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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-18 · Heft 43 (18.10.1852) · p. Seite 513

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 43 (18.10.1852)
Date
1852-10-18
Page
Seite 513 (sequence 5)
Language
German
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513 reichte die hiesige jüdische Gemeinde diejenige Bildungsstufe, welche sie berechtigt, neben ihren christlichen Schwestern eine gleiche Beachtung und Anerkennung zu verdienen. Seine zahlreichen Schüler von nah'und fern, worunter namhafte Gelehrte, feierten am 28. September 1845 ihm ziEhren Hierselbst sein Lehrerjubilaum, wobei ihm unter Ueberreichung seines wohlgetroffenen Brustbildes, eines eigens hierzu gearbeiteten silbernen großen Pokals und mehrerer Festgedichte eine Adresse, als Zeichen der Verehrung, Liebe und Dankbarkeit dargebracht wurde, welche zur Zeit in diesen Blättern mitgetheilt ward. Sein unermüdlicher Eifer für das Gute und Schöne, sein streng religiöser und sittlicher Wandel, sein wohlthätiger Sinn und seine seltene Nächstenliebe erhoben ihn zu einem wahren SBöt*, und Musterbilde; sein sanftes Wesen, seine beispiellose Bescheidenheit, seine stete Bereitwilligkeit, wo es galt, Rath und Hilfe zu bringen, erwarben ihm die Liebe und Achtung Aller, die ihn näher kannten. Sein Tod erfüllte seine zahlreichen Freunde und Verehrer mit tiefstem Schmerze. Am 12. d. Mts. wurden seine sterblichen Ueberreste unter zahlreichem, aus den verschiedensten Konfessionen bestehendem Gefolge zur Erde bestattet, wobei der zeitige Rabbiner Herr vr. Gebhardt eine ergreifende Trauerrede hielt, in welcher der Letztere auf die seltenen Eigenschaften und großen 'Verdienste des Entseelten hinwies und gleichzeitig zur Nacheiferung eines so würdigen Beispiels aufmunterte. In dem Herzen seiner zahlreichen Freunde und Verehrer hat sich der Verstorbene ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Ruhe seiner Asche! H. J. Frankreich. Paris, im Oktober. Auf die an den Prinz- Präsidenten durch Herrn Valabrögue, Mitglied des israelitischen Konsistoriums zu Marseille gerichtete Anrede-antwortete der Prinz: „Ich bin von den Wünschen, welche Sie für mich aussprechen, gerührt. Sie können auf meine Unparteilichkeit rechnen. Ich werde niemals die Grundsätze der Gewissensfreiheit, in Frankreich geheiligt, antasten." — Bei, dem durch die Stadt Air gegebenen Ball, als der Prinz den ehrenwerthen Generaladvokaten Herrn Bedarrides (Israelit) erblickte, dekorirte er ihn selbst mit der Ehrenlegion. — Michel Alcan, Repräsentant in'der Konstituante von 1848, ist zum Professor am Konservatorium der Künste und Gewerbe ernannt worden. — Die Wahl eines neuen Großrabbinen des Zentralkonsistoriums beschäftigt bereits die Gemüther. (Nach den Arch. isr. de Fr.) —. Die Redaktion bet Arch. isr. de Fr. macht der Redaktion des ^lew. Chrcm. Vorwürfe, daß sie ihr Artikel entlehne, ohne die Quelle zu nennen. Wir können dieselben Vorwürfe machen, daS 4ew. Chron. entlehnt fast wöchentlich eine Reihe Artikel unserm Blatte, bei dem Schluß des letzten bisweilen die Quelle bemeldend, bisweilen — sie vergessend. Aber wir können dieselben Vorwürfe auch der Redaktion der Arch. isr. de Fr. oft genug machen, wir verweisen z. B. im letzten Hefte nur auf S. 598 Baviere, 599 Hambourg , 601 Mittau, Artikel, die uns entnommen sind, und die Quelle ist nicht bezeichnet. Großbritanieu. . London, im September. 56^isk 6krolliele versichert, es sei die Absicht des Barons Lionel Rothschild bei Eröffnung des Parlaments noch einmal als Vertreter der City auf seinem Platze zu erscheinen. Er wird bei Gelegenheit der Sprecherwahl von seinem Rechte zu sprechen und zu stimmen, und mit den anderen Citymitgliedern von dem alten Cityprivilegium Gebrauch machen, seinen Platz zunächst am Stuhle des Sprechers zu nehmen. Literarische Nachrichten. Magdeburg. S ch ul U t e t a tu r. Eine Menge von neuen Schriften für den Unterricht in der jüdischen Schule liegt vor uns; wir bringen sie in Abtheilungen. — Biblische Geschichte für die israelitische Schuljugend von Emanuel Hecht. Zweite völlig umgearbeitete Auflage. Fulda, 1849. Schon 1842 wurde die erste Auflage dieses Büchleins nach Verdienst belobt, und diese zweite har nur an Faßlichkeit deS TonS und Vollständigkeit gewonnen. Die Darstellung ist einfach, fließend und anziehend, so daß daS Buch jedem lesekundigrn Kmde in die Hand gegeben werden kann. EineS finden wir zu-tadeln, daß der Verf. in dem „Zusatz", nämlich „weitere Schicksale der Juden", mit so außerordentlicher Kürze die außerordentliche Epoche der Makkabäer berührt — es ist

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