Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 35 (23.8.1852)
- Date
- 1852-08-23
- Page
- Seite 412 (sequence 4)
- Language
- German
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412 kommne, einzige und einige Gott anerkannt und angebetet wird, wahrend die Völker sich ihren Gatt v immerwieder au8: fcen SEBpf^ji 6tlben,Qlctcbfam |ufammenftytn^obfr:.aufc lösen — darum ist Israel ein 'ttbv-, eine Nation dem Ewigen, winp, geweiht, gerüstet, eine 'nb es hat ein besonderes Eigenthum am Ewigen, und ist einbesonderes. Eigenthum für den Ewigen,: ist es und wird eS sein, so lange diese religiöse Idee in der Menschheit immer wieder bekämpft- -entrückt, verändert,, beseitigtzersetzt wird. So sehen, wir, daß diese Bezeichnung 'mV ftVaö nicht zufällig, nicht ein Ausfluß des Stolzes, der Selbstüberhebung , sondern der geschichtliche Ausdruck des garif. zen Inhalts und Lebens Israels: ist, der nie von Israel getrennt oder aufgegeben werden kann, so lang es Israel und ein Israel ist, Und wie? wie einst Jakob den Segen seines VaterS empfing, und dafür fliehen mußte als Bettler und einsamer Flüchtling, und dienen mußte in der Fremde zwanzig Jahre dem Laban, und als Gnade empfangen und erkaufen mußte vom Esav die Rückkehr in die Heimath —. also.mußte ja um dieser 'iiV wegen Israel fliehen und dienstbar sein, niedriger als ein Knecht und geplagter als ein Knecht, und als eine Gnade empfangen, daß man es duldete zu sein und zu athmen. ES ist kein Stolz, keine Absonderung oder Selbstüberhebung es ist sein Herzblut, eS ist sein Daseindas ihm eingeseykt ist,: eS kann nicht anders, ach! und eine schwere Prüfung, allezeit und heute! — Und mit dieser Erkenntniß in der Hand, werfen wir noch einen Blick in die Zukunft. Ja, wir leben jetzt in einer der Zeiten, in welchen Israel hinausgeht und sich zerstreut auf allen Gebieten.des Lebens, und in denen eS daher velfach vergißt, daß und was für eine ftbäö es hat und ist, und in denen dies Viele seiner Glieder vergessen, und wo Viele nur unwillig sich: dazu zählen und zählen lassen, Viele gern der Wacht entrannen, welche die göttliche Vorsehung darauf eingesetzt hat in solcher Zeit leben wir; und fragen müssen wir unS, ob dies bereits seinen Höhenpunkt erreicht-habe, ob es nicht noch wachsen und noch mehr einreißen und noch mehrere dahinreißen werde -- denn man weiß, wie daS Beispiel ansteckend ist und. wie ohnmächtig das Wort dessen, der sich Solchem entgegenstemmt — aber haben wir darum für das Ganze zu fürchten? haben wir zu: fürchten, daß dieses Israel ganz sich auflösen und aufhören würde, seinem Zwecke anzugehöten, seiner Bestimmung zu dienen, eine 'ttV Jr^ö zu sein? . .. Nimmermehr! Dagegen spricht, daß zu tief der Griffel der vier Jahrtausende eingesenkt worden, daß die Schrift geschrieben Dom Finget Gottes , mit unverwischlichen^ Zügen auf 'dies Israelaufgetragen ist; dagegen spricht, daß doch noch viele Herzen entflammt, noch viele Geister begeistert find , deren Zahl braucht nicht Myriaden zu sein, um zu erhalten, was Gott erhalten will! Der Kämpf ist nicht beendet, nur daßer jetzt in .Israel selbst wüthet, der Kampf der religiösen Idee mit dem Heiventhume,' aber der Sieg ist auch nicht zweifelhaft, die Geschichte lehrt uns, daß er jedeSmäl um so näherwar, je stärker der Streit — — wer kennt die Wege deS Herrn? wer ahnet den Umschwung, dev stattfinden kannbevor man es vermuthet? Hier streitet Mensch, und Gott, wie kann da der Sieg bezweifelt werden?... Sind wir aber hiervon durchdrungen: so ist es um so mehr an uns, fest zu verharren und nicht zu wanken und uns immer mehr aneinänderzuschließen, um den Kern zu bilden, zu dem sich Alle zurückfinde'n können, wenn die Sehnsucht nach dem Herrn in ihnen erwacht. DaS rufet der Prophet aus noch viel schwererer Zeit zu: S'y) 'in Väl „Dennoch und trotz allem Dem werden Deine Kinder Jünger deS Ewigen, und groß wird der Friede Deiner Kinder sein!" (Jesch. 54, 13.) ' Zeitungsnachrichten. Deutschland. Mecklenburg. Auf dem bevorstehenden Landtage sollen Vorschläge über die endliche Regelung der staarsbürgerlichen Verhältnisse der Juden gemacht werden. —. Nach einem Gerüchte soll die großherzogliche Regierung den Gemeinden angezeigt haben, daß sie nur einem Landesrabbinen von streng konservativem * Charakter die Bestätigung geben werde. Frankfurt am Main, ll August. Nach der „A. A. Z." ist eS nicht mehr zweifelhaft, daß den Israeliten allhier die politische Gleichstellung ab-, aber die volle bürgerliche Gleichstellung zugesprochen werden wird. Preußen. Berlin, 11. August. Die bedeutende Verschuldung der Synagogengemeinden in der Provinz Posen,