Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 36 (30.8.1852)
- Date
- 1852-08-30
- Page
- Seite 432 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Schüler aus der Schule entlassen, von denen 10 dem Handwerks-, 16 dem Kaufmanns stän de, 8 dem Lehrfache sich gewidmet haben und 5 mit Tode abgegangen find. Von der Brauchbarkeit und Tüchtigkeit der Schüler zeugt die Zufriedenheit der Meister und Lehrherren, bei denen sie ihre Lehrjahre durchgemacht und ihre spätere Leistung' in dein von ihnen gewählten Berufe. Auch hie jährlichen öffentlichen Prüfungen, welche in : Gegenwart des jedesmaligen LandrabbknerS und einer höj Hern Magistratsperson abgehalten wurden, lieferten stets j befriedigende Resultate und erfreuten sich der Anerkennung! sachkundiger Männer« ...._ . j Es werden täglich in jeder der beiden Klaffen sieben > Stunden unterrichtet, außer Sonnabend, Festtagen und? Freitag, an welchem. Letzter» nur . des Vormittagsunterj richtet wird. Die Unterrichtsgegenstände in der ersten j Klaffe sind: Systematische Religion, Pentateuch, Kommen-; tar, Sprüche Salomons, hebräische Grammatik, deutsche; .Sprache mit Stilübung, französische und englische Sprache, -Geschichte, Geographie, israelitische Geschichte, Naturgeschichte, Rechnen, hebräisch und deutsch Schreiben, Zeichnen und Gesang. In der zweiten Klasse fallen Kommentar, Sprüche Salomonis, Stilübüng,' englische Sprache - und., israelitische Geschichte aus und treten dafür biblische; Geschichte, Uebersetzen der Gebete und der leichteren Propheten ein; auch wird in beiden Klassen Lesen und Deklamation geübt. , Sämmtliche Lehrer arbeiten mit Eifer und Fleiß und tragen das Ihrige zum Gedeihen der Anstalt bei. Auch von. Seiten deS jetzigen Direktors, des Herrn Louis Meyer, findet die Anstalt stets eifrige Stütze und wohlwollenden Beistand, indem seine Bereitwilligkeit, nie ermüdet, das Wohl derselben zu fördern. ^Schluß folgt.) Belletriftisches. - Jüdische Mährlein. Jüngst kam mir eine schöne Sammlung von Mährchen aller Volker vor's Geficht *). Da waren nicht nur deutsche, italienische, französische und englische, da waren auch .... Mährchensaal, vyn Kletke. . . wallachische, kysakische, shetlänhische, irische, isländische, und was noch für .Mährchen zusammengesucht. 7—/-wiezählt Juda nicht mit in der großen Völkerfamilie? wird eS etwa allein zu den Indern, Egyptern. und,Ässyrern geworfen? Wohnen im Volke, im-. Herzen.des jüdischen Volkes, in, demselben Herzen , das, so vieleSchmerzen und Entsagungen, so viele Hoffnungen und „Befriedigungen getragen, nicht auch seine Mährchen, seine kindlichen Offenbarungen deß/ was im Grunde der Seele wohnt als kindischer, menschlicher Wunsch, aber der Erwachsene scheut'S sich zu sagen? Einiges Solches hier zu Tage zu fördern, ist meine Absicht. Freilich .handeln sie-nicht, wie jene obige Sammlung dürchgehends, von Königen, Prinzen, Prinzessinnen, Riesen, Drachen und Helden; sie enden nicht: „darauf gingen" sie in ihr Königreich und lebten .vergnügt, und-leben noch heute, wenn sie.nicht, gestorben sind"; aber hübsch und wohlerfunden und herzlich gefühlt find sie doch, und es liegt nur am Erzähler, wenn sie den Lesern nicht gefallen werden, und der nimmt die ganze Sünde auf sich, wenn diese letztere kein Mährchen sein sollte. Dp.'ä,‘ PH. . . . 1. : , - Der Mann mit dem steinernen Herzen. War Einer ausgewachsen in großem Elend, Eiseck genannt. Vater und Mutter waren früh gestorben, Bruder und Schwester hatte er nicht, die ganze Hinterlassenschaft bestand in einem'abgegriffnen Gebetbuch, einem schmutzigen Gebetmantel und verschimmelte Gebetriemen. War er so 'rumgestoßen worden in der Gemeinde, von Hütte zu Hütte, daß er mager aufschoß vor Hunger, und .verkümmert vor Mangel an Pflege. Aber er ward auch früh .pfiffig im Handel und Wandel,, und lernte bald einige Pfennige verdienen, und was noch mehr ist, lernte diese erhalten und wieder verwenden in immer bessere Waare; wesmaßen.er auf das Geld großeStücken hielt, und selbst als er; erst Solches hatte, doch lieber. darbte und sparte. So ward er ein begüterter Junge, eh' es Einer wußte, aber ohne daß man es wußte, traute man es ihm zu. Verschlossen war er, und wollte keinen. Freund haben, denn er dachte: Hab' ich doch keinen gefunden , ., als ich ihn nöthig hatte; verschlossen war sein Herz, und der Gedanke an seine frühere Noth, öffnete .es nicht für fremde Noch, denn er dachte: Hab' ich doch .auch kaum, einen