Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 37 (6.9.1852)
- Date
- 1852-09-06
- Page
- Seite 444 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225768-3225806--12636-3242823- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
444 feiten referirt. Nun erlauben Sie mir aber auchim Schooße Ihres Blattes, in - dem sich Israels Leid und Freude treuabspiegelt, unser Herzleid auözuschütten. Denn gestern durchlief die Nachricht unsere! Stadt,-daß der Bau unserer Synagoge auf höheren Befehl eingestellt worden ist — indem sie, dem Gesetze zuwidernicht 150 Klaftern von der Kirche entfernt sei. Welche'Entmuthigung diese Nachricht auf die Gemeinde, die ihre schönste Hoffnung mit einem Male vereitelt steht, hervorbrachte, können Sie sich wol denken. ES gelang, aber dem Nerv unserer Gemeinde, dem Herrn M. Joset, eine Kommission zusammenzubringen, die beauftragt wurde, die Sache, nochmals in Erwägung zu. ziehen und darauf ihren Bericht, höhern Ortes abzugeben. Die Zukunft wird das Nähere lehren!... 'Schließlich die traurige Kunde, daß unser Herr Oberrabbiner MoseS Tobias mit Tode abgegangen ist; seiner talmudischen Gelahrtheit zollte man auch in fernen Kreiftn. Anerkennung: L. F. Rußland: > Knttsch, 19 August. Jms Jahre 1851 betrug die Bevölkerung vom Warschau: 164,115 Personen, darunter 43,044 Juden. Im Verlaufe desselben Jahreswurden. 7437 geboren und starben 8206: Allein in diesem Jahre hat die Bevölkerung schon jetzt durch die schrecklichen Verheerungen der Cholera um mehr als 5000 Personen abgenommen: Korrespo n derrz. Hannover, im Juli. Die M. David'sche Freischule in Hannover. (Schluß.)- So wurde nun am 25. und 26. März 1850 die Jubiläumsfeier der Anstalt in: Verbindung mit der Prüfung der Schüler begangen. Dieselbe wurde mit einem. Gesänge, zum Behufe diesem Feier verfaßt., eingeleitet; hierauf sprach Referent in einem Vortrage seinen Dank, im Namen aller früheren an- und abwesendem Schüler, gegen den verewigtem Stifter: aus , gab einen kurzen Abrißdev Geschichte und des Entwrckekungsgangs der Anstalt, schilderte den gegenwärtigen Stand der Schule und schloß mit einem Gebete für das fernere Gedeihen derselben. Hierauf wurde auch von unserm würdigen Landrabbiner, Herrn vr. Meyer, in einem gediegenen Vottrage die Wohlthat dev Anstalt hervorgehoben, ihre bisherigen Leistungen lobend erwähnt und des Stifters' Andenken' segnend: in Erinnerung gebracht. Sodann folgte die-Prüfung in allenerwähnten Fächern und es wurde den Lehrern und Schülern allgemeine Anerkennung zu Theil^ Es waren zu dieser Prüfung alle hier wohnhaften ehemaligen Schüler der Anstalt eingeladen, und alle erinnerten sich der: hier genoffenen Wohlthat mit Dankgefühlen der Anerkennung. - - Durch besondere Umstande wurde die Veröffentlichung dieser Skizze bis jetzt verzögert, und Referent kann daher noch hinzufügen, daß auch dieam 23. Juni d. I. ab gehaltene Prüfung ein günstiges Resultat lieferte und den Fortschritten der Schüler, wie früher, Beifall gezollt wurde. Möge diese Ski^e den auswärtigen ehemaligen Schülern, wohin sie ihr Beruf geführt haben mag, zur Erinnerung an di« Stätte dienen, an welcher sie den Gtund' zu ihrer geistigen Bildung gelegt haben, und' damit wirre' dem Zwecke dieser Abhandlung entsprochen. I. M. Frensdorfs, Inspektor. Belletristisches. Jüdische Mährleim j (Fortsetzung.) j 2. "! Dev Geiger. j Daß die Meißim (Todten) die Synagvge und Vas 'Beiß hamidrasch (Lehrhaus) besuchen: und ihre Andachts- Übungen dn halten und „lernen", ist eine bekannte Sache; ' weniger aber, daß sie auch ordentlich Purim (Haumns- : fest) feiern und da sehr lustig und guter Dinge find. Das hat meinGroßvater von einem fehrglaubwürdl'gen MänNe erfahren und ich will es Euch getreulich erzählen. War vor Zeiten in unsrer guten Stadt ein kleines vergrautes Männchen; das von früh bis spät an der Zhür' VeS HaufeS stand, mit halb vorgebeugtem Leibe in die Straße hinausstarrendan der Thür VeS Hauses, in dessen Hintergebäude er ein«' Dachkammerbewohnte. SMnw