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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-04 · Heft 41 (4.10.1852) · p. Seite 492

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 41 (4.10.1852)
Date
1852-10-04
Page
Seite 492 (sequence 8)
Language
German
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teien sich vorher dem Urtheil unterwerfen. Jude gegen Jude darf nur beim Rabbinat klagbar werden. Injurien und Schlägereien zwischen Juden werden vom Rabbiner in deS Königs Namen mit Geldstrafen belegt. — Die Gemeinde hat ferner das Recht, an 15 jüdische Schlachter die Schlächterei'zu ertheilen, ohne daß sie Zunftmeister zu werden brauchen, wofür jene von jedem Schlächter jährlich 50 Thlr. Pacht erhält. ES ist nicht uninteressant hierbei zu bemerken, daß unsere jüdischen Schlächter überseeischen Handel treiben, und an alle Schiffe nach Ost- und Westindien, England und Amerika Fleisch liefern. Unsere Synagoge steht in der Hauptstraße, dem Mittelpunkt der Stadt. — Die Gemeinde hat, wie hier jede Kirchengenoffenschaft, eine Feuerspritze nebst Löschanstalten mit jüdischen Arbeitern. — Ausländische Juden dürfen sich um Niederlassung nickt eher beim Magistrate melden und als Bürger zugelaffen werden, als bis sie von der Gemeinde Genehmigung erhalten haben. Allerdings findet man in Schleswig und Holstein noch manche Feindseligkeit gegen unsere Glaubensgenossen, aber diese rührt nicht von dänischer Seite her. Je weiter Sie nach Norden über die Eider kommen, desto mehr hört all dergleichen auf. In Kopenhagen finden Sie viele und wohlhabende Professionisten unsers Glaubens, in Handel und Gewerbe bemerken Sie keinen Unterschied. War doch auch der Leibmedikus Christians VIII., der sel. Professor Jacobsen, ein Jude, und so giebt es mehrere Zivil- und Militärbeamte unsers Glaubens. Der jetzige König Friedrich VII. hat als Kronprinz und König sich persönlich sehr tolerant gegen Juden gezeigt, und hat z. B. sein Logis in Odense auf Fühnen bei einem Juden genommen. Bei der Anwesenheit Christians VIII. in Altona war ein jüdischer Büvgeroffizier bei der Königin Adjutant ä jour, so wie alle dänischen Könige und Prinzen, wenn sie Altona besuchen, auch nicht verfehlen, unsrer Synagoge -einen Besuch abzustatten. So leben die Juden in Dänemark glücklich und befriedigt, und als ein Zeichen, daß sie auch in ihrer Sittlichkeit gleichen Schritt halten, braucht man nur die dänischen Annalen der Kriminaljustiz zu vergleichen, die Juden, die dort der strafenden Gerechtigkeit anheimfallen, ihre Zahl ist verhaltnißmäßig sehr gering. - Frankreich. Paris, im September. -<Vöff. Ztg.) * Im ersten SepteMberhest der üevus'-äes äoux Nönckos gab Herr Vivien eine Ueberstcht der Verhältnisse der katholischen Kirche in Frankreich; in derjetzt erschienmen zweiten Lieferung für September ' ergänzt er sein Bild durch einen Bericht über den Zustand der protestantischen Kirchen und des israelitischen Gottesdienstes. Die-Anzahl der Juden in Frankreich giebt Herr Vivien Üuf circa 87,000 Seelen an, was im Vergleich mit Deutschland ein äußerordentlich geringes Bruchtheil der jenseitigen Bevölkerung ist. Ein Hauptkonsistorium faßt ihre religiösen Interessen ist einen Mittelpunkt zusammen, 8 Distrikts- -und 95 Gemeindesynagogen haben jede einen vom Staate besoldeten geistlichen Diener, zu deren Heränbildung in Metz eine Rabbinerschule errichtet ist, die ebensälls aus Kosten des Staates unterhalten wird und unter der Aufsicht des HauptkonfistoriumS steht. In Paris leben 8—10,000 Israeliten. Sie widmen sich, .außer dem Handel, vorzugsweise der Heilwiffenschaft, der Advokatur, dem Notariat. Unter'den öffentlichen Beamten haben sie einen Minister, einen .Generarstaatsanwalt, mehrere AppellationSräthe, 12 Professoren, etwa 200 Offiziere, besonders in der Artillerie und im Geniekorps, 6 Militärärzte rc. aufzuweisen. Auch sind zwei Juden Mitglieder des Instituts: ' (Die Anzahl unserer Glaubensgenossen in Frankreich ist in der That viel zu gering angeschlagen. Red. d. A. Z. d. Jud.) Großbritanien. London, 10. September. Die Gazette vom letzten Freitag zeigt an , daß Sir Isaak Lyon Goldsmid, Bart., und Philip SalomonS, Esq.,. zu Deputy- Lieutenants der Grafschaft Süsser erwählt worden Md. (Jew. Chron.i): .’ Rußland. Warschau, 13; September. Die-Schles. Zttz. hebt unter den während der Cholera entstandenw wohlthatigen Anstalten die Speiseanstalt auf derHartenstraße hervor, welche bereits 1-0,756/und bie aus der Fuhrmannsstraße, welche schon U2M6PorÄ0nm

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