Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 35 (23.8.1852)
- Date
- 1852-08-23
- Page
- Seite 413 (sequence 5)
- Language
- German
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413 welche ihren Ursprung rum-Wtzik im fthr altm Zeiten hat , führt in neuester Zeit', einer großen Anzahl von. Prozessen zwischen -en Synagogenvorständen und solchen Perspnen-welcheaus dem Gemeinde- Verbande, in hem sie bisher lebten, ausscheiden wollen. , Die Prozeffe wachsen, je mehr die Uebersiedelung von jüdischen Bewohnern des GroßherzogihumS Posen ist ältere LandeStheile der Monarchie zunimmt. Dieselben sind beim Ausscheiden auS dem Synagogenverbande verpflichtet,- ihren Antheil an den Gemeindelasten abzulösen und eine Einigung ist nur selten zu erzielen. Bisher war es nun üblich, daß die betreffende Regierung zu Posen oder Momberg, wenn eine Einigung zu Stande gekommen war,.; dieselbe bestätigte. In neuester Zeit ist es vorgekommen, daß die Regierung die Genehmigung des Vergleichs versagte, Und als das abzjehende Gemeindeglied Klage erhob, di.e Unzulässigkeit des Rechtsweges behauptete. Die Angelegenheit ist yun zuvörderst vor den Gerichtshof zur Entscheidung ll)er Kompetenzkonflikte gelangt und von diesem der Rechtsweg.für zulässig erachtet worden. Jetzt, wird nun in einem neuen'Prozeffe über die Frage entschieden werden,' oh die zwischen der Gemeinde und dem ausscheidenden Mitglieds getroffene Einigung überhaupt zu ihrer rechtlichen Giltigkeit der Genehmigung der Regierung bedarf, da das Gesetz nur von einer Festsetzung durch die Regierung für den Fall einer nicht zu Stande kommenden Einigung handelt. Die Entscheidung dieser Fragen würde für die posener Judengemeinden von der größten Bedeutung werden, da' die Regelung der S.chuldverhältniffe derselben leicht noch verwickelter werden könnte, als sie schon jetzt ist. . Ueplin, 14; August. (Privatmitth>) In der jüdischen Gemeinde Hierselbst waren im Lauft der Zeit viele kleinere Stiftungenso wie auch größere Institute, B. eine Krankenverpflegungsanstalt, Mieth- Unterstützungsgesellschaft, eine Alterversorgungsanstalt }c. durch milde Gaben, Legate u. entstanden. .? Diese wurden im Jahr 1837 zu einer Arm enkom Mission vereinigt, welche aus 30 Mitgliedern, die auS den Vorstehern der bereits vorhandenen Institute entnommM,. bestand. Ein. aus diesen gewähltes Mitglied hatte als Präses der Armenkommisstoni die Geschäfte derselben: nach allen Seiten. hinzu leiten-, und zu heaufstchtigen. Der Zweck dervKommission war: zu helfen, wo Möglichkeit dazu vorhanden und Bedürftigkeit und Würdigkeit; Berechtigung däzmgab^ Es wurden dev Kommission 240 Thlr. monatlich von dem damaligen Aeltesten der Judenschaft als Firum auSgefttzt: Die Mehrbedürfniffe mußte sie sich selbst zu schaffen bemüht sein. Man ging deshalb die Gemeindemitglieder , theils persönlich, theilS durch Zirkulare. ün, was seinen guten Erfolg nicht verfehlte und pine Kasse d e r fr e iw i llige n Beit rüg e hervorrief. Außerdem fanden sich Gemeindemitglieder bewogen, bei Familienereigniffen rc. der Kommission bedeutende Geschenke zu machen mit und ohne ausdrückliche Bestimmungen über deren Bertheilung; im letztm Falle floß daS Geld. zur Hauptkaffe, im ersteren wurde dasselbe der Bestimmung gemäß sofort verth eilt. Als Geschenk und Legate vermachten auch letztwillig viele Personen der Armenkommission eine Summe, ebenso flössen ihr Geldbeträge zu auS Wetten, Konzerten,, Prozessen' rc. — Um den Arbeitsfähigen Gelegenheit zur Arbeit zu geben und der Bettelei abzuhelfen, wurde durch die Armenkymmisston eine BeschäftigungSabtheilung errichtet,. welche hauptsächlich durch Wäschenähen die Almosenempfänger beschäftigte. Ferner wurde von dieser Abtheilung eine Wa sch an st a lt begründet, welche zuerst von den Vorstehern selbst geführt, dann aber in Pacht gethan wurde.. Jedermann konnte Wäsche daselbst gegen Entgelt) reinigen lassen. Der pekuniäre Verlust dieser beiden Anstalten war jedoch zu groß, denn im Jahre 1839 betrug derselbe an Waaren 400 Thlr., .an der Waschanstalt 1000 Thlr. und im Jahre 1840 an Waaren 90 Thlr. und an der Waschanstalt 720 Thlr., so daß dieselben im Jahre 1843 aufgelöst wurden, nachdem sie an Zuschuß aus der Kasse der Armenkommission von 1839—1843 zur Erreichung) i^rkp ZwM 2550 Thlr. empfangen hätten. — Im Jahre 1839 wurden 145 Familien permanent und? 6 Familien außerordentlich, unterstützt, im Jahre 1840: 456 Familien permanent und 2 außerordentlich, und im Jahre 1841: 161 Familien permanent und 1.0 außerordentlich unterstützt In den 10 Jahren bis-1850 verausgabte die Kommission für permanente Unterstützungen 46-240 Thlr.,. für-einmalige^ 8,552 Thlr., Md in den Jahren 1845—1849 außerdem für Suppen- Brodmarken und Kartoffeln 1,436 Thlr.-, in; Summa 65,000 Thlr.: mit. Einschluß her sofortigen? Bertheilungen und der VerwaltungS-