Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 35 (23.8.1852)
- Date
- 1852-08-23
- Page
- Seite 415 (sequence 7)
- Language
- German
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415 der ihn segnet. Die Aufschrift war: „Dem gnädigsten Kaiser die. dankbaren Israeliten". . Sonntag, am 15., war; feierlicher Gottesdienst im Tempel/ bei dem die Vertreter >und Vorsteher anwesend waren. ES wurden zwei Psalmen gesungen, 111 und 21. In dem zweiten hat es' der ausgezeichnete Sulzer verstanden, die Volkshymne mit einzuverweben, Ferner sprach auch der. Herr Oberkantor bei offener Lade ein Gebet. Ich brauche nicht zu bemerken , .daß. diese Feierlichkeit jedes andere Interesse absorbirt hat und ich erlaube mir nur noch in Kürze Ihnen Bericht zu erstatten über die im „Allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummeninstitute" abgehaltene Prüfung. Dieses Institut ist erst vor - kurzer Zeit von Nikolsburg hierher übersiedelt, und hat. sich bekanntlich Herr Kalisch als Gründer viele Verdienste darum erworben. Der Lehrer des Instituts, Herr Deutsch, gehört zu den vorzüglichsten Lehrern seines Faches, und so Weit ich auS mehrmaliger eigener - Anschauung daS Institut kenne, sind die Leistungen außerordentlich, und ich könnte mit gutem Gewissen diese Anstalt allen jenen empfehlen, die taubstumme Kinder versorgen wollen. , —, Ich bitte in meinem Berichte in No. 22 S. 379, Sp, 1, Z. 5 v. o. statt: „Wien ist arm an Vereinen", zu lesen, wie auch.aus dem Zusammenhänge hervorgeht: „Wien ist n i ch t arM an Vereinen". Wer wollte Wien die Wohlthätigkeit absprechen? —... Herr G. Wolff hatte von Seiten des Unterrichtsministeriums den Auftrag erhalten, Lesestücke für israelitische Volksschulen zu -schreiben. : Seine Arbeit ist jetzt höherseits gebilligt worden. Für die Fibel wählte er biblische Geschichten, für daS erste Lesebuch Erzählungen auS Bibel, Talmud und Midrasch. Doaaafürsteuthümer. Aufforderung an israelitische Prediger. Bukarest, 2. August. Verehrtester-Herr Redakteur! Nach vollendeter Mühe und überstandenen Hindernissen , ist, eS uns. gelungen, -hier - die Basis zu einer israelitischen Unterrichtsschule anzulegen, und schnell darauf deren eigentliches Gebäude aufzuführen,: .wobei-wir uns nicht nur deS Beifalls -Unserer milden Regierung, sondern auch deren thätigster Mitwirkung erfreuten. So chaheu 'wir uns mittelst dieser huldvollen .Hilft.unserer edlen Behörden die ergiebigsten L^üellen zu einem solchen Institut für immerhin firirt, haben ein eigentlich hierzu eingerichtetes Gebäude neu errichtet,- haben hebräische und deutsche Lehrer u. s. w. mit jährlichem, hinreichendem Gehalt eingesetzt. Aber noch immer leider! fehlt uns die Zierde unserS Werkes: ein Mann, der den Funken des. heiligen Feuers, Religion, mitten im Schutte der noch rauchenden Trümmern unserer Synagoge aufzusuchen, der das Herz des gleichgiltigen Skeptikers durch seine Zergliederung des Dogma zum Glauben hinzureißen, der endlich in uns sowol als in der neu aufkeimenden Jugend jede gute Faser unserer und -ihrer Brust zu erregen, jeden Gedanken zu veredeln, jede Seele zu erwecken verstehen solle/ ein Mann, den man im gewöhnlichem Leben Prediger heißt. ' Wir sehen uns daher auch genöthigt an Sie; hoch gesch ätzter Herr Doktor, an Si e, d essen Ideal seit lange der Fortschritt im Gebiete des Gedankens im Judenthum ' ist / sich mit der Bitte zu wenden: daß Sie uns dort gütigst einen Prediger äussüchen sollender außer all seinen zu diesem erhabenen 'Posten nothwendigen Kenntnissen und Eigenschaften, über welche unser weitläufiges Bemerken Ihrer Erfahrung und Ihrem unparteiischen Sinn; gegenüber unnöthig ist, noch eine richtige Kenntniß der französischen Sprache besitzen soll, da hier diese Sprache überhaupt fast herrschender und nothwendiger ist ÄS jene des Landes. - Ferner wünschen wir, daß unser künftiger Prediger die' Direktion unserer neuen Schule leiten solle, wie nicht minder, daß er späterhin'den höheren Klaffen in manchen Zweigen des Wissens Unterricht ertheilen solle. Dieser Prediger aber muß uns vorher eine genaue Abschrift aller seiner Dokumente hierher übersenden; ferner den Ort seines gemachten Studiums, Art- und Weift dieses Studiums, sein Alter, Stand, ob ledig oder verheirathet, mittheilen. Dieser Posten wird ihm jährlich einen-Gehalt von 1000 Fl. K. M., sage eintausend Gulden Konventionsmünze, nebst freier Wohnung einbringen. Mit einem Wort, wir möchten so einen Prediger hier haben, daß, abgerechnet aller für uns in'S.Unendliche kaufenden Vortheile auch unsere milde Regierung sich überzeugen solle: bin",«)'' *6.-0 N21728N1 2NUN1 l'wS' lis /ilVSN» Jsak.Löbel Weinberg, Vorsteher dev wälachischen Judengemeinde zu Bukarest.