Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 36 (30.8.1852)
- Date
- 1852-08-30
- Page
- Seite 433 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Helfer getroffen; kein Wunder, daß auch seine Taschen über die Maßen verschlossen waren für öffentliches Be-, düxfenund für, Bedürftige. Mochte Einer bitten und flehen, ließ ihn umkommen um ein GlaS Wasser. Freilich hörte er, daß >,Almosengeben vom. Tode rette", aber er. war La noch nicht so weit; und. daß „Almofengeben von, der Strafebefreie",, aber er glaubte nicht, gesündigt zu haben, da er: streng die. frommen Bräuche hielt, wie eS dazumalen noch Sitte, war bei allen Juden; und daß „der Herr tausendfältig, wieder vergelte";rdas machte ihm freilich einige. Bedenken,, denn „tausendfältig" ist ein gar gutes Geschäftaber das mußte er. doch einmal durchpro.bireu, und die Probe, das war daS. Ueble, da, hätte er doch einmal erst geben müssen, und daS hätte Lhch daS Herz, abgedrückt. . So ging er und wuchs an Jahren,, was ihm, Jeder anfah, und an Gut, was ihm deiner ansah. ,,, . . Gmger einmal, nachdem er fast sein ganzes Päckel sehr vortheilhaft, nicht an den Mann-, aber an die Leute: gebracht, ging er ür der Abenddämmerung vom Dorf zur Stadt,, worin : seine Heimath;- er plärrte - und. pfiff heiter vor fich hin, denn das kostet Nichts, zuletzt fang, er irgend eine Synagogknmelodie; seine Hand iw der Tasche, worin viel Geld> aberbeb Leibe' klimperte er! nicht, -denn daS hätte Wer hören können, und er gingdarum auch fthv vorsichtig itUd setzte den Fuß langsam: nieder. Wie es) so dämmerig und immer schauriger wurde,. kam bei einem Kreuzweg ein kleines Männlein daher; es war nur ein oder anderthalb Fuß hoch, aber doch ganz eben gebaut, hatte ein graues Kleid an von oben und unten, und einen Breitel auf dem Kopf, darunter aber große Augen:hervorbrannten. Kam ganz nahe, und blieb dann stehen, und sprach:. „Scholem. aleichem, gebt einem armen, alten Manne' was!" ' Sprach Eiftck : „WäS geben? Ich habe selber Nichtsgebt mir was'!"' - . Mer da stieße cheik er ärgerlich worden, sein Fuß an eineü großen Stein am Wege, Und Vas' Geld kliuiperte gewaltig' in det'Tasche, dass man es . weit hätte hören können. „Du hast Nichts und das Geld in der Tasche straft Dich Lügen ... habe Mitleid, ich Hab' heut noch Nichts gegessen den ganzen Tag, und Du bist doch, ein Jüd'„..und ich auch. ....." ,Hi waS. da, ein. Jüd',, ein. Lump^ seid-Ihr, geht mir auS dem Megf,. das Gelb/in. der Tasche.gehört pichtmir, sondern den Leuten, die mir Waare . geborgt, und es find doch nur Kupferpfennige..,/> - : ) . Und wieder stieß im Fortgehen fein Fuß an einen andern Stein, und es klimperte wieder in der Tasche, und man hörte deutlich daS Silber, denn es klang, und beinah klang, es, als ob auch ein Goldstück darunter: Aber er achtete nicht darauf, stieß die Hand tiefer in die Tasche, und faßte das Geld, - daß es nicht klimpere. .. Wandt' er sich und. ging seines Weges. Aber der Kleine ging ihm nach; und .Eiseck eilte von ihm zu kommen, aber es half Nichts-, lief er, fo lief-dieser auch, blieb er stehen, sich zu verschnaufen,, blieb der Kleine auch stehen und schnaufte.. Eiseck, aber ward immer; müder und müder, und endlich konnte, er nicht weiter- und warf sich an einerr Hügel trotz des ThaueS nieder, und wahrhaftig! er schlief schon.., Alsbald machte sich her Graue, üher ihn her, — Ihr meint wol, er nahm ihm das Geld aus. der Tasche?. Gott-bewahre!. aber er holte ein scharfes, blitzendes Messer aus seinem Röckchen, und öffnetedie-Kleider, Elsecks und that ihm einen, großew. Schnitt - in die- BrM.,, ohne daß es blutete, unb. Holte ihm daS.Herz auS-der geöffne-. ten Brust, und. dann nahm er einen ledernen Beutel und that das. Herz hinein, -und, holte einen mächtigen. Stein- und that diesen in die Brust Elsecks an dieselbige Stelle, und schloß. die Brust wieder zu, ohne daß ein Blutstropfen verloren gegangen-, und. ging von dannen, undwar um die Ecke verschwunden. . Jetzt erwachte Eiseck und hatte von allem Dem Nichts gemerkt, griff schnell in die Tasche,- : ob sein Geld nochdarin, und nach seinem Bündel, und ging rasch nach, der Stadt. Also wußte Elseck gar nichts daß er ein steinernes Herz in der Brust, nur war es ihmda so schwer, wie nicht zuvoraber er glaubte, das wäre der Schlaf noch. Er wußte es nicht, und Keiner wußte es, . Aber seit dem Tage: war es doch ganz anders mit dem Eiseck. Hatte bis jetzt die. größte Freude gehabt,, wenn er einen guten Handel gemacht, undwenn. er dann pfe gewonnenen Batzen zählte und., wegschloß.;: oder wenn er über-! Haupt- -seinen, cheimlichew..:GchFtz...HerpprhKste und. , langsam! in Haufen gleichartiger Münzen theilte, bis er genug gc-! sehen. Wie das wuchS und wuchS, fühlte. erdiehöchste Wonne, wie kaum ein liebender JüngUng; bei/seiner Braut. Aber das war jetzt anders. Die Freude war.geschwunden. Hatte er was. verdient und erworhen, so. war es ihm wie ein Zentner in der Brust, und es drückte und drückte ihn, daß dies lange noch nicht genug-, um so und so viel,zu sein, und er suhlte eine unerträgliche Last, bis er so und so viel erschwungen: hatte, daß es . ihn nicht ruhen und.