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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-04 · Heft 41 (4.10.1852) · p. Seite 494

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 41 (4.10.1852)
Date
1852-10-04
Page
Seite 494 (sequence 10)
Language
German
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4S4 hohe Weisheit deS jüdischen Lehrers zu erhalten. Frug der Rabbi, worin der Beweis bestehen -solle? Antwortete der Kaiser: er Möchte-gern wissenwas in diesem Augenblicke im kaiserlichen Schlosse vor sich gingen Der Rabbi nickte - ^bat um einen Augenblick Geduld, und entfernte sich/ . Nach kürzer Weile öffnete sich eine Thüre und -der Rabbi winkte dem Kaiser einzutreten. , > Das Zimmer, in welchesder höhe Herreintrat-- war ganz dunkel; nur oben/in der höchsten Wölbung erblickte maneinen Spiegel, in den die Strahlen eines eigenthümliehen, halb c gelben, halb blauen Lichtes sielen. - Die zitternden Strahlen -fielenzurücknach unten und erhellten die/ schwarzeglatte Mache einer großen Marmortafel.! Der Rabbi lud schweigend mit einer-Handbewegung den Kaiser' ein, -an die Tafel zu treten, und darauf zu blicken. Siehe, , da gewahrte der Herrscher auf der Marmortafel deutlich das Innere seines Schlosses; es war ein -entlegener,- von Wenigen betretener, ihm aber wohlbekannter Theil,: in welchem ein Bruder des Kaisers, der wiederholt sich gegen ihn empört hattein loser, aber sorgfältiger Wacht gehalten - wurde. Der Kaiser wurde aufmerksam.- .Da/ sah er einen vermummten Mann auf den Fußspitzen durch einen Gang' schleichen; der klopfte an eine geheime Thüre dreimalda wurde diese von innen geöffnet; ein Zimmer that sich auf, das. ziemlich erhellt war, darinnen saß des Kaisers Bruder im Lehnstuhl an einem Tische,, worauf viele Briefschaften; der Vermummte warf seine Bekleidung von sich, und es war — der Ritter, der Verfolger ^er Rabbistochter, -der Günstling des Kaisers. Der. Ritter trat zum Prinzen, kniete vor diesem nieder, küßte ihm die Hand, sprach mit ihm eifrig, nahm dann eine Landkarte, und -zeigte auf mehrere Stellen wiederholt hin., Der Kaiser mochte wol wissen, was dies zu -bedeuten z habe, lange stand er wie erstarrt - da, dann rief er aus: ,-Habt Dank, Rabbi--'Ihr habt mit den Verräther gezeigt H--" da erlosch die Flamme,- das Zimmer war dunkel-, der ' Rabbi ergriff des Kaisers Hand, und führte ihn in das erste Zimmer zurück. - Der- Kaiser verabschiedete sich bald, indem er dem Rabbi, der jede Belohnung abwies/ eine nanihafte Spende für die Armen der Gemeinde -zurückließ, und eilt nach dem Schlosse zurück. Noch in derselben Nacht wurde der Ritter aus der Nähe des Kaisers auf 'seine weit entlegne, einsame Burg verbannt. An die Vertreibung - her Juden und die Einkerkerung des Rabbi dachte der Kaiser nicht mehr. ‘ - Dir Ritter erfuhr bald durch seine Vettern am kaiserlichen Höfe,- von wannen drin Kaiser die Kunde seiner Berräthetei geworden- und-beschloßden Rabbi zu bestraf fen. Der Rabbi erhielt einenfalschen Brief, -ber ihn zur Traüüistz <der Töchter eines Mcheir:- MänneS' in öiüer biüüchbaöte'n - Stadt -berief. Als1 & ünterwegs dahin wbr, ward er in einem Walde von Bewaffneten überfallen;- die ihn aus dem Wagen rissen, und mit vielen Mißhandlungen auf die Burg des Ritters schleppten. Hier mußte er Tage lang im scheußlichsten Kerker und in Erwartung des Aergsten schmachten, denn er wußte wol, wohin man ihn gebracht. Am Abend des vierten Tages ward er aus dem Verließ geholt, und vor den zechenden Ritter geführt. Der überschüttete' ihn" mit SchiMpfreveüMller Art, und kündete ihm an, daß ihn der Mrartervollste Tod erwarte. Als der Ritter geendet, und den Rabbi noch immer ruhig und unerschüttert stehen sah^ brüllte er ihn an: „Zitterst Du nicht, Jude?" „Nein!" antwortete dieser gelassen,- „denn Dü wirst michnicht tödten." ,Mcht?" schrie Jener, ,,was soll mich verhindern?" -Dein eignes Leben, denn wisse, ich lese es aus Deinem Aütl-itz-/bir Nacht, in der Du mich ködt<!st> ist' büch Deine letztet-W- „Was? mHnc.; „Deint letzte, unwiderruflich." Der Ritter war erblaßt. „Sprich, wie so dies?" Der Rabbi antwortete: „Wenn Dü mir gelobst, und ans das Bildniß deS Stifters Deiner Religion beschwörst, mich ziehen zu lassen, und niemals wieder irgend' Etwas wider mich und meine Tochter, noch Einen meines Glaubens zü unternehmen, so will ich es Dir verkünden- und Du bist vom schmählichsten Tode gerettet.. . Der Ritter zögerte. „Und wenn Du mich belügst, Jude?" ,-Weün Dü mich heute entläffest, in der folgenden Nacht wirst Du die Verwirklichung erleben." Die Rühe und stille Größe des Greises überwand den Ritter, - er beschwor mit dem theuersten Eide was der Rabbi verlangte. Da verkündete ihm dieser, daß in der nächsten Nacht ein mächtiger Raubgraf die Burgdes Ritters, in welcher jener viele Schätze vermuthete, überfallen werde." Der Ritter entließ den Rabbi; der in der dunkeln Nacht, abtr voll Dankes' gchen den höchsten Lenker, nach seiner HeiMath eilte, und vott seiner schwer beängstigten Tochter mit Jubel empfangen r ' ward. ' ' .. . . Der Ritter unte'rdeß raffte am folgenden Tage an Mannen zusammen, was er vermochte, beftstigte' seine Bürg so sehr er konnte, und erwartete mntyig den Feind: Siehe, um Mitternacht entstand ein großer Tumult/ eiü furchtbares - Stürmen, ein mächtiger Feind beraynte die Thore und Maüetn; aber der Ritter empfing ihnmit tapfrer Wehr, es entstand: ein' sWckliihök Küimpf; kn ÄW

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