Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-11 · Heft 42 (11.10.1852) · p. Seite 499

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 42 (11.10.1852)
Date
1852-10-11
Page
Seite 499 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225768-3225811--12696-3242888
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

499 mit dieser —Eure eigene Zukunft, Ihr jüdischen Lehrer. Lasset es Euch gesagt sein.-- schmachtet die jüdische Schule noch ein oder einige Dezennien so hin — so ist es auch um Euch geschehen, und Ihr möget im Alter zusehen, wo 3hr -leibet. ... Es ist dies kein Schreckbild, es ist Wahrheit ... Ihr fraget mich: waS Ihr thun sollet? Zuerst, für Eure eigne Ausbildung /sorgen, immerfort sorgen, je mangelhafter der Weg Eurer Heranbildung war. Die Mittel bieten sich jetzt auf der Straße dar./ Alsdann, ohne Rücksicht auf materiellen Lohn unermüdlich wirken, in der Schule und außerhalb der Schule,'auf jeden einzelnen Schüler, auf die Eltern. Ueberall muß die Sorge für Eure Jugend hervorblicken, dann könnet Ihr selbst zudringlich erscheinen. Je geringer die Zahl Eurer Schüler ist, desto lieber muß Euch dies sein, denn desto Größeres könnet Ihr an diesen leisten. Also: lernet immer zu und lehretimmer zu! Vor Allem aber füllet Euch mit dem Bewußtsein Eures Berufes; der muß Euch -nb nbÄd „ein kostbares Eigenthum dem Herrn" sein; sehr bescheiden hinsichtlich Eurer Person, seied sehr stolz hinsichtlich Eures Berufes — es giebt keinen höhern, ja desto höher ist er, je geringer er geachtet und je schlechter er belohnt ist. Darin beruhet erst seine rechte Hoheit! Endlich aber bekümmert Euch um die Urtheile nicht, die über Euch gefällt werden, um die Kämpfe nicht, die man Euch bereitet, um die Behandlung nicht, die man Euch angedeihen läßt. Alles DieS muß tief unter Euch liegen, und das Bewußtsein, in Eurem Berufe zu streben nach Kräften, und die Liebe Eurer Zöglinge, darin muß Euer Lohn und Eure Tröstung liegen.... Und dennoch noch Eines: über Alles, Ihr Lehrer, müsset Ihr selbst g otte s für ch ti g, rel igiö s, jü d ischreligiös sein -— dies ist die O-uintessenz: ein wahrhafter, reiner, inniger Gottglaube muß Euch beseelen, eine mächtige Liebe zu Israels Lehre und Israel selbst muß Euch begeistern — dann ist ja auch der angestrebte Erfolg gewiß!... . . Nein! es sind dies keine Worte, die ich Euch gesagt, es ist der größte und reichste Inhalt. Einst wurde Israel zum Religionsvolke erkoren, und in Israel wiederum zum bereitesten Träger die Leviten — die Leviten unsrer Zeit in Israel seid Ihr, Jugendlehrer! Von der Seele. (Schluß der Materialien aus No. 28. H, 36. 39.) Um nicht zu weitläufig zu werden, wollen wir hiermit die Anführungen aus den Schriften der Naturforscher, sp sehr wir sie auch z. V. aus den Werken Carus',. Oerstedt's u. A. vermehren könnten, beschließen, nachdem wir so erwiesen haben, daß die überwiegende Mehrzahl, der jetzigen und größten Naturforscher der materialistischen Ansicht von der Seele geradezu entgegen, ist, daß es daher nur eine kleine Fraktion meist minder bedeutender Naturturforscher (der bedeutendste unter ihnen äst. allein Burmeister in Halle, und der hat sich auf diesem Gebiete gerade ziemlich blamirt) ist, welche dem Materialismus huldigen, und daß es daher reine Erfindung ist, wenn diese kleine Fraktion die Meinung unter dem Publikum verbreitet, haß die Naturforscher stets auf den Materialismus hknaüskommen; vielmehr steht fest, daß die. Wisseuschast als solche die Existenz der Seele als solche fortwährend behauptet und ausrecht erhält. Nur Eines können wir uns nicht enthalten wegen seiner Eigenthümlichkeit noch hier.anzuführen. Unter den deutschen Geburtshelfern unsrer Zeit nimmt einen sehr bedeutenden Standpunkt Ppof. vr. Hohl zu Halle ein. Seine 1845 erschienenen „Vorträge, über die. Geburt des Menschen" haben für Theorie und PrariS der Geburtshilfe einen gleich großen Werth. In dem ersten Vortrage derselben führt er auf .ebenso geistreiche wie gelehrte .Weifeden Beweis dafür: - - -daß die Bestimmung deS Menschen „geistigagu fein"; - Träger eines sich entwickelnden Geistes' zu seindie Ursache seines schweren, länger dauernden und schmerzhaftern Gebärens und Geborenwerdens ist, daß daher hinwiederum diese schwerere Geburt ein Beweis für die Präponderanz des Geistes im Menschen ist.'- Wir müssen es uns versagen, die sorgfältig geführten Beweise hier darzulegen, heben daher nur seine Hauptsätze hervor. Er beginnt: „Die höhere Bestimmung des Menschen, geistig und frei zu sein, ist mit den davon abhängenden körperlichen Eigenthümlichkeiten^, (der Verf. weist im Verlaus insonders auf die aufrechte Stellung und den aufrechten Gang und die davon abhängende Bildung deS ganzen Körpers des Embryo wie der Mutter hin,) „wodurch er sich so eminent vor allen Geschöpfen der Erde auSzeichnet, der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.