Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 39 (20.9.1852)
- Date
- 1852-09-20
- Page
- Seite 466 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Gniezno 2× ep/1002376
- Piła 1× ep/1048100
- Pleszew 1× ep/1045448
- Rawicz 1× ep/1048078
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gust an den RabbinätSaffeffor Salomon Brann in Rawicz folgendes Dankschreiben gerichtet: Das Kuratoriüm der Allgemeinen Landesstiftung w. als Nationaldank, hat Mir von der am 3. August' in der Synagoge zu Rawicz stattgefundenen Feier des 3. August Vortrag gemacht. Es gereicht Mir zur Freude, Ihnen hierdurch Meinen Dank für den ebenso sinnvollen wie patriotischen Inhalt Ihrer zu Ehren Meines in Gott ruhenden Vaters und Königs Majestät gehaltenen Festrede, welche Meinem Herzen sehr wohlgethan hat, auszusprechen, und dabei den Wunsch auszudrücken: daß es Ihnen gefallen möge, diese Ihre Festrede des guten Beispiels wegen , wie zum Beweise Meines vollen Einverständnisses mit dem Inhalte derselben allen jüdischen Gemeinden im preußischen Staate zur Kenntnißnahme und Nachfolge mttzutheilen, um überall in solcher Weise gute Gesinnungen anzuregen und zur lebendigen That zu führen. Die Kosten deS Druckes der Festrede zu diesem Zwecke wird die Eingangs gedachte Stiftung übernehmen, und wollen Sie die Rechnung darüber nur dem dortigen KreiskommiffariuS der Stiftung, Kreissekretär Koschmieder zur weitern Einsendung an das Kuratorium derselben abgeben. Gott gebe nun seinen reichsten Segen zur Erfüllung Ihres schönen Gebetes am Schluffe Ihrer Rede. Hiermit verbleibe Ich Ihr wohlgeneigter (gez.) Prinz von Preußen. Stettin, den 30. August 1852. Aus der Provinz Posen, t. September. (Privatmilth.) Am verwichenen Sabbat (Ki Teze) hat Herr Rabbiner Dr. Gebhardt in der großen Synagoge zu Gnesen seine Abschiedsrede gehalten und Tages darauf diese Gemeinde — welcher er ein halbes Dezennium als Geistlicher vorgestanden — verlassen, um nach Bromberg zu gehen und daselbst nlit dem 1. September sein neues Amt (vergl. No. 33 d. Bl.) anzutreten. Der intelligentere Theil der Gemeinde Gnesen —von welchem der Abgang desvr. G. schmerzlich bedauert wird — hat dem Scheidenden ein prachtvoll gearbeitetes, silbernes Theeservice (im Werthe von 100 Thlr.) als Ehrengeschenk überreicht und ihm einige Meilen weit daS Geleit gegeben.— Herr vi-. G. wird Seitens der königl. Regierung damit beauftragt werden, den jüdischen Zöglingen an dem Gymnasium, wie denen an der Realschule zu Bromberg den nöthigen Religionsunterricht zu ertheilen. Daß aber Herr vr. G. außerdem noch für die Gründung einer besonder» jüdischen Religionsschule in Bromberg eifrig bemüht sein wird, kann — bei dessen bekannter Liebe für daS jüdische Schulwesen — auch nicht einen Augenblick bezweifelt werden. In Jnowraclaw ist am 18. v. M. der 70ste Geburtstag des — auch in weiteren Kreisen rühmlichst bekannten — jüdischen Arztes vr. Kühlbrandt Seitens der ganzen Bürgerschaft, ganz besonders aber Seitens der jüdischen Einwohner, sehr würdig gefeiert worden. In dem Stavtverordnetenkollegium deS genannten Ortes sitzen unter 12 Mitgliedern sieben Männer israelitischen Glaubens — eine wunderbare Erscheinung, wie sie sich wol in keinem Theile des Landes noch einmal darbietet. Jnnowraclaw gehört aber auch mit zu den zahlreichsten jüdischen Gemeinden des GroßherzogthumS und ist im bromberger Regierungsbezirk wol die allergrößte, da sie über 2000 Seelen zählt. Trotzdem und trotz alledem sollen an der endlich zu gründenden jüdischen Elementarschule nicht mehr als 2 Lehrer angestellt werden. In Rakel hat vor 14 Tagen der Literat B. Friedmann sein Amt — als Rabbiner und Prediger — angetreten und daselbst die schon beseitigt geglaubte Fahne der stabilen Orthodorie wieder aufgepstanzt. Tempora rnMantur et no8 mutamur in illis. In Schneidemühl wollen die Streitigkeiten zwischen Quasi-Neu und Quasi-Alt noch immer kein Ende nehmen. Prediger Nosenfeld. ist fort, und die Wahl eines neuen Seelsorgers macht den Leuten wieder die Köpfe so warm, daß eine Wiederholung der — den Lesern d. Bl. nicht unbekannten — tragikomischen Szenen aus den Jahren 1849—51 in naher Aussicht steht. Aus Polen (s. No. 33 d. Z.) hat sich leider! die Cholera in unsere Provinz eingeschlichen und hier innerhalb einiger Wochen — auch unter unseren Glaubensgenossen — schon sehr bedeutende Verheerungen angerichtet. Am Härtesten sind die Gemeinden Ostrowo, Pleschen und Jarocin von der fürchterlichen Seuche getroffen worden. Als Merkwürdigkeit müssen wir Ihnen noch mittheilen, daß Polen ansängtsich seine Rabbiner aus Preußen zu holen — ein Zeichen, daß drüben die großen Lamdanim bereits knapp werden. So ist vor wenigen Wochen der Talmndgelehrte Hirsch Auerbach in Lissa zum Rabbiner von Konin (in Russisch-Polen)