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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-23 · Heft 35 (23.8.1852) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 35 (23.8.1852)
Date
1852-08-23
Page
Seite 414 (sequence 6)
Language
German
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414 kosten. — - Ebenso wirkte die Kommission durch : Vorschüsseohne Zinsen, gegen: spätere Zurückzahlung, an Handwerkerzur: Anschaffung deS Werkzeugessorgte für die Erziehung armer, verwaister und verwahrloster Kinder, wieS Arbeitslosen Arbeit nach, sagte für Solche gut, empfahl weibliche Armen und Familien zu: Handarbeiten und häuslichen Verrichtungennahm alte, schwache. Personen in die Alterverpflegungsanstalt, Kranke in Krankenverpflegungsanstalten auf rc. Kr Der Rechnungsabschluß der Armenkommission pro 1852 enthält: an Bestand ult. Dez. 1850 8079 Thlr. 13 <?gr. 7 Psi Einnahmen im Jahre 1851 5544 - 1 - 9 - Ausgaben in demselben I. 5945 - 13 - 5 --- Bleiben Bestand ult. Dezember 1851 . . .- V 8278 Thlr. 2 Sgr. 1 Pf. ' ÄPkröwo, 7. August. In einem Berichte in der „Bresl. Ztg." über die Cholera am hiesigem Platze heißt es: Mit großem Ruhme sind aber bei dieser Gelegenheit die Mitglieder des hiesigen jüdischen Krankenverpflegungsvereins zu erwähnen, die bei ihren rastlosen Besuchen und der anstrengenden Pflege der Kranken mit der größten Aufopferung und beispielloser Selbstverleugnung sich ihrer "Pflicht widmen, ohne Ansehung der Religion des Erkrankten. Es verdient diese rühmenswerthe Haltung der Juden hier um so mehr Erwähnung, als am hiesigen Orte das Vorurtheil gegen die Juden noch rege ist und keine Gelegenheit versäumt, um sich Luft zu machen. (Sehr, sehr brav; dies, ostrowoer Juden, heißt vwn wnpn sein! So müssen die Vorschriften unsrer Religion auSgeübt werden! Redakt.) ., Oesterreichischer Kaiserstaat. - Wien, 17. August. (Privatmitth.) Wol wird man in den weitesten Fernen daS< Echo des JubelrufeS hören, der hier brandend an den Wällen der Basteien 'geschlagen. Wien hat den Kaiser empfangen mit einem Lurus und Pomp,' wie es nur eine solche Metropoledie besonders durch ihren Geschmack sich auszeichnet, zu thun im Stande ist; dabei, fehlte auch nicht jene Herzlichkeitdie von alter Zeit daS Erbtheil der Väter ist. Es kann nicht unsre Aufgabe sein, die Festlichkeiten im Ganzen zu beschreiben, ich will nur daS herausheben - was für hie-Leser Ihres DlatteS von Interesse sein dürfte. : Sämmtliche Konfessionen, mit Ausnahme der katholischen, waren am Graben ausgestellt, um Se. Ma^- jestät zu empfangen. Die Israeliten zogen von deck Tempel aus hin. Und zwar voran der Chor, dann der Tempelvorstand mit den Tempelbeamten; dann ging der Rabbiner Horwitz (Herr Mannheimer ist noch in Marienbad) und-Herr Oberkantor Sulzer unter einem Baldachine (Chupa), jeder eine Tora in Händen haltend; darauf folgten die Vertreter, Repräsentanten und Gemeindebeamten. Wo der Zug sich bewegte, hielt Alles still, selbst der Pöbel bezeugte seine Ehrfurcht, vor dem göttlichen Worte, daS heute wie ehedem in seiner Einfachheit mächtig und gewaltig ist. Trotz deS dichten, massenhaften Gedränges, spalteten sich die Menschenwogen vor dem göttlichen Worte, die Strömung hörte auf und die Massen stellten sich als Mauern und bildeten Spaliere. Als der Zug auf den Peter kam, trat die Wache in's Gewehr und bezeugte die militärischen Ehreck Auf dem Graben war eine Estradebestimmt für die Israeliten und da stellten sie sich auf. Die Geistlichkeit aus den verschiedenen Sprengeln hielt an und bezeugte ihre Ehrfurcht. Ich brauche wol nicht zu bemerken, daß alle diese Ehrenbezeugungen von Seite' der Israeliten mit dem größten Danke ausgenommen und erwidert wurden. Endlich kam der Kaiser und nahm sichtlich mit Wohlgefallen diese Huldigung auf. Der Rabbiner sprach den Segen. Der Kaiser und seine ganze Suite gaben frommen Sinnes dem göttlichen.Worte die ihm gebührende Ehre. Abends war große Beleuchtung und da zeichnete sich die Ausschmückung deS Tempels besonders aus. ES waren drei Triumpfpforten angebracht. Ueber der Mittlern war das Bild deS Kaisersdarüber standen die Worte: „Gott schütze ihn", und darunter der Spruch: „Ein Zauber ruhet auf des Königs Lippen". An der rechten, welche in den Tempel führt, waren über der Pforte die zwei Tafeln mit den Cherubim, dann darunter eine hell strahlende Sonne und darüber die Aufschrift: „In dem freundlichen Blicke deS Königs blühet daS Leben". Zur Linken war der kaiserliche Adler, darunter das Bild Eäsars, mit der Pörträtühnlichkeit des Kaisers, -der einem Gefangenen die Ketten löst, und hinter ihm stehet ein Weib, daS ihr Kind deck Monarchen hinhalt, und ein Greis-

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