Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 43 (18.10.1852)
- Date
- 1852-10-18
- Page
- Seite 514 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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514 dies eine Zeit, die dem jungen Israeliten unsrer Zeis nicht eindringlich genug vorgetragen werden kann. Warum nennt der Perf. den Propheten Elischa „Elisaus"? Die Bibel nach ihrem ganzen Inhalte dargestellt. Ein Lesebuch für'S HauS, zugleich als Leitfaden für den -Unterricht in der biblischen Geschichte und israelitischen Religionslehre von. Daniel Ehr mann n, Rabbiner in Hohenems. Erster Theil. Von'Schöpfung der Welt bis zur Einführung der Königswürde in Israel. Feldkirch, 1852. JedeS Mittel, um die der jüdischen Masse so vielfach auS den Händen gekommene heil. Schrift ihr wieder zugänglich zu machen, kann nur willkommen geheißen werden. Das vorliegende Werk erzählt den 5 Büchern MosiS, Josua und Richtern die Begebenheiten nach, stellt die Gesetzgebung in Gruppen zusammen, sucht schon über die bloße Erzählung hinäuszugehen, und einige Erklärung dem Leser an die Hand zu geben, ohne hier zu tief und zu weit sein zu wollen. Der Vers, hat die Abficht, im folgenden Theile auf dieselbe Weise den Propheten und heil. Skribenten nachzugehen, eine allerdings viel schwierigere Aufgabe als die im ersten zu lösende. Rathen müssen wir hier dem Verf., die zu übersetzenden poetischen Stellen der Schrift nicht wieder in streng metrischer Form mit Reim wiederzugeben, indem dies weder dem Charakter der Schriftsprache angemessen, noch anders als bei außerordentlich glücklichem Talente genießbar ist; die Schriftsprache verliert bei dieser Behandlung jedes Mal. Freie, rhythmisch gehaltene und dabei möglichst dem Charakter deS jedesmaligen Schriftstückes folgende Form erscheint unS als die einzig richtige und natürliche; daß dabei öfter metrische Form wie von selbst zum Vorschein kommt, versteht sich von selbst. Wir halten daS Werk deS gesch. Verf. namentlich in österreichischen Staaten für sehr nützlich, im übrigen Deutschland fehlt eS allerdings kaum an Schriften ähnlicher Art. — Kurze Auseinandersetzung der Gebräuche deS israelitischen KultuS. Nach Schulchan-Aruch. I. Kursus. Enthält die Ritualien, welche sich auf Gebete und Feiertage beziehen. Als Leitfaden für hebräische KronS- und Privatschulen. Bearbeitet von R. I. Wunderbar. Mit Approbation deS Ministeriums der Volksaufklärung. Riga und Leipzig, 1852. DaS Dasein eines solchen Buches enthält eine ungeheure Geschichte. Ein AuSzug aus dem Schulchan-Aruch in deutscher Sprache für russische Schulen der jüdischen Jugend — welche Phänomene! Daß eine solche Arbeit Bedürfniß ward, welch' ein Umschwung, welch' eine geschichtliche Entwickelung liegt darin enthalten, und darum wie viel Stoff zum Nachdenken. Die Arbeit des Verf. ist aber jedenfalls verdienstlich. Daß er dabei nur die Bedürfnisse deS orthodoxen Judenthums, wenn dies so weit gekommen, daß es mit seiner Jugend den Schulchan-Aruch nicht mehr.in der Ursprache vornehmen kann, im Auge gehabt, ist selbstverständlich, und empfiehlt das Buch'auch in Deutschland für gleiche Verhältnisse. Man kann sagen, daß Wunderbar seine Aufgabe glücklich gelöst hat, die da insonders im vorsichtigen „nicht zu viel und nicht zu wenige bestand. Wir wollen nur. die ersten Ueberschristen anführen: „§. 1. lieber die Pflicht früh am Morgen aufzustehen. §. 5. Andacht bei den Benediktionen.. §. 6. Verordnung über die Schaufäden und Gebetriemen. §. 8. Besondere Regeln über Zizilh. §-. 12. Besondere Regeln über die Betriemen. Vorschriften über die Morgenbenediktionen (S. 9—27). Verordnungen über den Sabbat und die Festtage" u. f. w.-Wir kommen nun zu der langen Reihe der grammatischen Schriften und Schriftchen. ä'tyn* ^s. Hebräische Lesefibel von I. M. Jap het, Vorsteher einer Lehr- und Erziehungsanstalt zu Kassel. Zweite verbesserte Auflage. Kassel, 1852. Sehr zweckmäßig geordnet und auch an Lefemaffe genügend für den Zweck. — Vokabularium zum Pentateuch Mim, nebst BiegungStabellen der hebräischen Substantiva und Verba. Bearbeitet von Joel NatHan, erstem Lehrer der israelitischen Schule zu Danzig. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin, 1851. Die Brauchbarkeit diese- Buches hat sich in der von unS schon 1844 angedeutete Weise bewährt. Loben kann man es nur, daß in dieser zweiten Auflage die Vokabeln jedeS Kapitels bedeutend vermehrt, die nöthigsten sprachlichen Bemerkungen hinzugefügt, und in den ersten Kapiteln die Bedeutung deS im Texte verkommenden Wortes nebst der seiner Wurzel, späterhin nur die Bedeutung des Wurzelwortes gegeben worden. — Güldensteins hebräische Deklinations und-Konjugationstabelle nebst Andeutung für den Lehrer. Buchau, 1852, beim Verfasser. Nichts ist wichtiger, als dem jüdischen Schüler zur Erlernung des nothwendigsten grammatikalischen Materials die erleichterndsten Methoden und Hilfsmittel in die Hände zu geben. In der hebräischen Grammatik ist für den Elementarunterricht Deklination und Konjugation daS einzig Schwierige. Wir machen daher auf diese Tabelle aufmerksam, die so übersichtlich und leicht einzuprägen ist, daß der Erfolg gewiß lohnend sein wird. (Fortsetzung folgt.)