Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 35 (23.8.1852)
- Date
- 1852-08-23
- Page
- Seite 418 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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418 vr. wsd.-Sarphati *) und M. Lehren * 2). . Honorär-Präses -ttefeö Instituts war der kürzlich verstorbene StaatSrath und amsterdamer Alt-Bürgermeister P. Huidekoper, ein edler und biederer Mann, ein Christ im edelsten Sinne des , Wortes, welcher früher schon vor der. Aufrichtung dieser Stiftung einen Theil der Fonds für einen gleichartigen Zwecks verwaltete. Die Fonds dieses Vereins, bestehend aus einem im nationalen Schuldbuche eingeschriebenen Kapital, sind durch unbekannte Geber dargereicht. Diese Stiftung stellt, sich zum Ziele, so weit ihre Mittel dazu ausreichen und mit späterer Ausbreitung bei Zunahme derselben: 1) Alljährlich drei dort wohnenden Wittwen, von jeder der gedachten Religionen einer, eine Unterstützung darzureichen. Die näheren dabei erforderlichen Bestimmungen; übergehe ich, da mir der Raum dieses Blattes Solches nicht gestattet. 2) Werden alljährlich 6 Jünglingen und 6 Mädchen, bei noch nicht: zürückgelegtem 13jährigen Atter, welche in den dortigen Armenschulen unterrichtet werden, bei gutem Betragen und güten Fortschritten, Prämien zuerkannt, welche zu ihrem Behufe und auf ihren Namen in die Sparbank gebracht werden, um sie ihnen bei weiterem guten Betragen, und mit den Interessen erhöht, nach zurückgelegtem >21jährigen Alter augzükehren. Die Vertheilung geschieht ebenso wie bei den Wittwen, von jeder der - erwähnten Religionen zwei Jünglinge und zwei Mädchen. 3) Werden einzelne verdienstliche Jünglinge die nöthige Unterstützung erlangen, wenn sie dazu unvermögend sind, um zu einem gelehrten Fach, mit Ausnahme deS der Theologie, erzogen zu werden. . Hier haben Sie auch ein Beispiel aus der Residenz. Dort besteht eine Kommission zur Förderung von Un-: terricht und Erziehung israelitischer Armenkinder, und ' dessen Wirkungskreis besteht im Einsammeln freiwilliger Gaben und Kontributionen zum Behme der israelitischen; Armenschüle. Dieselbe besteht aus dem Herrn Bürgerx) Dieser, edle Mann von orthodoxer ReligioNSgestnnung wird überall angetroffen,, wo Etwas zum allgemeinen. Nutzen zu thun fällt. Wir werden ihn noch' manchmal in unseren Mittheilungen erwähnen..müssen. 2) Üeber diesen höchst biedern Mann, Bruder des bekannten Herrn Hirsch Lehren, Vorsitzer der Regenz des niederländischen israelitischen Seminars (es giebt auch da ein portugiesisches) und Vorsteher der amsterdamer israelitischen Gemeinde, werde ich bei' öffentlicher Besprechung dieses.Seminars Ihnen Näheres mittheilen. Korresp. meist erJunkher vr:,jur. Hooft, Präsident, .'den Herreir Gemeindevorstehern Herrn Dri j ur. De Jon ge und De Sonnaville, Mitglied der dortigen Bezirksrechtsbank, Herrn vr. De Brauw. und dem Herrn Hofprediger vr. Ruptenschild, Christen, und . aus den in meinem Vorigen erwähnten Herren Polak Daniels, vv. jur. Van Gich, Sekretär, und De Pinto, Tresorier. — Ich könnte Ihnen noch so viele Muster *des humanen Gemeinsinnes unserer 'christlichen Mitbrüder auch auö anderen Orten anführen, zum Beweise, daß unsere Stellung im hiesigen Lande eine behagliche ist, jedoch glaube ich, daß diese hinlänglich sind. Daß jedoch immer dann und wann Etwas zu wünschen übrig bleibt, wird sich im weiteren Verlaufe meiner Korrespondenz zeigen. Die Sage in Betreff des Religionswechfels des Herrn Lipman hat'sich bestätigt. Eine Heirath mit einer sehr reichen katholischen Wiltwe hat aus diesem heterodör gesinnten Juden einen Bekenner der katholischen Religion gemacht, nachdem er vorher seine aus ‘ einer frühem, doch aufgelösten Ehe entsprossenen Töchter bei der mennonistischen Religionsgemeinde hat taufen lassen. Herr Lipman hat auch Söhne; welche Religion er diese wird annehmen lassen ist noch nicht gewiß. Einer von ihnen war einige Jahre lang zum Unterricht bei einem reformistischen Prediger'in dieser Provinz. Gedachter Herr war früher Mitglied der Oberkommission über israelitische Kultusängelegenheiten, wie auch Mitglied der Semina'rregenz und wüßte damals der treffliche Jurist sehr schön über das Epitheton israelitisch zu sprechen. Diese Apostasie erinnert mich an die deS Herrn Kunewalder in Pesth. Da Herr Godefroy keineswegs daS ihm angebotene Portefeuille angenommen hat, kann demnach auch von einer hingehaltenen oder hinzuhaltenden königlichen Unterzeichnung' des betreffenden Dekrets nicht die Rede sein, und muß daher der in No. 28 aus dem Haag vom 21. Juni datirte Bericht folgender Weise modifizirt werden. Das Portefeuille der Justiz ist dem genannten Herrn angetragen worden, mit welcher Antragung Se. Maj. der König wohl einverstanden war, so daß cö bloS Herrn Godefroh überlassen war, ob er Minister werden sollte oder nicht. Er hat aber geglaubt, diese ehrende Stelle ablehnen zu müssen. Hier haben Sie den wahren Hergang der Sache. Den 27. und 28. v. M. hat die Gesellschaft „Tot Nut der Israeliten“ eine allgemeine Versammlung zu Rotterdam abgehalten. Sie hat folgende Preisfrage ausgeschrieben : , „Welche sind die besten Mittel um den niederländi-