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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-18 · Heft 43 (18.10.1852) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 43 (18.10.1852)
Date
1852-10-18
Page
Seite 515 (sequence 7)
Language
German
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515 Magdeburg, 11. Oktober. Divan des Kastiliers Abu'l-Haßan Juda ha-Levi. Von Abraham Geiger. Breslau, 1851. Nachdem G. mit kräftigen Zügen in einem „Einleitendes" Zeit und Ort gezeichnet, führt er uns Zuda Ha-Levi als Jüngling vor. 1080 in Kastilien geboren, trieb er als Jüngling schon frühzeitig und mit Auszeichnung die Dichtkunst, von der unS einige Proben gegeben werden, größtentheils Tändeleien der Liebe, Freundschaft, Hochzeitgesänge, Räthselspiele. Wir theilen zwei der letzteren mit: - Was ist's, das nackt in'S Grab man legt, Und dennoch nicht den Tod erleidet, Dort Kinder zeugt, sie sorgsam pflegt, Bis sie erscheinen, wohl bekleidet? 'uaozuckvjA sv<x Was ist'S doch, über daS, wenn'S weint, DaS Herz uns fröhlich lacht, Das aber, wenn es heiter scheint, Betrübt und traurig macht? öchrgu uabsjg uus« ^sunmH> aa® IH. schildert uns Juda als Arzt. Nur seines VaterS Name ist uns bekannt, Samuel) auch daß er niemals mit Nahrungssorgen zu kämpfen gehabt. Er hatte außer dem Hebräischen das Arabische und Kastilische inne, schrieb und dichtete darin. Auch Juda ward Arzt, ein vielbeschäftigter, doch schrieb er Nichts über Medizin. IV. „Der Freund" zeichnet Juda in seinen freundschaftlichen Beziehungen zu den bedeutendsten Zeitgenossen, mit denen er in dichterischen Ergüssen Freundschaftsversicherungen apStaufcht; wir stellen einen Solchen an Isaak ben Al-Jotham hierher, in welchem er die Natur mit ihrer Herrlichkeit dem Freunde zu Füßen legt: Ein junges Kind, trank gestern noch die Erde Mit heißer Gier des Herbstes Regen, Auch einer Braut gleich, die verhüllt den Stunden Der Liebeswonne sieht entgegen. Nun heilt der Frühling ihr der Liebe Sehnen; Geschmückt mit goldner Beete Schimmer, Buntsarb'gen Teppichs sich erfreuend, tauscht sie Die zierlichsten Gewänder immer. Sie breitet überallhin Blüthendecken, Gar mannigfache Pflanzenaugen, Hier weiß, dort grün, auch roch, gleich Lippen, welche An des Geliebten Munde saugen. Woher die Farbenpracht, die Strahlenmischung? Das ist ein Leuchten ja, ein Funkeln, Als hält' den Sternen sie den Strahl entwendet, Wollt' sie mit ihrem Glanz verdunkeln! — Auf, ziehn wir nach den Gärten mit dem Weine, Der heißer Liebe Funken sprühet! Noch kalt, so lang er in .der Hand, doch innen - Da lodert's hell, wie Feuer glühet. Nun steigt er sonnig auf aus irdnen Flaschen, Wir fangen ihn in helle Gläser; So wandeln wir durch kühle Schattengänge, Beim würz'gen Dufte frischer Gräser. Jndeß wir fröhlich unfern Umkreis halten, Will auch die Erde Lust genießen; Sie lächelt, wenn die Regentropfen weinen, Die einzeln auf sie niederfließen. Sie freut der Thränen sich auf ihrem Antlitz Gleich reichgewirktem Perlenschleier, Und fröhlich lauscht fie, wenn die Schwalben zwitschern, Die Taube girrt nach ihrem Freier. Jungfräulich jubelt sie der grünen Blatter, Als dienten sie zum duft'gen Kranze, Und Alles hüpft in zierlicher Bewegung, Als ging's zum frohen Reigentänze. Erquickend säuseln frische Morgenlüfte, Mit Wohlgeruch den Lieben tränkend, Es scherzt der Wind, die Myrthe hauchet Düfte, Wie ferner Freunde mild gedenkend. Der Myrthe Zweig, bald stolz empor sich hebend, Legt bald sich auch wie kosend nieder; Der Palme W,pfel rauschen vor Entzücken, Vernehmen sie der Vögel Lieder. So hebt, so neigt sich die Natur, sich schmückend, Daß Isaaks würdig sie erscheine. Hörst Du ihr Wort? ES lautet: „Freudig strahl' ich, Weil ich mit Isaak mich vereine." Ernster werden in V. die Töne, welche dem „Manne" entfließen, zwar nicht düster, aber vor Allem die Ergebung in Gott aussprechend, z. B.: Ein Knecht, wer dient der Zeitlichkeit; Wer Gott dient, der nur ist befreit. Drum wähl' ein Jeder sich sein Theil; Ich finde nur in Gott mein Heil. (Fortsetzung folgt.) Aus Muhren, im Oktober. (Zur Schulliteratur in Oesterreich.) DaS ewige Bündniß.

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