Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 44 (25.10.1852)
- Date
- 1852-10-25
- Page
- Seite 523 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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solche Kommission ’vorhandenda schaffet; sie sofort; wo sie vorhanden, da verpflichtet sie auf's. Strengste. Figuranten können wir in keinem Gemeindeinstitute brauchen Wer sein Ehrenamt nicht mit Gewissenhaftigkeit vollzieht, der übernehme es nicht, , er nützt Nichts, aber schadet, viel. DaS ist das Unseligste, daß unsere Glaubensgenoffen viel eher gepeigt sinh„. G^ld für Gemeindezwecke herzugebenals diese felhst mit Äusdauer und Besonnenheit, mit Thatkraft und,Beharrlichkeit. zu verfolgen und( zu verwirklichen. ES ist gleichgiltig, ob .eine Schule, groß oder klein, ob sie einen weitern oder engern Zweck habe, sei eS selbst nur Religkonsschule: sie muß eine stete Beaufsichtigung haben, und so Ihr diese unterlasset, habet. Ihr an der Jugend und am Lehrer gefrevelt,—- wundert Euch dann aber auch nicht, wenn die Schule die Erwartungen: nicht erfülle!, die Ihr von shr gehegt, wenn sie früher oder später in Verfall gerathet! — - . . ' . Die Aufhebung der bürgerlichen Gleichstellung in Frankfurt am Main. Was längst vorausgesehen worden,, ist nunmehr geschehen, und die israelitischen Angehörigen der freien Reichsstadt, Frankfurt am Main sind von BundeSwegen in die vormärzliche Stellung zurückgedrängt. Es ist dies um so markanter, als die christlichen Bewohner der Landschaft, die v.or 1848 ebenfalls nicht stimmberechtigt waren, ihre gegenwärtigen Rechte behalten, Haben. . , Es ist nicht zu verkennen, daß dieses Ereigniß der bedeutsamste Wendepunkt in unsrer Angelegenheit' in neuester .Zeit ist; denn da weder Senat noch Bewohnerschaft Frankfurts daran Schuld sind, sondern die ausdrückliche Vorschrift her Bundesversammlung,. so läßt es sich voraussetzen, daß der gleiche Grundsatz auch in den Staaten des Bundes zur Ausführung kommen werde, welche bis jetzt damit zueückgehalten haben. Man . weiß, daß es in allen Dingen der erste Schritt ist, der schwierig ist, und dieser ist gethan. ,> , Niemand sieht es den obigen Zeilen an, welche Empfindungen die Juden hierbei haben; ich sage, die,Juden, denn, in diesem Punkte sind wol die dem Judenthume entfremdetsten von gleichen Gefühlen bewegt.. Wir können zwar allem Dem Nichts entgegenstellen, wir können uns nur trösten. Uebler gethan ist es, Jemandem Etwas nehmen, als eS ihm vorenthalten. Nichteinmal protestiren wollen wir/ denn protestiren heißt feine Ohnmachtdoknmentiren: - Worauf^ wir uns zu stützen haben, wissen wir, denn das..Bewußtsein, und das Vertrauen auf die göttliche Lenkungkanw Einem. nicht wegdekretirt werden.- Wir können unseren.Gegnern nur ssagen: ,-Die Geschichte lehrt nichts Anderes, als daß; Niemand aus ihr lernt^ —! Aber Eines .können nöch.^ Wenn unsere Väter den Hohn, der Welt zu tragen hatten , was thatrn sie? Sie gingen ein in ihre Kammern, dort - erhoben sie sich durch die innigste Treue- .durch die heißeste Liebe zu Gott; undihrer Relig ion, dort erhoben sie sich durch das reinste, innigste Fa m i li en g l ü ck, durch die Uebung der. lautersten.Wohlthätigkeit und frommen' Werkes- Und siehe,, siewaren glücklich und sehr erhaben. Wollet Ihr nichtDasselbjge thun, Ihr Söhne eineraufgeklärten Zeit, die aher. Euch Dasselbige thuet? Wenn einmal die-Zeit war, sich wärmer, inniger an das Bekenntniß seines Gottes, zu schließen, die Zeit, „nach dem Himmel zu greifen, da die - Erde versagt, wird," undim i reinsten Familienglück und im innigsten Gemeindeleben sich zu erheben: so ist: es die jetzige für uns! 'vi i7-- *"v - fi * K . Ihr da , Israeliten Frankfurts, die Ihr zerrissen in Parteien, und getrennte Gotteshäuser bauet, auf den Trümmern Eurer bürgerlichen Stellung vereinigt, versöhnet Euch! Es sind nur Dinge zweiten Ranges, um die Ihr auseinander ,ginget, gebet gegenseitig nach, vereinigt Eure Kräfte, Großes im Schooße Eurer Gemeinde, ihrer Institute, der Schule, der Familie zu thun, Euch daran zu erheben — thnet Dies, denn es ist an der Zeit, oder— Ihr habet reichlich verdient, was Euch geschehen! — — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 14 Oktober Eine heut erschienene Verkündigung des Senats hebt,' in Folge des betreffenden BundeSbeschluffes, die staatsbürgerliche Gleichstellung .auf, und ordnet neue Wahlen durch die christliche Bürgerschaft auf den 18. und 19. Oktober an. - ^' , - Frankfurt am Main >, 14. Oktober. Das heutige Amtsblatt publizirt eine Bekanntmachung unserS Senats, in welcher die Beschlüsse der. deutschen Bundesversammlung vom 23. August 1851 und vom