen wird von uns sehr empfunden; denn bekanntlich war es dieser würdige und humane Staatsmann > -der sowol auf den letzten' beiden Landtagen besonders durch seine Beharrlichkeit die Anträge der Reäktionspärtei, die Rechterer Israeliten in Sachsen Wieder zu schmälern, scheitern machte, 'als'auch in allen einzelnen Fällen, wo Unterbehörden