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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-09-20 · Heft 39 (20.9.1852) · p. Seite 467

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 39 (20.9.1852)
Date
1852-09-20
Page
Seite 467 (sequence 7)
Language
German
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467 erwählt worden. Noch einige ähnliche Berufungen hierländischer Talmudisten nach drüben stehen bevor. Aschersleben, 12. September. (Privatmitth.) Am 10. d. wurde auch hier in feierlichster Weise unter der allgemeinsten Theilnahme — die ganze christliche Geistlichkeit, wohnte dem Akte im Ornate bei — eine neuerbaute Synagoge vom Rabbiner Dr. Ph il i p p so n zu Magdeburg eingeweiht. Die Opfermüthigkeit der Vorsteher und Glieder dieser Gemeinde zur Herstellung dieses überraschend schönen Gotteshauses fand sich in der erhebenden Weihe, die in der, bereits bekannten Anordnungsweise des Dr. Philippfon mit ganz besonders gelungener Ausführung gekrönt worden, belohnt. (Es ist dies das vierte Gotteshaus, welches der Dr. PH. im Laufe eines Jahres geweiht hat.); Deutschland. Detmold, 6. September. (Privatmitth.) In Kurzem werden hier die Landstände zusammenkommen, und auch über das politische Verhältniß der hiesigen Juden entscheiden. Allerdings will man befürchten, daß die Wiederkehr des „SchutzverhältniffeS"- in Aussicht stehe, und trotz der Gerechtigkeitsliebe unsrer Regierung von gewisser Seite angestrebt werde. Um so erfreulicher war für uns Folgendes. Unser durchlauchtigster Fürst hat nämlich an seinem Geburtstage, den 1. d. M., den Herrn Garnisonsarzt Dr. Oltendorf zum Sanitätsrath ernannt. Diese Auszeichnung gereicht sowol dem hohen Ernenner wie dem edeln Ernannten zur besondern Ehre, indem hier Jedermann weiß, daß sie nur die schöne Frucht der löblichsten Anerkennung der Verdienste des Herrn Doktors ist. Hamburg, 9. September. Daß eS in Hamburg auch eine Partei giebt, welche den Ausschluß der Juden viel weiter treiben will, als die Ansicht hierüber bei den resp. Instanzen bislang vorherrscht, ersieht man aus einem Artikel, der an die verschiedensten Zeitungen gesandt worden ist, und den auch die liberalsten in der, offenbar aufhetzenden Form ganz naiv gegeben haben. Er lautet: „Unter den vielen schwierigen Fragen, welche sich jetzt bei Gelegenheit der abermals vorzunehmenden Revision unserer VerfassungSprojekte darbieten, nimmt unzweifelhast diejenige wegen der politischen Lage der Juden eine ganz besonders hervorragende Stellung ein. Bekanntlich hat man sich seiner Zeit sehr beeilt, die sonst nur auf dem Papierverkündeten deutschen Grundrechte wenigstens; in diesem einen Punkte sofort, zur praktischen Geltung zu bringen, indem map eS ben Juden gestattete Hamburger Bürger zu werden und ihnen damit auch" das Recht ertheilte in der Erbgesessenen Bürgerschaft zu erscheinen, ein Recht,, von welchem bereits vielfach Gebrauch gemacht worden ist. Mit den Weisungen, welche von Frankfurt auS in unserer Verfaffungsangelegenheit ergangen sind, läßt sich diese den Juden ertheilte Freiheit nicht wohl vereinen, und man ist daher, wie unS berichtet wird, von Seiten der Neuner-Kommission entschlossen, eine Modifikation .in der Weise zu beantragen, daß der Eintritt in den Senat abhängig gemacht werden solle von dem christlichen Bekenntniß. : Bekanntlich aber ist nach dem Bundesrecht nicht der Senat, sondern „die freie Stadt Hamburg", repräsentirt durch Rath und Erbgeseffene Bürgerschaft, Mitglied des im Namen der heiligen Dreieinigkeit gestifteten Bundes der deutschen Fürsten und freien Städte, und eS kann daher billig, in Zweifel gezogen werden, ob eine derartige Modifikation genügen würde, um die von Frankfurt auch in dieser Beziehung geltend gemachten Bedenken zu beseitigen. Großbritanieu. London, 2. September. Die große Synagoge, mit einem Kostenaufwande von 2000 L. St. reparirt, wurde heute feierlich vom Herrn Dr. Adler eingeweiht. Rußland. Kalisch, 31. August. Bor Kurzem hatten wir einen kaiserlichen UkaS mitzutheilen, der die Juden der Gouvernements Wilna, Grodno, Minsk, welche der Verfälschung und Nachmachung der StaatSpapiere des Kaiserreichs angeklagt sind, vor das KreiSgericht verwies, und mußte man daraus den traurigen Schluß ziehen, als ob es nur Juden wären, die sich dieses Verbrechens schuldig machten. Jetzt ist denselben die Genugtuung geworden, daß dieser Ukas auch auf die Bekenner der christlichen Konfessionen ausgedehnt worden ist, so daß er allgemeines Gesetz geworden, und nicht mehr die Juden insonderS bezüchtigl.

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