Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 36 (30.8.1852)
- Date
- 1852-08-30
- Page
- Seite 431 (sequence 9)
- Language
- German
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schen Geschichte gar selten vertraut oder vertraut gemacht -werden. Herrn BreuerS biblische Geschichte kann daher als guteS Lesebuch und kleine Bibel für die reifere Jugend beiderlei Geschlechts vorzüglich empfohlen werden, die sie gewiß beim Austritt aus der Schule von allen Schulbüchern am Liebsten zur Hand nehmen wird. Möge fie in Schule Und HauS freundliche Aufnahme finden. David Oppenheim. Korrespondenz. Hannover, im Juli. Die M. M. David'sche Freischule in Hannover. Lange Zeit waren hie Anstalten in Israel in das Dunkel der Unbekanntschaft gehüllt, aus der sie erst im Sonnenlichte der neuern Zeit allmälig heraustraten. So erging es auch einer wohlthätigen Stiftung zu Hannover, von deren Dasein der Außenwelt bis jetzt kaum eine Kunde zugekommen ist^ und die doch wol in Hinsicht ihrer - Wirksamkeit mit ihren.Schwestern in Israel in die Schranken zu treten vermag. Still und bescheiden war ihr Wirken, auch fand sie keinen Dolmetscher ihrer Thärigkeitder Deffrntlichkeit gegenüber, und so vegetirte sie durch Theklnahmlostgkeit von außen eine Reihe von Jahren unbeachtet und unberücksichtigt, bis auch ihre Stunde schlug, unb sie es jetzt wagen kann, dem Tageslichte entgegenzutreten und von ihrem Thün und Lassen Rechenschaft abzulegen. Diese Stiftung wurde zum Zwecke der Erziehung und Bildung jüdischer Knaben von dem verewigten Hof- und Kammeragenten Meyer Michel David zu Hannover im Jahre 1798 gegründet und trat zwei Jahre darauf, im; Jahre 1800, in Kraft und Wirksamkeit. Sie würde vom seligen Stifter freigebig fundirt Und eS sollten, der ursprünglichen Bestimmung gemäß, acht jüdische Knaben unbemittelter Eltern freien Unterricht mit allen zu demselben erforderlichen Utensilien erhalten und zur Erhaltung rein-: sicher Kleidung sollte den Eltern derselben eine monatliche Beisteuer von zwei Thalern ausgezahlt werden. ' Der Unterricht sollte ertheilt werden im Hebräischen, Schreiben, in französischer und englischer Sprache und Geographie. Als Hauptlehrer sollte ein Inspektor fungiren und für die übrigen Fächer Privatlehrer engagirt werden. Der jedesmalige Aelteste der'Männlichen Deszendenten des DestatörS sollte der Direktor der Schule sein, und das Ganze wurde unter die Oberaufsicht' des damaligen Gerichtsschulzen, jetzigen Magistrats, gestellt. Es wurde nun zu diesem Behufe vom Stifter ein Haus angekauft,' dessen Lokalitäten zur Schule und zur Wohnung für den jedesmaligen Inspektor bestimmt sein sollten. Die Bedingungen zur Aufnahme der Schüler waren: unbescholtener Ruf der Eltern, das Alte.r von acht Jahren, fertiges Lesen im Hebräischen Und Deutschen und einige Kenntniß im Schreiben. Wie schon erwähnt, hat die Wirksamkeit dieser wohlthätigen Stiftung im Jahre 1800 begonnen. Was über die Erfolge derselben im Anfänge waren, welche Früchte fie getragen und welchem Berufe sich die Schüler später gewidmet, hierüber fehlen alle Data, und Referent findet sich geNöthigt, einen Zeitraum von zwanzig Jahren mit dem Bemerken zu überschreiten, daß kn demselben, dem Zwecke des Stifters gemäß, die Anstalt ihre Wirksamkeit zwar Ununterbrochen fortsetzte; alles Weitere aber in völliges Dunkel gehüllt und für die Geschichte der Anstalt als verloren zu betrachten ist. Im Iahte 1820 wurde Referent als Substitut des damaligen Inspektors ausgenommen Und ihm der Unterricht im Hebräischen und Schreiben übertragen. Außerdem war noch ein Lehrer für die französische Sprache und einer für das Rechnen angestellt. - Dieses Verhältniß blieb unverändert bis zum Jahre 1835, wo das Ganze eine andere Gestalt annahm', und Referent als Inspektor angestellt wurde. Eine völlige Regeneration trat ein/ und was die Anstalt seit dieser Zeit geleistet und gewirkt, das soll durch diesen Bericht der Vergessenheit entrissen, und aus Veranlassung des bei der vor zwei J§hren stattgefundenen öffentlichen Prüfung gefeierten fünfzigjährigen Jubiläums der Anstalt, der Oeffemlichkeit übergeben werden. Die Zahl der Schüler wurde zu der erwähnten Zeit auf 14 erhöhet und diese wurden in zwei Klassen vertheilt. Die Unterrichtsgegenstände wurden auf die ursprüngliche Bestimmung zurückgeführt und noch folgende darunter ausgenommen: Systematische Religion, Geschichte, biblische und israelitische Mschichte; Naturgeschichte, deutsche Sprache und freies Handzeichnen. Später kam auch noch Gesang hinzu. Für alle diese Fächer suchte man die besten Lehrkräfte zu erwerben, und so hat die Anstalt manche Frucht gezeitigt, die zum Wohle der Gesammtheit das Ihrige beigetragen hat. Es wurden während der letztverflossenen 17 Jahre 39 36*