Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 41 (4.10.1852)
- Date
- 1852-10-04
- Page
- Seite 495 (sequence 11)
- Language
- German
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chem der Raubgraf. selbst getödtrt ward. .Aber die Räuber schleuderten Fackeln in die- Biirg> Bränd kam aus Und zerstörte das ganz/ E'igettthüm dis Ritters.' ' Mit dem Leben war er davon 'gekoinmen,' aber arm "und ohne Zuflucht/irrte er seitdem umher. Der Ritter hielt.gegen die Leute nicht hinter dem Berge/ von wem er - die: Nachricht vom drohenden Ueberfall des Raubgrafeü erhalten; daS kam auch des Atztern Bruder zu Ohren, üud dieser beschloß , den Tod seines Bruders am Rabbi zu rächen^ ^/ In einer stürmischen Nacht,, da. auf den dunkelen Straßen der Judenstadt kein Fußtritt -trtönre, und Alles in tiefen SchluMrt versunken wät: erwächte der Rabbi von eiileNlt furchtbaren Stoße geweckt." Sein Schlafzintmer war von Blendlaternen erhellt, und von vermummten Gestalten 'angefüllt. Des Rabbi Ärme und Füße waren gebunden ,. daß er sich nicht .zu rühren vermochte, und der ^mher jenes.Raübgrafen stand mit Mücktem Dolche Vor ihm, um beidem ersten Schrei ihn in 'die Brüst' des Gefesselten^;zw MnkeN.L /-KüsteDich 'zur letzten Fahrt, Mörder meines Bruders, Dein Ende ist nahe! Schreie nicht, ist ja doch.ulle Mfe/weit. entfernt." Der Greis aber-erhob'furchtlos^ seine Stimmr und sprach : ^,-Warum -willst Du solche^ SchÄtdthat a'U einem armen alten Manne verüben, nützet sie Dir doch gar Nichts, Furchtbarer, bei || . mir findest Om Mhjr/Silbi»^ noch' Rold/?-.^"" „Rache will ich, daß Du meinen tapfrtn Bruder dem Ritter verrathen, darum sollst Du sterben, Dü und Deine' Brut.... Auf, dringt in das Schlafzimmer des Judenmädchens, und bringt sie hierher) vor den Augen, des Vaters, soll sie verenden. . . ." „Halt ein," .schrie der schrecklich geängstigte Rabbi/ „wenn Du Meine Töchter und mich verschonst, so will ich Dir den Ort eines Schatzes angeöen, über dessen Reichthum- Dir die Augen übergehen sollen, Edelsteine und Perlen, Gold und Silber' die Fülle. . . Der Räuber lauschte aufmerksam: „Wie willst Du mir verbürgest,/ daß r'Dü die Wahrheit- 'redest?^ „Wir -wollen die heiligsten ^Schwurt auStaüschen/-ich will auf die heilige Schrift meines GläubenS einen Eid leisten, daß ich ' wahrhaft spreche/ und Du entlassest, Deine Leute, und schwörst, mir.Ruhe auf immer. ♦ . Der.Häuber, verlockt durch die. große -Verheißung,: ging /darauf ein-.- : Die Räuber entfernten -sich aUrsLiü''Gktzriß/'^tkcSchMrs1Vur-- den ausgetauscht, die Bande'des Rabsi 'gilöss/ Und dann sprach dieser: „Wisse, daß/hie 'Bor^hken .des'Ritters, dessen^Nurg Dein. Bru/ex^ausgtzbraWt/. v"^^ züsammengeraubl/undx ün einem goheimeEPlatze -aufhäuf-- 485 ten. Von Vater /auf Sohn ging die Kenntniß dieses über,: aber der - letzte Ritter war lern, als sein Vater plötzlich vom Tode überrascht ward. - So blieb er ohne Kenntniß desunermeßlichen Schatzes. . ./< „Und wo ist dieser Platz?" unterbrach ihn der gierig horchende Räuber, dessen Augen vor Lust funkelten. „Ich will ihn Dir angeben.., Du. dringst in. die Ruinen.der. Burg durch daS nördliche Eckkhor ein, wendest Dich, dann links zu dem Thurm, dessen westliche Wand stehen geblieben; Du missest diese ab, und genau in. der Mitte findest Du einen ziemlich großen Sandstein;./den hebst Du auf, und/därunter gewahrst Du eine Platte mit zwei verrosteten Ringen; ehe Dü diese heben kannst, mußt Du die nächsten Mauersteine aus der Mauer 'brechen, denn die Platte ist dähineingekittet; hast Du diese entfernt, so kannst Dü diePlattt heben Dnd Herausreißen, . und da erblickst^ Du was Deine Augen in solcher Menge und Pracht noch nie erblickt, um das ein Kaiser Dich beneiden kann. ,-Brauche' ich Hilfe hierzu?''"- „Alles ' was ich gesagt, kannst Du allenfalls allein:/verrichten--^ denn/Dü bist -ein kräftiger Mann/" /,,Gut?" - ISpräHs» i»Nd Ärfchwand Müell/iN Der Rabbi sank in" die Kissen zurück, erholte sich nach einiges Zelt, stand auf, stieghknab, laÜschte ün dUÄammer seiner Tochterdie friedliche schlummerteund schloß» die. von/den Räubern^ offen gelassene. HauSpforte» . Daß der Räuber nicht anstand, baldigst von der empfangekiett ÄduM Gebrauch zu machen> ist nicht zu verwundern. Er entließ seine Leute, wanderte allein nach den Ruinen 'det Eürtz; uNb niaMe 'fiH iN einer Nacht, mit Spaten und Brechstangen bewaffnet,/an das Werk. Er fand. Alles, wie der Rabbi angedeutet, nur lag die Plattetief in der stehen gebliebenen Wand; er "riß Mit Kraft und Hast, denn die furchtbarste- Begierde trieb ihn/ ein/Mengt: Maüersteine aus her wmtkenden Wand; eM lich lag/die Platte frei, er bückte sich.tief und hob mit Ungestüm den Stein in die Höhe; da erblickte er emen unermeßlichen Haufen Kostbarkeiten in einer großen.schwär-» zrn Truhe, er sprang hinein, um die Schätze aus ihren, alten Gefängniß zü bE/idN/ dk» ^khobsich ein ungeheures Krachen und Dröhnen,- die Wand brach zusammen, und stürzte mit raufend Trüm mern und - Steinmaffenauf den wühlenden Rckiber,: thli:ldbkndig auf deN-krsthllten Schätzen begrabend - und -zermalmend. , Der Rabbi hättenün endlich Rühe/ ' Eiü allgemeines Gerücht, von. seiner wunderbaren 'Kunst war durch das Land gedrungen^ Jedermann blickte auf ihn mit Scheu und Wrsurcht^ Niemand..waM mehr ihn.anzutasten. Sein i